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Kommunalwahl in Bayern: Diese Landtagsabgeordneten kandidieren

Kommunalwahl in Bayern

Diese bayerischen Landtagsabgeordneten kandidieren für ein Spitzenamt in der Kommunalpolitik

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    Am 8. März wird in Bayerns Kommunen gewählt. Auch einige Landtagsabgeordnete stehen auf den Wahlzetteln.
    Am 8. März wird in Bayerns Kommunen gewählt. Auch einige Landtagsabgeordnete stehen auf den Wahlzetteln. Foto: Sven Hoppe, dpa (Archivbild)

    Für einen Platz am Kabinettstisch von Markus Söder hat es nicht mehr gereicht. Doch jetzt setzen ihre Parteien auf sie: Die bayerischen Ex-Minister Melanie Huml (CSU) und Michael Piazolo (Freie Wähler) sind Spitzenkandidaten bei den anstehenden Kommunalwahlen. Die frühere Gesundheits- und Europaministerin Huml soll als Oberbürgermeisterin das Rathaus in Bamberg übernehmen, Piazolo, Amtsvorgänger von Kultusministerin Anna Stolz, bewirbt sich um das Amt des Oberbürgermeisters in München.

    Die Ex-Ministerin und Landtagsabgeordnete Melanie Huml geht bei der Kommunalwahl 2026 für die CSU ins Rennen um den OB-Posten in ihrer Heimatstadt Bamberg.
    Die Ex-Ministerin und Landtagsabgeordnete Melanie Huml geht bei der Kommunalwahl 2026 für die CSU ins Rennen um den OB-Posten in ihrer Heimatstadt Bamberg. Foto: Peter Kneffel/dpa

    Im großen Herausfordererfeld von Amtsinhaber Dieter Reiter (SPD) hat der Freie-Wähler-Mann Piazolo in der Landeshauptstadt allerdings nur Außenseiterchancen. Bei seiner ehemaligen Kabinettskollegin Huml ist das anders. Bambergs bisheriger OB Andreas Starke tritt nicht mehr an, nun muss sich die Landespolitikerin gegen etablierte Kommunalpolitiker durchsetzen. Für den Fall, dass das schiefgeht, gilt innerhalb der erfolgsverwöhnten CSU für die Wahlanalyse eine alte Regel: Bei Wahlsiegen hat der Kurs der Partei mitgeholfen – bei Schlappen lag es am Kandidaten vor Ort.

    Ex-Minister Michael Piazolo (links) will in die Kommunalpolitik. Sein FW-Parteifreund Roland Weigert kommt von dort.
    Ex-Minister Michael Piazolo (links) will in die Kommunalpolitik. Sein FW-Parteifreund Roland Weigert kommt von dort. Foto: Winfried Rein

    Ebenso wie Huml will ihr Fraktionskollege Peter Tomaschko den Landtag verlassen – er strebt auf den Chefsessel im Landratsamt in Aichach. Der wird nämlich frei. Dagegen müsste sich der CSU-Abgeordnete Patrick Grossmann im Kreis Regensburg gegen die dortige Amtsinhaberin Tanja Schweiger von den Freien Wählern durchsetzen. Es ist eines der Duelle, bei dem die beiden Partner der Münchner Regierungskoalition am 8. März aufeinandertreffen. Wie die CSU setzen die Freien Wähler dabei in diesem Jahr eher selten auf Mandatsträger aus dem Münchner Landtag. Jeweils vier Abgeordnete aus beiden Fraktionen bewerben sich um einen Job als Bürgermeister oder Landrat und müssten im Erfolgsfall in München ihre Koffer packen.

    Die SPD-Abgeordnete Ruth Müller versucht in Niederbayern ihr Glück

    Das gilt auch für Ruth Müller. Sie ist die einzige SPD-Abgeordnete aus dem Landtag, die es am 8. März probiert. Im Kreis Landshut hört Peter Dreier von den Freien Wählern auf – diese Gelegenheit will Müller nicht verpassen. Als Frau und Sozialdemokratin habe sie es in Niederbayern natürlich schwer, sagt Müller und übt sich in Humor: „Noch ist alles drin – von der Klatsche bis zum Erdrutschsieg.“

    Insgesamt werden bei den Wahlen am 8. März (und in vielen Fällen bei Stichwahlen zwei Wochen später) knapp 2000 kommunale Spitzenjobs vergeben. Rund 1900 Städte und Gemeinden wählen neue Rathauschefs, von den 71 Landkreisen stehen in 62 die Landrätinnen beziehungsweise Landräte zur Wahl, in rund einem Drittel treten die Amtsinhaber nicht mehr an.

    Vom Minister zum Landrat – und umgekehrt

    Das personelle Wechselspiel zwischen Landes- und Kommunalpolitik gehört von jeher dazu. Vor sechs Jahren wechselte mit dem Schwaben Hans Reichhart (CSU) sogar ein amtierender Minister aus München ins Günzburger Landratsamt, umgekehrt war der heutige Bauminister Christian Bernreiter (CSU) 20 Jahre lang Landrat in Deggendorf. Zwei weitere Beispiele von etlichen: Der frühere Neuburg-Schrobenhausener Landrat Roland Weigert (FW) tut jetzt als Abgeordneter Dienst und einer der einflussreichsten Männer in München, der CSU-Fraktionschef Klaus Holetschek, erwähnt gern, dass er in seinem früheren Politikerleben Bürgermeister von Bad Wörishofen war.

    Für die Parteien gelten die Wahlen auch als Stimmungstest. Die CSU hat als stärkste kommunalpolitische Kraft viel zu verlieren, schon 2020 holten die Christsozialen nur noch 34,5 Prozent der Stimmen und mussten einen Einbruch von 5,2 Prozentpunkten hinnehmen. In aktuellen Umfragen schaut es besser aus – doch die sind bei Kommunalwahlen nicht so aussagekräftig, weil oft örtliche Gegebenheiten hineinspielen. Die Freien Wähler jedenfalls hoffen auf ein Erfolgserlebnis. Immerhin gewannen sie vor sechs Jahren 14 Landratswahlen. Auch die bayerische SPD ist auf kommunaler Ebene stärker – und sogar die Grünen feierten dort vor knapp einem Jahr einen Erfolg. Die Würzburger wählten Martin Heilig zum ersten grünen OB einer bayerischen Großstadt.

    Warum so viele AfD-Abgeordnete in Bayern Landrat oder Bürgermeister werden wollen

    Auf die größten Zuwächse aber hofft die AfD. Fraktionschefin Katrin Ebner-Steiner hat schon im Herbst das Ziel ausgegeben, man wolle die Mandate vervielfachen. Allerdings hat die in Teilen rechtsextreme Partei mitunter Schwierigkeiten, ausreichend Kandidaten zu finden. Zudem fehlt es an bekannten Gesichtern, die als Zugpferde herhalten könnten. In dieser Situation werden vermehrt die Mandatsträger eingespannt. Im Kreis Dingolfing etwa tritt der Bundestagsabgeordnete und AfD-Landesvorsitzende Stephan Protschka an, zudem wirft eine ganze Reihe von Landtagsabgeordneten ihren Hut in den Ring – zum Beispiel in den Städten Augsburg, München und Neu-Ulm. Hinzu kommen mehrere Landkreise. So versucht sich etwa der Parlamentarische Geschäftsführer der AfD, Christoph Maier, im Unterallgäu.

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