Politischer Aschermittwoch 2026: Die besten Sprüche und Zitate
Politischer Aschermittwoch
„Schmusekätzchen“ Söder und die „Höcke-Bigband“: die besten Sprüche beim Aschermittwoch
Bayerns Parteien liefern sich am Aschermittwoch traditionell einen Schlagabtausch. Bei einer wird besonders viel Klartext gesprochen. Wir haben die knackigsten Sprüche gesammelt.
Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge (links) nennt das Frauenbild von Bundeskanzler Merz „kurz nach Einführung der Spülmaschine stehen geblieben“.Foto: Daniel Löb, dpa
Bei der SPD verweist man dagegen mit Stolz darauf, dass die Tradition „der wichtigsten verbalen Schlägerei der Politik“ vor 107 Jahren in Vilshofen begonnen hat, wo sich die Genossen seit vielen Jahren treffen. Die Demokratie brauche „diesen Klartext“, findet SPD-Chef Lars Klingbeil, der dort zum zweiten Mal auf die Bühne steigt: „Manchmal tut es auch weh beim politischen Aschermittwoch“, befürchtet er.
Netter SPD-Chef Klingbeil will CSU-Kollegin Dorothee Bär auf den Mond schicken
So recht an die Schmerzgrenze will der Bundesfinanzminister aber offenbar nicht gehen: Er sei ja „jetzt netter“ zu Söder, „weil wir in einer Koalition sind“. Dass sich der CSU-Chef in Passau selbst als „Schmusekätzchen“ bezeichnet hat, wollte Klingbeil dann aber doch nicht unkommentiert lassen: „Mit fällt zu Söder echt viel ein – aber Schmusekätzchen wäre das Letzte“.
Ein Niedersachse in Niederbayern: SPD-Chef Lars Klingbeil würde Markus Söder nicht als „Schmusekätzchen“ bezeichnen.Foto: Lukas Barth-Tuttas, dpa
Klingbeil freut sich, dass seine Kabinettskollegin Dorothee Bär (CSU) nach eigenen Angaben zum Mond fliegen will: „Ich habe ihr eine Liste gegeben mit vielen Namen drauf und gesagt: Nimmst du die bitte mit?“ Mit der Haudrauf-Tradition des Aschermittwochs in Niederbayern scheint der Niedersachse jedoch zu fremdeln: Seine Rede klingt über weite Strecken wie ein Grußwort beim Treffen des SPD-Ortsverbandes Vilshofen.
Söder macht sich über „Höcke-Bigband“ bei der AfD lustig
Mit organisatorischen Problemen hat derweil die AfD in Osterhofen zu kämpfen: Die wohl in Thüringen bestellte Trachtenkapelle stand offenbar im Stau, weshalb die musikalische Untermalung zunächst nur aus der Konserve kommt. Söder macht sich deshalb in Passau über die „Höcke-Bigband“ lustig – und bezeichnet AfD-Chefin Alice Weidel als „blonden Kühlschrank aus der Schweiz“.
Weidel stand nicht im Stau, sondern hat den baden-württembergischen Spitzenkandidaten Markus Frohnmaier zum Aschermittwoch geschickt. Doch der liefert wenig Folklore: Er bügelt stattdessen die Vorwürfe der Vetternwirtschaft in seiner Partei als „Medienkampagne“ ab: Verwandtschaftsgrade spielten bei der Beschäftigung von AfD-Mitarbeitern keine Rolle, beteuert er: Für die AfD sei nur wichtig, ob jemand „das nötige Können für den Job“ habe.
Will eher nicht mit Bürgergeld-Empfängern anstoßen: Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger beim politischen Aschermittwoch in Deggendorf.Foto: Armin Weigel, dpa
Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger wettert derweil in Deggendorf gegen den „Nanny-Staat, der uns im Detail sagt, was wir zu tun haben“. Er wolle selbst entscheiden, ob er mit Holz, Gas oder Wärmepumpe heize. Auch mit dem Bürgergeld kann Aiwanger nicht viel anfangen: Er stehe „nicht dafür, dass hunderttausende Menschen in diesem Land morgens eben nicht aufstehen müssen, um in die Arbeit zu gehen, obwohl sie Arbeitsplätze fänden“.
Grüne: Frauenbild von Merz „kurz nach Einführung der Spülmaschine stehen geblieben“
Für Klartext-Sprüche im Aschermittwoch-Stil sorgen derweil die Grünen, die mit doppelter „Frauenpower“ in Landshut antreten: Bundestags-Fraktionschefin Katharina Dröge knöpft sich Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) vor: Dessen Frauenbild sei „kurz nach Einführung der Spülmaschine stehen geblieben“ und pendle irgendwo „zwischen Sissi und Dinner for One“. Ihre Landtagskollegin Katharina Schulze macht sich derweil über Söder lustig. Den CSU-Chef interessiere nur, was ihm politisch nutzen könnte, kritisiert sie: „Markus Söder arbeitet nur für Markus Söder – und das leider in Vollzeit.“
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