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Birkenried: Minister Fabian Mehring wird Taufpate für eine Pflanze und eine Paprika

Birkenried

Minister Fabian Mehring wird Taufpate für eine Pflanze und eine Paprika

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    Staatsminister Fabian Mehring (links) vollzieht die Taufe der Pflanzen "Eva und Marie".
    Staatsminister Fabian Mehring (links) vollzieht die Taufe der Pflanzen "Eva und Marie". Foto: Christina Brummer

    In Birkenried herrscht am freien Maifeiertag großer Andrang. Radlergruppen sind angereist oder durchgereist, so genau weiß man das nicht. Für den Garten-Saisonstart hat die Gärtnerei Eber eigens ihre Pforten geöffnet. Wo es zur Pflanzentaufe geht? „Mit dem Ministerpräsidenten? Einmal nach dem Gewächshaus links und dann wieder rechts“, erklärt ein Parkplatzeinweiser. Holla, hat sich Markus Söder nach der Wiedereröffnung der millionenschweren Königs-Grotte am Mittwoch in Schloss Linderhof nun auch am Donnerstag zu einem freudigen Anlass die Ehre gegeben? Und noch dazu zu einem, bei dem ein Gemüse im Mittelpunkt steht? Nein, in der Gärtnerei wartet nicht der Ministerpräsident, sondern der Digitalminister. Der darf aber sogar, anders als angekündigt, nicht nur Taufpate für die „Bayerische Pflanze des Jahres“ und das „Gemüse des Jahres“ sein, sondern sogar die Taufe selbst vollziehen. Und wozu das Ganze?

    Digitalminister? „Kenn‘ ich nicht“, murmelt ein älterer Herr und Gärtnereibesucher. Man sei nur wegen der Pflanzen vorbeigekommen und nun sehe man sich auch die Taufe einmal an. „Aber warum Digitalminister? Da hätte man eher die Frau Kaniber erwartet“, so das Urteil des Zuschauers. Die Taufe der beiden Gewächse ist für Gärtnereien in Bayern schon so etwas wie Tradition. 200 Betriebe, die beim Bayerischen Gärtnerei-Verband (BGV) Mitglied sind, beteiligen sich an der Aktion und verkaufen zunächst die Pflanze des Jahres exklusiv. Getauft wird, so schreibt der Verband in einer Pressemitteilung, „von einer Person des öffentlichen Lebens“ getauft. Gleiches gilt für das „Gemüse des Jahres“.

    Pepe die Paprika hat eigentlich schon einen Namen

    Und diese Person des öffentlichen Lebens ist in diesem Falle Digitalminister Fabian Mehring (FW), der sich im grünen Anzug und mit, laut eigenen Aussagen, nicht ganz so grünem Daumen augenscheinlich gern den Spaß mitmacht. Gastgeberin Isabell Eber, Inhaberin der Gärtnerei, präsentiert die beiden Täuflinge: Die Begonie Eva und ihre Blühpartnerin Marie seien „bienenfreundlich, pflegeleicht und harmonisch im Wuchs“, das Gemüse, Bratpaprika Pepe, verdiene ebenfalls Aufmerksamkeit. Die Pflanze sei ideal für den Topf oder das Beet. Also ein unkomplizierter Zeitgenosse. Die Paprika „Pepe“ hat eigentlich schon einen Namen, den Gundelfingens Bürgermeister Dieter Nägele kennt: „Piementos de Padrón“. Diese gebe es häufig in Spanien als Tapas, also kleine Appetitanreger. In Deutschland spielt die etwa zehn Zentimeter große Schote eher eine kleine Rolle im Supermarktregal.

    Vielleicht ändert sich das aber nun mit dem Ehrentitel. Politiker teilten sich die Ehre, Menschen verheiraten zu dürfen, mit den Pfarrern, führt Mehring unter dem gleißenden Sonnenlicht aus. Pfarrern obliegt dann allerdings allein das Privileg, Menschen zu taufen. Nicht nur Taufpate, sondern auch Täufer darf Mehring an diesem Tag sein und die Pflanzen gebührend wässern. „Meine Frau sagt immer, ich sei ein Palliativgärtner“, witzelt Mehring. Er bringe zwar Pflanzen mit nach Hause, die würden dann allerdings nicht lange durchhalten. Schließlich sei er viel unterwegs. „Pflanzen sind Heimat“, verkündet der Politiker. Sie wüchsen hier, egal, wo sie danach hinverschickt werden. Und das Säen und Gedeihenlassen sieht der Minister auch als Möglichkeit an, dass sich auch Kinder mit dem Wert der Vegetation und dabei mit dem Thema Klimawandel beschäftigen können. Anders als mit Klimadiagrammen und abstrakten 1,5-Grad-Zielen, so Mehring.

    „Bitte, mit der Digitalisierung nicht übertreiben“

    Pflanzen seien zudem auch ein Quell der guten Laune und die sei ja in den aktuellen Zeiten auch nicht verkehrt, so Mehring. Ein bisschen politisch wird es dann aber in der Ansprache von BGV-Vize Willy Enßlin. Zum Thema Digitalisierung hat der nämlich einen Wunsch an den Minister: „Bitte mit der Digitalisierung nicht übertreiben.“ Früher sei man für ein paar Anträge ins Landwirtschaftsamt gegangen, habe den Antrag dort unkompliziert ausgefüllt, mit den Angestellten geratscht und das Ganze sei erledigt gewesen. Heute müsse alles viel mühsamer am PC erledigt werden.

    Man sei mit dem Verband in einem guten Miteinander, sagt Mehring, der überzeugt ist, dass es in Sachen Digitalisierung in Bayern besonders gut läuft. Es läuft an diesem Tag auch gut für die Gärtnerei Eber. Seit 1928 ist die Gärtnerei in Familienbesitz und verkauft inzwischen auch in einem eigenen Online-Shop nach ganz Europa, wie Chefin Isabell Eber sagt.

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