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Kommentar: CSU verpasst Söder einen Dämpfer

Kommentar

Die CSU holt Söder auf den Boden der Tatsachen zurück

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    Und, klatschen die Delegierten angemessen? Markus Söder steht nach seiner Rede beim CSU-Parteitag in der Münchner Messehalle auf der Bühne.
    Und, klatschen die Delegierten angemessen? Markus Söder steht nach seiner Rede beim CSU-Parteitag in der Münchner Messehalle auf der Bühne. Foto: Sven Hoppe, dpa

    Nur 83,6 Prozent für Markus Söder: Viele suchten beim Parteitag der CSU nach Erklärungen, einige konnten ihre Genugtuung kaum verbergen. Einigermaßen überraschend hat der CSU-Chef bei den Wahlen zum Vorsitz das schlechteste Resultat seiner Karriere als Parteivorsitzender eingefahren. Obwohl er keine Gegenkandidaten hatte, stimmten mehr als 100 Delegierte gegen ihn. Erstaunlich ist der deutliche Dämpfer für Söder, weil er in den vergangenen Monaten ein sehr erfolgreicher Parteichef war. Die CSU sitzt in Bayern fest im Sattel und ist in Berlin wieder an der Bundesregierung beteiligt. Wie groß ihr Einfluss dort ist, demonstriert der 58-jährige Söder gerne selbst.

    Wahr ist aber auch: Der Erhalt des zerbrechlichen schwarz-roten-Bündnisses nötigt allen Beteiligten Zumutungen ab, die dem eigenen Anhang sauer aufstoßen. Im Vergleich zu den nicht einmal 65 Prozent, mit dem die SPD ihren Vorsitzenden Lars Klingbeil abgestraft hat, ist Söder sogar noch gut weggekommen. Zumal er nicht der erste Parteichef ist, den die CSU unsanft auf den Boden der Tatsachen zurückholt. CSU-Ikone Franz Josef Strauß musste sogar mal 77 Prozent schlucken – um nur zwei Jahre später eines der besten Parteitagsergebnisse seiner Karriere einzufahren.

    Diese Geschichte zeigt, Söder kann die Scharte von München durchaus wieder auswetzen. Bekannt ist aber auch, dass die CSU ihren Vorsitzenden gerne schwächere Ergebnisse beschert, wenn es noch ein Stück hin ist zu den nächsten überregionalen Wahlen. Und das ist die schlechte Nachricht für Markus Söder: Auch im Herbst 2027, wenn die CSU das nächste Mal ihre Chefetage bestimmt, ist es noch ein ganzes Stück hin zur nächsten Wahl.

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