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Dillingen
08.06.2021

Für was am Dillinger Krankenhaus Geld ausgegeben wird

Am Dillinger Krankenhaus sind mehrere Investitionen geplant. Das Foto zeigt den Eingang der Klinik, der sich coronabedingt in den vergangenen Monaten bereits etwas verändert hat.
Foto: Vanessa Polednia (Archiv)

Bestimmte Kosten für die Klinik sind als „bedarfsnotwendig“ anerkannt worden. Was das bedeutet und woher das Geld kommt.

Vor einigen Tagen verkündete der bayerische Krankenhausplanungsausschuss, dass er Investitionen an der Dillinger Kreisklinik als bedarfsnotwendig anerkennt. Auf Rückfrage erklärte Dillingens Landrat Leo Schrell, was das bedeutet und welche Investitionen gemeint sind.

Die Geschäftsführung der Kreiskliniken Dillingen-Wertingen sei demnach im Sommer 2020 damit betraut worden, sich im Zuge der Neustrukturierung/Weiterentwicklung der Kreiskliniken Dillingen-Wertingen mit verschiedenen Themen auseinanderzusetzen. Dabei ging es um die Weiterentwicklung der beiden Häuser, um weiter eine „qualitativ hochwertige, wohnortnahe stationäre Gesundheits-/Grundversorgung im Landkreis Dillingen“ zu sichern und dabei möglichst wirtschaftlich zu arbeiten.

Mehr medizinische Leistungen in St. Elisabeth

In den folgenden Aufsichtsratssitzungen Ende 2020 wurden drei Handlungsfelder für optimale medizinische Klinikstrukturen definiert, welche die Neuausrichtung der Kreiskliniken einläuten sollen.

Daraus abgeleitet wurden Handlungsfelder identifiziert, die nicht voneinander getrennt gesehen werden sollten, sondern laut Landrat es nur gemeinsam durch strukturelle Veränderungen ermöglichen, das Ziel zu erreichen:

Konsolidierung/Bündelung und Ausbau der medizinischen Leistungen an der Kreisklinik St. Elisabeth, Dillingen, mit der Zielsetzung: Zentralisierung von ineinandergreifenden Leistungsangeboten zur Steigerung der Qualität und Wirtschaftlichkeit. Dazu gehören die Sicherstellung der Zentralen Notfallversorgung hin zur erweiterten Notfallversorgung (derzeit Stufe 1 „Basisversorgung“, für die Zukunft Stufe 2 „erweiterte Notfallversorgung“), die Innere Medizin mit den Schwerpunkten Gastroenterologie, Kardiologie (konservativ und invasiv)/Angiologie und Nephrologie mit der Option der Erweiterung der internistischen Expertise, die Chirurgie mit Unfallchirurgie/Orthopädie im Rahmen der Akutversorgung spezialisiert auf die Alterschirurgie/Alterstraumatologie und hin zu einem regionalen Traumazentrum, Ausbau der Gefäßchirurgie hin zur Gefäßmedizin, Thoraxchirurgie, die Gynäkologie und Geburtshilfe. Und daran angepasst eine leistungsstarke Anästhesie und Intensivmedizin inklusive Etablierung einer Intermediate Care Einheit.

Die Grundversorgung muss sichergestellt sein

Konzeptionelle Änderung der Medizin an der Kreisklinik Wertingen: Sie wird neben der Sicherstellung der wichtigen Grundversorgung in den Bereichen Innere Medizin (allgemein-internistisch) und Chirurgie (inklusive Notfallversorgung gemäß Basisversorgung) im Bereich der Altersmedizin mit dem Aufbau einer geriatrischen Versorgung (im ersten Schritt Akutgeriatrie, im weiteren Schritt Geriatrische Rehabilitation mit der Vision des Aufbaus eines geriatrischen Versorgungsnetzes im Landkreis Dillingen) weiterentwickelt. Diese Ausdifferenzierung sichere neben der Grundversorgung der Bevölkerung auch den Standort durch einen medizinischen Schwerpunkt.

Der bisherig geführte Schwerpunkt der Inneren Medizin, die Kardiologie, soll in Wertingen aufgelöst und sowohl konventionell wie auch interventionell am Standort Dillingen in einer Übergangsphase 2022/2023 aufgebaut werden.

Zur erfolgreichen Neuausrichtung der Kreiskliniken Dillingen-Wertingen beschäftige man sich ganz besonders mit der baulichen Weiterentwicklung der Kreiskliniken, so Landrat Schrell. Insbesondere die Kreisklinik St. Elisabeth, Dillingen, sollte dazu ins Zentrum gerückt werden, denn das Gebäude der Kreisklinik sei zwischenzeitlich 30 Jahre alt. „Hier wird ein massives Invest notwendig sein.“

Während sich in Dillingen baulich-funktionelle Defizite durch das gesamte Gebäude ziehen, sei das Hauptgebäude des Krankenhauses Wertingen in den zurückliegenden Jahren bereits völlig neu gebaut beziehungsweise saniert worden. Vor diesem Hintergrund liege der Schwerpunkt hinsichtlich der baulichen Weiterentwicklung vorerst beim Standort Dillingen: Geplant sind demnach eine Errichtung einer neuen Zentralen Interdisziplinären Notaufnahme; die Errichtung einer neuen Intensivstation mit Möglichkeit der Angliederung einer Intermediate Care Einheit (IMC) und die Erweiterung der internistischen Funktionsdiagnostik mit Etablierung eines neuen Linksherzkathetermessplatzes/Herzkatheterlabors einhergehend mit Erschließung einer weiteren internistischen Station.

Wie viele Betten werden gebraucht?

Auf Basis einer Bestandsaufnahme und in Abwägung möglicher Förderprogramme zur Realisierung dieser Maßnahmen hatte der Aufsichtsrat Ende Februar dieses Jahres beschlossen, dass es das Ziel ist, mit den geplanten Maßnahmen in das Bayerische Jahreskrankenhausbauprogramm aufgenommen zu werden.

Der Dillinger Apotheker Dr. Matthias Schneider erklärt, warum man sich testen lassen sollte.
Video: Cordula Homann

Damit verbunden sei ein komplexer Vorgang, der im ersten Schritt den sogenannten Antrag auf Bettenbedarfsfeststellung beinhaltet. Am 19. Mai habe man von der „erfreulichen Entscheidung“ erfahren, dass im Rahmen des Krankenhausplanungsausschusses vom 18. Mai der Bedarf für die geplanten Bau- und Investitionsmaßnahmen an der Kreisklinik St. Elisabeth, Dillingen, festgestellt worden ist. „Daran anknüpfend arbeiten wir nun stringent daran, noch in 2021 den Antrag auf Aufnahme in das Jahreskrankenhausbauprogramm des Freistaates Bayern zu stellen und entsprechende Zuwendungsanträge stellen zu können.“ Schrell rechnet mit einem Zeitfenster bis ins Jahr 2022.

Erst mit Aufnahme in das Jahreskrankenhausbauprogramm lassen sich im Weiteren die Zeitschiene und Realisierung zeitlich fassen. Zum aktuellen Status ließen sich noch keine seriösen Aussagen zu den Kosten der geplanten Bau- und Investitionsmaßnahmen treffen.

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