Das jüngste Lebenszeichen von Alfons Schuhbeck ist ziemlich genau einen Monat her. Anfang März sichteten Bild-Reporter den früheren Koch des FC Bayern München nach eigenen Angaben auf dem Trainingsgelände des Rekordmeisters in München. Auf dem Foto, das den Besuch an der Säbener Straße zeigen soll, sieht Schuhbeck so schmal und blass aus wie bei seinem letzten Auftritt vor Gericht. Der FCB feierte an jenem 8. März seinen Familientag. Zwei Tage später, am 10. des Monats, ist Schuhbecks Haftpause offiziell abgelaufen. Was heißt das?
Weil der 76-Jährige schwer krank ist und medizinische Behandlung braucht, hat die Staatsanwaltschaft München I Mitte 2025 den Vollzug von Schuhbecks Strafe unterbrochen. Seither wurde seine Rückkehr ins Gefängnis mehrfach aufs Neue verschoben. Der insolvente Großgastronom hat bislang 20 Monate seiner Haftstrafe abgesessen, die sich insgesamt auf vier Jahre und drei Monate beläuft. Auf Anfrage unserer Redaktion teilt die Münchner Staatsanwaltschaft mit, wie es jetzt mit Alfons Schuhbeck weitergeht.
Gutachter untersucht Krankheit von Alfons Schuhbeck
Fürs Erste muss der Ex-Sternekoch, der unter anderem wegen Steuerhinterziehung, Insolvenzverschleppung und Coronahilfen-Betrugs in zwei aufsehenerregenden Prozessen vor dem Landgericht München verurteilt worden war, nicht wieder zurück ins Gefängnis. „Derzeit ist noch nichts entschieden“, sagt Juliane Grotz, die Sprecherin der Strafverfolger, unserer Redaktion. Ob Schuhbeck, einer der berühmtesten Menschen Bayerns, zurück in eine Zelle muss, hängt vor allem von einem Faktor ab.
„Es wird derzeit geprüft, ob und gegebenenfalls wie die notwendige medizinische Behandlung von Herrn Schuhbeck in der Haft fortgesetzt werden kann“, erklärt die Sprecherin. „Es wurde ein Sachverständiger beauftragt, ein Gutachten zur Frage der Haftfähigkeit zu erstellen.“ Dieses liege aber bislang noch nicht vor. „Bis zum Abschluss der Prüfung muss sich der Verurteilte nicht zum weiteren Vollzug der Haftstrafe in der JVA einfinden.“ Die benötigte Einschätzung, so hat es der Experte der Staatsanwaltschaft mitgeteilt, ist „voraussichtlich zeitnah“ fertig.
Im Gefängnis kann Schuhbeck nicht behandelt werden
Alfons Schuhbeck leidet seinem Anwalt Norbert Scharf zufolge unheilbar an Krebs. Die Staatsanwaltschaft hatte Ende des vergangenen Jahres schon einmal prüfen lassen, ob er in einem der bayerischen Gefängnisse weiterbehandelt werden kann – was damals nicht möglich war. Vor seiner Haftunterbrechung war Schuhbeck in Rothenfeld untergebracht gewesen, einer Außenstelle der Justizvollzugsanstalt Landsberg.
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