Startseite
Icon Pfeil nach unten
Bayern
Icon Pfeil nach unten

Herber Dämpfer für Markus Söder: Nur 83,6 Prozent der Stimmen bei Wiederwahl des CSU-Chefs

CSU-Parteitag

Herber Dämpfer für Markus Söder: Vier Erkenntnisse nach der Wiederwahl des CSU-Chefs

  • |
  • |
  • |
  • |
    Markus Söder (Mitte) wirkt nicht wirklich glücklich nach seiner Wiederwahl zum CSU-Vorsitzenden.
    Markus Söder (Mitte) wirkt nicht wirklich glücklich nach seiner Wiederwahl zum CSU-Vorsitzenden. Foto: Sven Hoppe, dpa

    Die einzig wahre Währung in der Politik sind Wahlergebnisse. Schon vor der Abstimmung auf dem CSU-Parteitag in München war klar, nur ein Ergebnis von 90 Prozent plus X würde für Söder als gut gelten, der ohne Gegenkandidat angetreten war. Andererseits waren die 96,6 Prozent vom September 2023 nur schwer zu toppen. Damals wollte die Partei ihrem Spitzenkandidaten kurz vor den Landtagswahlen den Rücken stärken.

    Am Freitag waren es 83,6 Prozent. Das Ergebnis ist das schwächste in Söders Zeit als Parteivorsitzender, die 2019 begann. Unbestritten ist sein großer Einsatz für die Partei. „Söder ist irre fleißig“, lobt selbst sein Vize Manfred Weber, der in der CSU als Konkurrent des Parteichefs gilt. Unbestritten ist zudem, dass der 58-jährige Franke in Berlin viel durchgesetzt hat. Ob nun die ausgebaute Mütterrente oder die erhöhte Pendlerpauschale, der kleinste Koalitionspartner im Bund hat großes Gewicht. Immer wieder sagt Söder: „Wir haben geliefert.“ Auffällig: Als Söder Innenminister Alexander Dobrindt für dessen Einsatz lobt, ist der Applaus besonders lang.

    Söder gibt in der Union den maximal loyalen Bündnispartner

    Das galt Söder persönlich. Nach diesem für viele unerwarteten Ausgang begann rasch die Ursachenforschung. War es das Aus fürs Familiengeld? Ist es Unzufriedenheit mit dem Kurs in Berlin – oder mit dem Führungsstil des Vorsitzenden? Auffällig: Bei der Wahl der stellvertretenden Parteivorsitzenden schnitten genau die zwei besser ab als Söder, die nicht mit Bundes- und Landespolitik in Verbindung stehen: die Neu-Ulmer Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger und der Europapolitiker Weber. Dieser erhielt 576 von 615 Stimmen und mit 93,7 Prozent das beste Ergebnis. Klar ist: Falls Delegierte Söder einen Denkzettel verpassen wollten, ohne großen Flurschaden anzurichten, dann war dieser Parteitag der richtige Zeitpunkt. Denn diesmal beschädigten sie so keinen Spitzenkandidaten.

    Söders neue Rolle. Markus Söder hat viele Gesichter. Da gibt es den harmlosen Instagram-Onkel, der schreiend bunte Weihnachtspullis trägt und alte Schlager singt. Es gibt den Machtmenschen, der gnadenlos über die Konkurrenz herzieht. Und seit kurzem gibt es den „freundlichsten CSU-Vorsitzenden seit Jahrzehnten“ (Söder über Söder), der Verständnis für die Nöte der SPD hat und für Friedrich Merz sowieso. Söder gibt in der Union den loyalen Bündnispartner. „Friedrich Merz hat es nicht leicht, er braucht unsere Unterstützung.“

    Der Funke in der Rede von Markus Söder springt lange nicht über

    Söder und die maue Stimmung: Vor dem Auftritt des Vorsitzenden war sie eher mau und auch er tritt zu Beginn auf die Euphoriebremse. „Keine Bierzeltrede“ wolle er liefern, sondern den Menschen Mut machen, denn diese hätten viele Ängste: wirtschaftlicher Abstieg, äußere und innere Bedrohungen. Der Funke springt lange nicht über. Der emotionalste Teil ist, als Söder sich klar von der AfD abgrenzt. Für diese Partei dürfe die CSU „nicht Steigbügelhalter“ sein. „Wir dürfen die Fehler von Weimar nicht wiederholen.“ Über die Grünen, an denen er sich jahrelang abgearbeitet hat, verliert er diesmal kein Wort.

    Die Wähler bleiben skeptisch. In den Umfragen verzeichnen Söder und seine Partei Einbußen. Eine Erhebung im Auftrag der Partei sieht diese noch bei 40 Prozent, im Bayern-Monitor des Meinungsforschungsinstituts Civey, mit dem unsere Redaktion kontinuierlich das Stimmungsbild im Freistaat untersucht, sind es aktuell nur 37 Prozent der Stimmen. Das sind drei Prozentpunkte weniger als im Vormonat und vier weniger als vor einem Jahr. Die AfD ist seither von 14,6 Prozent auf inzwischen 21 Prozent gestiegen. Mit Söders Arbeit sind insgesamt 42 Prozent zufrieden, 47 Prozent nicht, Tendenz leicht fallend.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein

    Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.

    Anmelden

    Sie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren