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Hackertreffen 30C3: Nach Snowden-Enthüllungen: Mehr Besucher bei CCC

Hackertreffen 30C3

Nach Snowden-Enthüllungen: Mehr Besucher bei CCC

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    Unter dem Motto "Freiheit statt Angst" demonstrieren Teilnehmer für Bürgerrechte und Datenschutz. Die Demonstration fand im Rahmen des 30. Chaos Communication Congress (30C3) statt.
    Unter dem Motto "Freiheit statt Angst" demonstrieren Teilnehmer für Bürgerrechte und Datenschutz. Die Demonstration fand im Rahmen des 30. Chaos Communication Congress (30C3) statt. Foto: Bodo Marks, dpa

    Die NSA-Spähaffäre hat dem noch bis Montag dauernden Kongress des Chaos Computer Clubs bereits einen Besucherrekord beschert. In den ersten drei Tagen seien etwa 8600 Teilnehmer nach Hamburg gekommen, sagte die Sprecherin der Hacker-Vereinigung, Constanze Kurz, am Sonntag. Damit sei es der mit Abstand größte Kongress bisher. Im vergangenen Jahr seien gut 6000 Teilnehmer gekommen.

    Der Sonntag stand im Zeichen des Hackens

    Am Sonntag, dem dritten Kongresstag, widmeten sich die Hacker ihrer klassischen Leidenschaft: dem Hacken. Mehrere Vorträge beschrieben, wie IT-Produkte geknackt werden können, darunter Funkchips, Prozessoren oder Ausweisdokumente in China. Zudem gab es eine Veranstaltung speziell für den Nachwuchs der Szene.

    Chaos Communication Congress: Redner rufen zum Widerstand gegen Spähprogramme

    Auch die Überwachungsprogramme von Geheimdiensten wurden diskutiert. "Mich hat die kämpferische, positive Grundstimmung schon gewundert", sagte CCC-Sprecherin Kurz. Anstatt angesichts der weitreichenden Programme zu resignieren, gebe sich die Szene kämpferisch. Mehrere Redner riefen zum Widerstand auf.

    Julian Assange per Videoübertragung bei 30C3

    Chronologie: Julian Assange und Wikileaks

    Der Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks, Julian Assange, hat mit der Veröffentlichung von Geheimdokumenten vor allem den Zorn der US-Regierung auf sich gezogen. Seine Festnahme in England erfolgte nach Vergewaltigungsvorwürfen aus Schweden.

    Juli 2010: Wikileaks veröffentlicht im «Afghanischen Kriegstagebuch» mehr als 70 000 Dokumente über den Krieg der Alliierten am Hindukusch.

    August 2010: Die Stockholmer Staatsanwaltschaft erlässt Haftbefehl wegen Verdachts der Vergewaltigung. Assange spricht von einer Verleumdungskampagne. Nach wenigen Stunden hebt die Behörde den Befehl wieder auf, ermittelt aber weiter.

    Oktober 2010: Im «Tagebuch des Irak-Krieges» veröffentlicht Wikileaks fast 400 000 Geheimdokumente.

    November 2010: Schwedens Justiz stellt erneut einen Haftbefehl aus. Es gilt als sicher, dass Assange in England ist. Ein EU-weiter Haftbefehl scheitert zunächst an einem Formfehler. Schweden bessert nach. Mit der Veröffentlichung von mehr als 250 000 vertraulichen Informationen aus US-Botschaften sorgt Wikileaks erneut für Aufsehen.

    Dezember 2010: Die britische Polizei verhaftet Assange. Nach einer Woche Untersuchungshaft wird er gegen eine Kaution von umgerechnet 288 000 Euro entlassen, muss aber eine elektronische Fußfessel tragen. Das Tauziehen um die Auslieferung beginnt.

    Februar 2011: Der Belmarsh Magistrates Court im Süden Londons gibt dem Auslieferungsbegehren nach Schweden statt. Assange strengt ein Berufungsverfahren vor dem obersten Zivilgericht, dem High Court, an.

    November 2011: Assange verliert vor dem High Court, legt aber Einspruch gegen die Entscheidung ein.

    Dezember 2012: Der High Court entscheidet in zweiter Instanz, der Fall Assange dürfe dem Obersten Gerichtshof, dem Supreme Court, vorgelegt werden.

    Februar 2012: Die Verhandlung vor dem Supreme Court endet nach zwei Tagen ohne Bekanntgabe des Urteils.

    Mai 2012: Der Supreme Court verkündet, dass Assange an Schweden ausgeliefert werden kann. Die Assange-Anwälte können binnen 14 Tagen beantragen, das Verfahren neu aufzurollen, was sie auch tun.

    Juni 2012: Assange scheitert vor dem Supreme Court mit seinem Einspruch gegen die Auslieferung. Er kann jetzt noch vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte nach Straßburg ziehen. Wenige Tage später flieht er in die Botschaft von Ecuador in London und beantragt politisches Asyl. Die britischen Behörden drohen mit einer Festnahme, falls Assange die Botschaft verlassen sollte. Ecuador sagt die Prüfung des Asylantrages zu.

    Juli 2012: Assange nimmt sich den als «Tyrannenjäger» bekannt gewordenen spanischen Juristen Baltasar Garzón zum Anwalt. Garzón hatte unter anderem 1998 den chilenischen Ex-Diktator Augusto Pinochet angeklagt. August 2012: Die schwedische Staatsanwaltschaft lehnt ein Angebot ab, Julian Assange in der Botschaft Ecuadors zu vernehmen. Er müsse in Schweden verhört werden. Ecuadors Präsident Rafael Correa dementiert britische Medienberichte über eine Asyl-Entscheidung zugunsten Assanges. Es gebe noch keine Entscheidung.

    Am späten Sonntagabend steht noch ein Auftritt von Julian Assange auf dem Programm. Der Wikileaks-Anführer soll per Videoübertragung aus der Botschaft von Ecuador in London sprechen, wo er sich seit mehr als einem Jahr aufhält. Der Auftritt sorgte im Vorfeld für Unstimmigkeiten. Mehrere weibliche Aktivisten kritisierten, dass Assange sprechen dürfe, während ihm in Schweden sexuelle Übergriffe vorgeworfen werden. Assange fürchtet eine Auslieferung in die USA, sollte er in Schweden zu den Vorwürfen aussagen müssen, und ist deshalb in die Botschaft geflüchtet. dpa/AZ

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