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Open-Air-Festivals Schwaben: Was Modular, Singoldsand und Reggae bieten

Open-Air-Festivals

Von Hoi bis Singoldsand: Diese besonderen Festivals bietet der Sommer in Schwaben

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    Bald geht sie los, die Open-Air-Saison.
    Bald geht sie los, die Open-Air-Saison. Foto: Peter Fastl (Archivbild)

    Die ersten lauen Maiabende sind die Vorboten des Sommers: Die Open-Air-Saison beginnt. Höchste Zeit, einen Blick auf den Festivalkalender in der Region zu werfen. Da finden sich landauf, landab einige musikalische Schmankerl. Formate wie das Modular in Augsburg strahlen längst mit bekannten Popgrößen über die Stadt hinaus. Kleinere Festivals präsentieren sich mit fein kuratiertem Line-up und familiärer Atmosphäre. Und das Singoldsand in Schwabmünchen wurde sogar zum bayerischen „Festival des Jahres“ erklärt. Ein Überblick über die Festivals, die schon ihr Programm festgezurrt haben:  

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    Hoi Festival in Walden

    Es gibt immer noch Kulturliebende, die sich trauen und sogar in diesen Zeiten ein Festival aus dem Boden stampfen. Ein Beispiel für diese Zuversicht ist die Kulturwirtschaft Walden in Blankenburg an der Schmutter, Landkreis Augsburg. Zwischen Gaststube, Biergarten mit Bühne und Festivalbühne mit Wäldchen will man das gesamte schmucke Gelände für ein dreitägiges Festival namens „Hoi“ öffnen. Die Naturkulisse zahlt viel in die entspannte Atmosphäre ein. 20 Acts sind für drei Tage geladen, genre- und generationsübergreifend will man sein. Zu Gast sind etwa: Münchner Singer-Songwriterin Henny Herz, die Punkband Dr. Drexler Project und das Künstlerkollektiv Jon Shit. Damit die Bude nicht überrannt wird, begrenzen die Veranstalter die Erstausgabe auf 300 Besucherinnen und Besucher pro Tag.

    • Wann und wo: 26. bis 28. Juni, Kulturwirtschaft Walden, Blankenburg an der Schmutter
    • Tickets: Festivalpass 99 Euro, Tagesticket 44 Euro auf der Webseite
    2

    Wisdom Tooth Festival

    Schafft das Wisdom Tooth Festival noch eine Runde? Sparzwänge haben Veranstalter und Fans schon öfter zittern lassen, aber längst steht fest: Das WTF, wie das Festival sich abkürzt, findet auch im fünften Jahr wieder statt. Zwei Tage lang spielen Rock- und Metalbands im Wildbachstadion im Bissinger Ortsteil Hochstein, hunderte Musikfans reisen dafür an. Die Atmosphäre gilt als familiär, die Bands werden sorgfältig ausgewählt, auch Newcomer bekommen auf einer eigenen Bühne ihre Chance. Die Headliner sind dieses Jahr die Nürnberger Band Dominum, Ghostkid und Cytotoxin. Wirkt ein bisschen schräg, ist aber eine süße Geste: Wie im Vorjahr werden die Kinder vom „Vororchester Bissingen“ – das sind die örtlichen Nachwuchsbläser – einen Gastauftritt hinlegen.

    3

    Rainer Winkel Festival

    Bayerisch und brassig geht es auf dem Gut Sulz in Rain zu. Seit einigen Jahren spielen im lauschigen Garten des Anwesens Bands aus dem Umland und aus der Region. Mal traditionell mit Blasmusik und Mundart, mal experimenteller mit Techno-Beats oder bayerischem Rap. Organisiert wird das Festival von einem Verein, der es sich zum Ziel gesetzt hat, das Leben in der Region Donau-Ries (noch) ein Stück besser zu machen. Das Rainer Winkel Festival findet bereits zum neunten Mal statt. Mit dabei sind unter anderem Django 3000, Loisach Marci, der Alphorn mit Techno vermischt (er selbst nennt das „Alphorntechno“) und der Mundart-Rapper Monaco F.     

    4

    Reggae in Wulf

    Es könnte das letzte Mal sein für das Reggae-Festival in Wulfertshausen im Landkreis Friedberg. Seit 20 Jahren lockt das Event mit jamaikanischem Sound Menschen aus ganz Deutschland in die Region, in der Reggae-Szene hatte es sich einen Namen gemacht. Nun kämpfen die Veranstalter Wulf United ums finanzielle Überleben. Steigende Preise, hohe Gagen und das schlechte Wetter beim Auftritt vergangenes Jahr verschärften die Lage, berichten sie. Dieses Jahr setzt man auf die Solidarität der Fans und hofft auf einen starken Vorverkauf und viele Unterstützer-Tickets. Ob die Rettung gelingt, hängt davon ab, wie gut die Reggae-Gemeinschaft zusammenhält.

    Ist das Reggae in Wulf noch zu retten?
    Ist das Reggae in Wulf noch zu retten? Foto: Edigna Menhard (Archivbild)
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    Singoldsand Festival

    Der Verband für Popkultur hat das Schwabmünchner Singoldsand als Festival des Jahres ausgezeichnet. Die Jury lobte das ehrenamtlich getragene Festival besonders für seine familiäre und offene Atmosphäre. Das mit den Kindern nehmen die Veranstalter besonders ernst. Mit dem Singoldsandkasten, dem Kindertag auf dem Festival, schuf die Stadt ein eigenes Mitmach-Programm und Live-Events für die Kleinsten. Und sonst so? Auch dieses Jahr soll es viel Raum für regionale Künstler geben. Auf den Bühnen zu sehen sind das Lumpenpack mit dem Augsburger Frontsänger Maximilian Kennel, Rapper Majan und Valentino Vivace, der Italo Disco wieder famos machen will.   

    6

    Wudzdog Open Air

    Auf dem Wudzdog im Auhausener Ortsteil Dornstadt haben schon La Brass Banda, Nina Hagen, Django 3000 und Hans Söllner gespielt. Seit mehr als 20 Jahren organisieren die Waldgeister Dornstadt das Festival am Stöckenweiher, dabei werden sie vom Bund aus einem Fonds für Festivals im ländlichen Raum gefördert. Musikalisch haben sich Rock und Folk bewährt. Um Woodstock-Spirit kümmern sich dieses Jahr das Dubioza Kolektiv (Reggae), Multiinstrumentalist Mezerg und die Bluesrocker Ten Years After. Am Sonntag lädt bei freiem Eintritt die bunte Marktmeile die ganze Familie zum Bummeln ein.

    Im Juni herrscht in Auhausen musikalischer Ausnahmezustand.
    Im Juni herrscht in Auhausen musikalischer Ausnahmezustand. Foto: Anton Kutscherauer
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    Sunrise Reggae und Ska Festival

    Gleich ein zweites Event finden Fans von Reggae, Ska und Dancehall in der Region, dieses Mal im Mindeltal. Seit nun schon 20 Jahren treten beim dortigen Sunrise Reggae und Ska Festival deutsche und internationale Bands auf, in Deutschland zählt es zu den größten Reggae-Veranstaltungen. Auch dieses Jahr kommen Musiker nach Burtenbach, die in der Szene zu den ganz Großen gehören. Der ivorische Musiker Tiken Jah Fakoly etwa und Mal Élevé aus Frankreich, der ehemalige Frontmann der Punkband Irie Révoltés. Aber auch regionale Acts wie die Krumbacher Band Skaos mischen im Line-up mit. Daneben bieten Marktverkäufer ihre Ware feil, etwa Stirnbänder in Jamaika-Farben, Pluderhosen und Holzschmuck.

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    Heimatsound Festival

    Das Oberammergauer Passionstheater ist vor allem dafür bekannt, dass die Dorfbewohner dort alle zehn Jahren die Geschichte Jesu nachspielen. In den Jahren dazwischen gibt es aber anderes Programm. An zwei Tagen im Sommer wird auf der Bühne nicht gelitten, gestorben und wiederauferstanden, dann wird das Theater nämlich zur irdischen Konzertarena. Zu hören und zu sehen gibt es Newcomer und alteingesessene Musikerinnen und Musiker aus dem deutschsprachigen Alpenraum, dieses Jahr etwa Rapperin Fiva aus München, internationaler Electro-Pop-Rock wie Lenze und de Buam, das Wiener Duo Lusterboden und schon wieder: Alphorntechno-Vertreter Loisach Marci.

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