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UPM plant Joint Venture: Papierfabriken in Augsburg und Schongau vor Verkauf

Augsburg

Abschied auf Raten: Papierfabriken von UPM sollen in neuer Firma aufgehen

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    UPM plant für sein Geschäft mit grafischen Papieren ein neues Gemeinschaftsunternehmen mit einem Wettbewerber.
    UPM plant für sein Geschäft mit grafischen Papieren ein neues Gemeinschaftsunternehmen mit einem Wettbewerber. Foto: UPM

    100 Millionen Euro pro Jahr – so viel Geld wollen die Papierkonzerne UPM und Sappi mit der Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens einsparen. Geplant ist, das Geschäftsfeld Communication Papers von UPM sowie das Grafikpapiergeschäft von Sappi in Europa in einem neuen Unternehmen aufgehen zu lassen, an dem die beiden bisherigen Konkurrenten in diesem Bereich jeweils 50 Prozent der Anteile halten. Nachdem UPM die Pläne Ende vergangenen Jahres erstmals bekannt gemacht hatte, verkündete das Unternehmen nun eine verbindliche Einigung mit Sappi.

    Kommt alles so wie geplant, hätte das weitreichende Folgen für die Papierfabriken von UPM in Augsburg und Schongau. Schon Ende 2026 oder zu Beginn des kommenden Jahres wäre dann nicht mehr UPM Betreiber der traditionsreichen Standorte. Laut einer UPM-Mitteilung bewerten die beiden Partner den Wert des von UPM eingebrachten Unternehmensteils inklusive acht Papierfabriken in Europa und Nordamerika mit 1,1 Milliarden Euro. Das Europageschäft von Sappi wird auf 330 Millionen Euro taxiert.

    Das neue Unternehmen startet mit großer Hypothek

    Um die Rechnung in Ausgleich zu bringen, sollen UPM 475 Millionen Euro ausbezahlt sowie Forderungen aus geplanten Gesellschafterdarlehen in Höhe von 98 Millionen übertragen werden. Außerdem ist geplant, dass das neue Unternehmen 411 Millionen Euro an Verbindlichkeiten, unter anderem für Pensionen, übernimmt. Sappi soll 90 Millionen an Barmitteln sowie eine Forderung von zehn Millionen aus einem Gesellschafterdarlehen erhalten.

    Um die ehemaligen Eigner auszubezahlen, muss sich das neue Unternehmen zunächst einmal viel Geld leihen. 600 Millionen Euro muss sich das Gemeinschaftsunternehmen von externen Kreditgebern besorgen. Hinzu kommt eine Kreditlinie von 100 Millionen Euro, die den laufenden Betrieb sichern soll, heißt es in der Mitteilung von UPM. Ein weiterer Teil des Kaufpreises soll durch die erwähnten Gesellschafterdarlehen finanziert werden. Weitere finanzielle Unterstützung hat das neue Unternehmen von seinen Anteilseignern aber nicht zu erwarten, heißt es weiter.

    Die Optimierung von Anlagen und Logistik, eine effizientere Beschaffung und ein gestrafftes Produktportfolio sollen die erhofften Einsparungen von 100 Millionen Euro pro Jahr ermöglichen und die Zukunft des seit Jahren schrumpfenden Papiergeschäfts sichern. Welche Folgen die Pläne für einzelne Standorte haben, ist bislang unklar. UPM hat in den vergangenen Jahren bereits eine Reihe von Werken geschlossen und Maschinen stillgelegt. Zuletzt traf es in der Region im Jahr 2025 den Standort Ettringen mit 235 Beschäftigten. In Augsburg befindet sich neben der traditionsreichen Papierfabrik auch die Zentrale des betroffenen UPM-Geschäftsbereichs.

    Die Kartellbehörden müssen erst noch zustimmen

    Die Pläne müssen allerdings noch einige Hürden überwinden. Zum einen fehlt noch die Zustimmung der Sappi-Aktionäre. Zum anderen prüfen neben der Europäischen Kommission noch eine Reihe von Kartellbehörden, auch in den USA und China. Ist das neue Unternehmen erfolgreich, soll es zunächst die Gesellschafterdarlehen zurückzahlen und danach Dividenden abführen. In das Tagesgeschäft einmischen wollen sich die Anteilseigner aber nicht.

    Die Gründung der neuen Gesellschaft würde auch einen kompletten Rückzug eines oder beider Partner aus dem Geschäft leichter machen, daraus macht auch UPM keinen Hehl. „Drei Jahre nach Vollzug der Transaktion, wenn das Joint Venture die Integration voraussichtlich abgeschlossen und die Synergien realisiert haben wird, haben beide Anteilseigner die Möglichkeit, ihre Anteile zu veräußern“, heißt es in der Mitteilung.

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