Es ist der Moment, der bei der Fastenrede auf dem Nockherberg am allermeisten Applaus bekommt. Fastenprediger Stephan Zinner steht auf der Bühne, schildert einen Traum. Er selbst steht in jenem Traum mit vier Wiesnmaß intus vor der mit Blumen geschmückten Staatskanzlei.
„Ein Mann, der mich ein bissl an den jungen Generalsekretär Söder erinnert, sagt: ,Hallo Herr Zinner, schön, dass Sie da sind. Die Frau Ministerpräsidentin wird Sie sofort empfangen.‘ Und dann kommt die Ilse Aigner in einem sauberen Outfit die Treppe herunter, beugt sich ganz nah zu mir und meint: ‚Fünf Maß waren es und nicht vier!‘“
Ilse Aigner hat eine klare Meinung zur Fastenpredigt
Jubel brandet auf, donnernder Applaus, länger als an jeder anderen Stelle des gesamten Abends. Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) in der ersten Reihe der Münchner Paulaner-Festhalle schlägt lachend die Hände vor den Mund, Söder lächelt auch, etwas verhaltener. Ilse Aigner an der Spitze Bayerns, diese Vorstellung begeistert die Menschen im Saal. Sie als Ministerpräsidentin, was sagt die derart Gefeierte selbst zu dieser Vorstellung?
„Starkbier verursacht starke Visionen“, warnt sie erst einmal auf Nachfrage unserer Redaktion. „Wenn man zu tief ins Glas schaut, dann kommt das dabei raus!“ Im Ernst: Es ehre sie, Teil einer so „visionären“ Fastenpredigt gewesen zu sein. „Und natürlich habe ich mich über den Applaus gefreut! Das hat ja auch was mit Wertschätzung zu tun.“
In der Realität fühle sie sich mit ihrem Amt als Landtagspräsidentin aber ausgesprochen wohl. „Markus Söder und ich haben beide über den Gag gelacht, weil wir wissen, dass es dabei bleiben wird.“
Aigner wird als Bundespräsidentin gehandelt
Zusammen mit Politikerinnen anderer Parteien hatte die 61-Jährige, die selbst als nächste Bundespräsidentin ab 2027 gehandelt wird, vor der Kommunalwahl die Initiative „Bavaria ruft“ gestartet, die mehr Frauen zum Engagement in der Kommunalpolitik motivieren will. Den Applaus jetzt beim Nockherberg werte sie „auch als Hinweis auf das Bedürfnis für mehr Frauen in Spitzenämtern“. Das motiviere sie, mit „Bavaria ruft“ über die Kommunalwahl hinaus weiterzumachen.
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