Donnerstagmorgen im Dillinger Eichi. Das Freibad hat gerade erst geöffnet, und die Sonnenstrahlen tasten sich vorsichtig durch die Wolken. Am Rand des Schwimmerbeckens hat Dritte Bürgermeisterin Erika Schweizer besondere Gürtel in Gelb und Blau zurechtgelegt. Sie dienen dazu, die Trägerin oder den Träger im Wasser oben zu halten, „schweben“ zu lassen. Denn beim Familienfest der Donau Zeitung anlässlich des 75-jährigen Bestehens wird es auch sportlich. Unsere Redakteurin hat es ausprobiert.
Los geht es um kurz nach 9 Uhr mit Aqua-Jogging. Schweizer ist nicht nur Bürgermeisterin in Dillingen, sondern auch Aquafitness-Trainerin. Sie steht in Sportkleidung am Beckenrand und erklärt den Teilnehmerinnen – und einem Teilnehmer – ihres Workshops, wie sie die Gürtel anlegen müssen. „Der Bauch darf raus“, sagt sie, während sie die Schnalle um meine Körpermitte enger zieht. Und tatsächlich: Den Bauch drückt es nach unten und vorn. Das Gefühl ist unangenehm, doch Schweizer erklärt: „Das muss.“ Im Wasser lockere sich die Spannung von selbst.
Und schon geht es los. Zugegeben, bei 17 Grad Außentemperatur fällt das Hinabsteigen ins Wasser nicht ganz so leicht. Doch schnell fühlt es sich darin wärmer an als draußen. „Wie Krautstampfen“, erklärt Schweizer die Bewegung. Ich „stehe“ aufrecht im Wasser, wie sie beschreibt, „schwebe“. Denn den Boden berühre ich nicht. Doch mein Gürtel verhindert, dass ich untergehe. Beim Stampfen versuche ich, den Körper leicht – „drei Grad“, wünscht sich die Trainerin konkret – nach vorn zu neigen. Und merke dabei schnell: Um das Gleichgewicht halten zu können, ist einiges an Spannung notwendig. Und auch die Arme müssen mitgehen.
Die bewegen wir zuerst wie beim Brustschwimmen. Später erklärt Schweizer, wie wir die Hände formen, als würden wir „rohe Eier halten“ und nach hinten schwingen. So bewegen wir uns langsam durchs Becken. Zuweilen kaum merklich. „Ganz normal“, sagt Schweizer. Es gehe nicht darum, schnell zu sein. Sondern darum, die Bewegungen richtig auszuführen, die Beine ordentlich durchzustrecken und aufrecht zu bleiben. „Ich brauche manchmal fünf Minuten für eine Bahn“, verrät die Trainerin, ehe sie noch den Zweistufenschritt – Knie weiter hoch –, den Hürdenlauf – mit den Beinen ausholen – und den Robo-Schritt – Gliedmaßen schön strecken und steif bewegen wie ein Roboter – erklärt.
Aqua-Jogging im Dillinger Eichwaldbad: Anstrengend, aber spaßig
„Anstrengend!“, finden die Teilnehmerinnen um mich herum. Und ich kann nur zustimmen. Von außen mag es nicht so aussehen, doch im Wasser wird es schnell warm. Und auch die Koordination fällt als Anfängerin nicht leicht. Noch dazu muss ich gestehen: Das wir tatsächlich Bahnen joggen – wir bringen es in etwa einer Dreiviertelstunde auf vier, müssen schließlich noch üben –, war mir vorab nicht klar. Ich habe gedacht, wir bleiben auf der Stelle. Doch nun bin ich um eine sportliche Erfahrung reicher.
Genauso neu ist für mich das Schwingen mit den Smovey-Ringen. Dafür bewegen sich rund 40 Frauen, Männer und Kinder nicht im Wasser, sondern auf dem Rasen direkt am Eichi-Eingang. Susanne Lutmayr und Bettina Hübner stehen als Trainerinnen vorn und bitten immer wieder: „Lächeln!“ Denn das wirke sich auf den ganzen Körper aus. Die Smovey-Ringe, das sind hohle Reifen, in denen mehrere Kugeln hin- und herrollen. Dabei machen sie ein Geräusch, das an das Ratschen eines Reißverschlusses erinnert. Alle Teilnehmenden bekommen zwei Reifen in die Hände – und es wird zu fröhlicher Musik losgeschwungen.
Mal schneller, mal langsamer, mal nach vorn, hinten, zur Seite, hoch und runter. Mit jedem Drehen, Schütteln und Strecken fühlt sich das Vibrieren der Kugeln in den Smovey-Ringen anders an. Und auch bei diesem Sport wird es anstrengend. Denn die Reifen, die 500 Gramm wiegen, fühlen sich mitunter schwerer an, wenn ich sie mit gestreckten Armen für eine Weile nach oben hebe. Lutmayr meint es gut mit mir, und gibt mir „zum Probieren“ noch ein schwereres Paar Ringe – jetzt wiegt einer 750 Gramm. „Für alle, die mehr Power wollen“, sagt sie, und lächelt. Und ich komme in der Vormittagssonne ins Schwitzen.
75 Jahre Donau Zeitung: Das große Fest in Bildern
Ich lerne: Smovey schwingen ist für jeden was, kann in Tempo und Schwierigkeitsgrad für alle körperlichen Befindlichkeiten angepasst werden. Es ist mal Anstrengung und Kondition, aber auch Koordination und Gleichgewicht. Und es ist Entspannung, wenn ich die Ringe über den Oberkörper, den Nacken oder die Füße rolle und der Vibration nachspüre. Um mich herum sind die Teilnehmenden begeistert – egal ob Anfänger oder Fortgeschrittene.
Dann wird es für die Kinder spaßig. Um 14 Uhr ist der Wasserrutschenwettbewerb für alle zwischen sechs und 14 Jahren angesetzt. Schon eine Viertelstunde vorher stehen sie Schlange an der großen Rutsche. 39 sind es, die sich in der Geschwindigkeit messen. Mitmachen kann ich nicht, ich bin deutlich zu alt für das Vergnügen. Doch ich sehe den Kindern die Aufregung und die Vorfreude an, wie sie da zappelnd in der Reihe stehen. Ein elfjähriges Mädchen, das mit ihrer Freundin da ist, ist zuversichtlich, es aufs Treppchen zu schaffen. „Nur schade, dass ich nicht auf den Knien rutschen darf. Da wäre ich noch schneller!“, sagt sie selbstsicher. Erlaubt ist es nämlich nur, auf dem Hintern zu rutschen.
Am Ende ist es eine knappe Geschichte. Es sind zum Teil Millisekunden, die die Kinder voneinander trennen. Auf Platz drei landet Luca, auf Platz zwei Jana. Ganz oben auf dem Siegertreppchen steht Alina mit einer Zeit von 13,25 Sekunden. Alle drei springen freudig in die Luft. Sie haben sich Gutscheine für den Freibad-Kiosk verdient.
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