Sie hatten auf eine ruhige Nacht gehofft. Klaus Kratzer und seine Frau Sabine sind seit einer Woche in Bahrain, aktuell in einem Hotel auf den Amwaj-Inseln unweit der Hauptstadt Manamah. Fast jede Nacht wurde das Ehepaar aus Gersthofen bei Augsburg von Sirenen geweckt, weil eine US-Militärbasis wenige Kilometer entfernt angegriffen wurde. Doch von Mittwoch auf Donnerstag sei es endlich still gewesen. „Wir hatten die Hoffnung, dass das Ganze jetzt abflacht“, sagt Kratzer am Telefon. „Aber wir wurden eines Besseren belehrt.“
Iran greift Manamah, Hauptstadt von Bahrain, an
Denn das Gegenteil war der Fall, mehrere laute Knallgeräusche weckten sie in der Nacht von Donnerstag auf Freitag, die Scheiben vibrierten. Bald sei ihnen klar gewesen: Da muss etwas eingeschlagen sein. Und das bestätigte in der Früh auch das bahrainische Fernsehen. Dort konnten sie sehen, dass ein Gebäude brannte. Mit eigenen Augen sahen sie das nicht – aus Sicherheitsgründen verlassen sie das Hotel aktuell nicht. Auch tagsüber hörten sie immer wieder „Detonationen“, wahrscheinlich vom Abschuss von Raketen oder Drohnen.
Die bahrainische Regierung bestätigte den Angriff in der Nacht. Zwei Wohnhäuser und ein Hotel in der Hauptstadt Manamah seien zum Ziel „iranischer Aggression“ geworden, teilte das Innenministerium des Golfstaats mit. Verletzte oder Tote soll es nicht gegeben haben. Nur einen Tag zuvor hatte ein Raketenangriff einen Brand in der wichtigsten staatlichen Ölraffinerie des Landes ausgelöst.
Die Reisegruppe steht in Kontakt mit der Botschaft
Für Klaus Kratzer und seine Frau verändert sich die Situation dadurch erstmal nicht, sie bleiben im Hotel. Das Ehepaar reiste am 26. Februar nach Bahrain, um an einer Kreuzfahrt teilzunehmen. Nun versuchen sie seit Tagen, einen Weg in die deutsche Heimat zu finden. Am Freitag sei nach den Angriffen nun auch die deutsche Botschaft mit Mitreisenden ihrer Reisegruppe in Kontakt getreten. Zwischenzeitlich wollte das Paar bis zu seinem Rückflug am 9. März vor Ort ausharren, nach den Angriffen hoffen die beiden, dass eine baldige Ausreise möglich ist.
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