Die Sonne strahlt vom Himmel am dritten Gesundheitstag in Höchstädt, nachdem es die vergangenen beiden Jahre gestürmt und geregnet hatte. Und so schlendern bereits am frühen Nachmittag rund 500 Menschen durch das Schloss, so viele wie in den vergangenen Jahren den ganzen Tag über gekommen sind. Roswitha Riedel steht hinter der Cafétheke und freut sich – auch über die Vielseitigkeit der Angebote, die sie mit einem Satz auf den Punkt bringt: „Wenn's dir gut geht, bist du gesund.“ Was Gesundheit ermöglicht, das zeigen 51 Aussteller und Ausstellerinnen an ihren Ständen und Vorträgen auf.
Erste Hilfe gibt's gleich im Eingangsbereich zu erinnern und aufzufrischen. „Wir geben Tipps und Tricks für den Notfall“, sagt Ausbildungsleiterin Sabine Jahrisch. „Wie kann ich selbst aktiv werden“ – das geht vom einfachen Pflaster bis zum Umgang mit einem Defibrillator. Gemeinsam mit ihren Kollegen greift sie zur Puppe, demonstriert die Herz-Druck-Massage. „Soll ich ablösen?“ Eine Besucherin nimmt den Faden spontan auf und klinkt sich in die Wiederbelebung ein. Es ist Rebecca Schedler, selbst Krankenschwester. Sie ist bereits am Ende ihres Rundgangs und bestens gelaunt.
Erste Hilfe auf vielfältige Art steht beim Gesundheitstag in Höchstädt im Fokus. Riedel: „Was können wir tun, um gesund zu bleiben.“ Dazu gehört alles Mögliche, wie die einzelnen Anbieter zeigen – von der Klangschale und Trommel über Kosmetik und Schmucksteine, Beratungen für behinderte und alte Menschen bis hin zum energetischen Heilen, um nur einige zu nennen. Feng Shui will beispielsweise Michaela Rogowski den Menschen näherbringen. Die 45-Jährige erklärt, wie sie hoch schwingende Energien in den Wohnungen und Häusern stärkt, wodurch sich Harmonie einschwingt und belastende Themen lösen können. Die Augsburgerin hat über eine andere Ausstellerin erfahren, „wie schön“ es in Höchstädt sei. Sie ist nicht die einzige, die aus Richtung Augsburg und dem Landkreis Donau-Ries kommt, die meisten jedoch sind aus dem Landkreis Dillingen. „Der Wertinger Bereich ist extrem vertreten“, erzählt Riedel, „im Zusamtal gibt‘s viele, die etwas Besonderes machen.“
Wortelstettenerin begleitet schwangere Frauen als Doula
So bietet Sabine Anna Barth aus Wortelstetten schwangeren Frauen die Begleitung als Doula an. Ihr geht es darum, in einer mentalen Geburtsvorbereitung einen sicheren Raum zu schaffen, Frauen wieder erkennen zu lassen, wer sie wirklich sind und ihnen zu ermöglichen, „Wehen als Wellen zu empfinden, die sie dem Kind näher bringen“.
Mit einem Frauenkreis will Mavija Weseler ab April auch in Höchstädt das „Feld der Liebe“ stärken. „Mit Trommeln und praktischen Übungen beten wir für die Erde und besondere Anliegen“, erzählt die 66-jährige Donauwörtherin und gibt zwei rote Rosen mit auf den Weg. Gleich nebenan hat die 40-jährige Anja Buntz aus Bächingen ihren Stand aufgebaut. Vor ihr liegt das erste eigene Buch der Mental-Coachin, das während einer großen Reise entstanden ist – „eine Mischung aus Reisetagebuch und Alltagstipps für die Persönlichkeitsentwicklung“. Ihr zentrales Thema ist der „Mut für Frauen“, indem sie ihnen vermittelt, auf das eigene Herz zu hören und den ureigenen Träumen zu folgen.
Mit Naturkräutern bringt eine Dillingerin Menschen wieder in ihre Mitte
Dazwischen finden sich besondere Kissen, mit denen gesunder Schlaf möglich wird, womöglich unterstützt durch Hypnose. Auch jede Menge Öle, Kräuter, Räucherwerk und Kerzen gibt es an den verschiedenen Tischen, wie bei Antje Merkt. Die 63-Jährige Dillingerin hat „im Alter nochmals Schwung bekommen“ und sich beruflich neu orientiert. „Wir müssen unsere Körper wieder in die Mitte bringen“, sagt sie und zeigt auf ihre Naturkräuter: „Die machen was mit unserer Seele.“
Die Angebote an diesem Tag an den Ständen und bei den zahlreichen Vorträgen sind eine bunte Mischung aus materiellen und energetischen Angeboten – und oftmals beides miteinander verwoben. So gibt es Staubsauger, die die Luft erfrischen, sauberes Trinkwasser, gesunde Backformen und alles, was mit Wohlgefühl und Schönheit – äußerlich und innerlich – zu tun hat.. Alexander Walliser aus Medlingen wirbt für „Super Patch“, Pflaster, die durch einen Code auf die Nervenzellen unter der Haut wirken. „Ich wollte meiner Mutter bei Multiple Sklerose helfen“, erzählt der 47-Jährige. Und auch Manuela Ganz nach 29 Jahren ihr Ekzem an den Händen durch eine Selbstheilungstechnik heilen können, demonstriert diese in Auszügen bereitwillig an ihrem Stand. Patric Müller aus Laugna schwört ebenso auf die Selbstheilungskräfte unserer Körper, die die Zellen mithilfe von kleinen Spiegeln beim „Cell-Re-Active-Training“ praktizieren. Seit 21 Jahren arbeitet der 48-Jährige ehemalige Forstwirt als Heilpraktiker und verbindet jetzt beides unter anderem mit Waldbaden-Kursen.
„So viele Angebote“, sagt Regine Streu am Ende des Gesundheitstages, für den sie extra aus Altenstadt an der Iller hergefahren kam. „Eine tolle Auswahl, von der ich zeitlich gar nicht alles, was ich wollte, sehen und hören konnte.“ Sie hatte sich wie viele andere auf dem Prospekt angekreuzt, was sie interessiert.
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