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Rekord von minus 32 Grad Celsius: Das war die tiefste Temperatur in Bayerisch-Schwaben

Temperatur-Rekord

Kälter als der Nordpol: So tief fiel das Thermometer einmal in Schwaben

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    Durch eine Kältewelle war die Vils in den Fünfzigern so dick zugefroren, dass die Eisschollen mit beginnendem Tauwetter den Fluss stauten.
    Durch eine Kältewelle war die Vils in den Fünfzigern so dick zugefroren, dass die Eisschollen mit beginnendem Tauwetter den Fluss stauten. Foto: Dicknether

    Bei 100 Grad Celsius kocht Wasser, etwa 37 Grad Celsius Körperwärme hat ein gesunder Mensch, unter null Grad Celsius bildet sich Eis, bei –17,78 Grad Celsius liegt der Nullpunkt der Fahrenheit-Skala und –30 Grad Celsius beträgt die Durchschnittstemperatur am Nordpol im Winter. In Schwaben gab es tatsächlich schon Orte und Tage, an denen das Thermometer jedoch noch weiter nach unten sank. Wer nach der niedrigsten Temperatur sucht, die je in Schwaben gemessen wurde, landet am Ende immer wieder bei genau einem Ereignis. Schuld war eine Kältewelle im Jahr 1956.

    Damals froren die Menschen in ganz Bayern tagelang. Ganz so kalt wie am kältesten Ort des Freistaats überhaupt wurde es dabei zwar nicht; –37,8 Grad Celsius hatte es 1929, gemessen im Wolnzacher Ortsteil Hüll im Landkreis Pfaffenhofen. Und 2001 wurden bei einer inoffiziellen Messung am Funtensee im Berchtesgadener Land sogar –44 Grad Celsius registriert. Doch auch der wahrscheinliche Temperatur-Minusrekord in Schwaben erreichte Tiefstwerte, die sich kaum vorstellen lassen.

    Temperaturrekord: Nicht nur in Oberstdorf war es 1956 unter –30 Grad Celsius

    1956 war es demnach bei einer Messung in Oberstdorf –32 Grad Celsius kalt. An der Oberstdorfer Wetterstation ist dieser Wert vom 10. Februar 1956 der tiefste je gemessene. Angesichts der global steigenden Temperaturen ist es nicht sehr wahrscheinlich, dass der Negativrekord bald gebrochen wird. Oberstdorf war 1956 freilich nicht der einzige Ort, an dem es klirrend und mitunter sogar lebensgefährlich kalt wurde.

    In Waldsassen im Kreis Tirschenreuth in der Oberpfalz sank die Temperatur sogar auf –36,3 Grad. In Wasserburg am Inn im Landkreis Rosenheim wurden –35,1 Grad gemessen, am Tegernsee –34,8 Grad. Alle Messungen stammen wie jene in Oberstdorf vom 10. Februar 1956.

    Allgäu 1956: Drei Erfrorene und viele Verletzte durch Kältewelle

    Aus dem Allgäu wurden damals drei Erfrorene und viele Verletzte gemeldet, viele Gewässer, sogar Flüsse, froren während der Kältewelle zu. Problematisch wurde es auch, als die Temperaturen einige Tage später wieder stiegen und das Eis zu tauen begann. An der Vils im Ostallgäu begannen die Eisschollen, sich an einer Brücke zu stauen. Die Menschen in Pfronten mussten hart arbeiten, um die Schollen zu beseitigen und zu verhindern, dass sich der durch die Schollen gestaute Fluss zu einem Hochwasser auftürmte.

    Tiefere Temperaturen als die –32 Grad Celsius aus dem Februar 1956 in Oberstdorf sind im Allgäu nicht zu finden, Berichte über noch niedrigere Messwerte sind nicht bekannt. Ob die Temperaturen tatsächlich noch nie weiter als auf diesen Wert gefallen sind, ist indes freilich nicht sicher: Aufgezeichnet werden die Messwerte erst seit dem 19. Jahrhundert. Vermutlich dürften aber ohnehin nur wenige Menschen daran Freude haben, derartige Tiefstwerte noch einmal erleben zu müssen.

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