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Ilse Aigner ärgert Söder und zeigt, was Politik mit Schafkopfen zu tun hat

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Bayerns Landtagspräsidentin Ilse Aigner und ihr Solo im hohen Norden

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    Ilse Aigner, hier zusammen mit Markus Söder, hat einen Solo-Ausflug nach Kiel unternommen. Was sie dort gesagt hat, dürfte dem CSU-Chef weniger gefallen haben.
    Ilse Aigner, hier zusammen mit Markus Söder, hat einen Solo-Ausflug nach Kiel unternommen. Was sie dort gesagt hat, dürfte dem CSU-Chef weniger gefallen haben. Foto: Peter Kneffel, dpa

    Zu den vielen Ämtern und Ehrungen, die Ilse Aigner erhalten hat, zählt die einer internationalen Schafkopf-Botschafterin. Das passt. Denn erstens ist die 61-jährige Landtagspräsidentin selbst eine begeisterte Kartlerin. Zweitens weist das Schafkopfen viele Parallelen mit Aigners Berufsleben als Politikerin auf – und das nicht nur, weil es in Landtagen bisweilen zum Hammelsprung kommt.

    Warum sich Politik und Schafkopfen so ähnlich sind

    Hier wie dort können sich die Regeln rasch ändern, die Bündnisse sowieso. Wer zu wem hilft, klärt sich oft erst im Laufe der Partie und ein Fehler spielt dem Gegner in die Karten. In der Endabrechnung dann ist's beim Schafkopfen wie bei den Parteien: Jede(r) spielt für sich allein und gewinnen wird nur, wer dann und wann ein Solo wagt.

    Diese Woche nun ist Ilse Aigner (CSU) nach Schleswig-Holstein gefahren, zu den Unionsfreunden nach Kiel. Dazu muss man wissen, dass die CDU aus dem hohen Norden bei der CSU tief im Süden so etwas wie „gerade noch befreundetes Ausland“ ist. Die beiden starken Männer Daniel Günther (Kiel) und Markus Söder (München) geben sich gerne contra, dass Söder neulich in Passau jedes Bundesland unter drei Millionen Einwohner unter die „nicht lebensfähigen Zwergstaaten“ einsortiert hat, dürfte die Freundschaft mit den 2,95 Millionen Schleswig-Holsteinern nicht unbedingt vertieft haben.

    Wohl nicht von ungefähr war die Veranstaltung, bei der Aigner sprach, mit dem Titel „Brücken bauen zwischen Nord und Süd“ überschrieben. Dabei sprang sie Günther und seinem Vorstoß für ein Social-Media-Verbot bis 14 Jahre zur Seite, Söder lehnt das ja vehement ab. Und dann sagte sie, was die CDU hoch im Norden besser macht als die CSU bei ihr daheim. Angefangen beim hohen Windstromanteil, über die AfD, die es nicht in den Landtag geschafft hat, bis hin zum Wahlergebnis. Aigner an die Adresse Günthers: „Ihr regiert mit rund 44 Prozent. Und da müssen auch wir im Süden mal den Hut ziehen.“

    Aigner: Was die CDU in Kiel besser macht als die CSU in München

    Das käme Parteifreund Markus Söder wohl nicht in den Sinn, doch Aigner werden andere Prioritäten nachgesagt, als dem Vorsitzenden und Ministerpräsidenten zu gefallen. Sie ist als Kandidatin für das Bundespräsidentenamt im Gespräch, und wenn darüber am 30. Januar entschieden wird, haben die Vertreter der Länder die Hälfte der Stimmen. Dort beizeiten ein paar kleine Stiche zu machen, kann also nicht schaden.

    Der größte Trumpf im Spiel aber dürfte CDU-Chef Friedrich Merz sein. Beim Schafkopf wäre der Kanzler, der Aigner in Freundschaft verbunden ist, der Eichel-Ober. Markus Söder wiederum könnte die Nummer zwei, den Gras-Ober, für sich reklamieren. Allerdings hat er so seine Schwierigkeiten damit, auf die grüne Karte zu setzen. Dann vielleicht Herz-As. Die sticht zwar nicht immer – aber wenn, dann gibt‘s viele Punkte.

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