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Friedberg: Bahnhofstraße: Stadt bekräftigt Vorwürfe gegen die Telekom

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Bahnhofstraße: Stadt bekräftigt Vorwürfe gegen die Telekom

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    Der Umbau der Bahnhofstraße in Friedberg verzögert sich, die Stadt schiebt die Verantwortung dafür der Telekom zu, die mit der Verlegung ihrer Kabel länger braucht als geplant.
    Der Umbau der Bahnhofstraße in Friedberg verzögert sich, die Stadt schiebt die Verantwortung dafür der Telekom zu, die mit der Verlegung ihrer Kabel länger braucht als geplant. Foto: Marlene Volkmann

    Die Telekom trägt die alleinige Schuld an den Verzögerungen bei der Neugestaltung der Bahnhofstraße. So sieht es jedenfalls die Stadt Friedberg. Bürgermeister Roland Eichmann (SPD) erneuerte bei der Stadtratssitzung am Donnerstagabend seine Vorwürfe gegen das Unternehmen, das "inkompetent, chaotisch und in keiner Weise professionell" arbeite. "Es ist absurd, das jetzt uns als Stadtverwaltung zuzuschieben", sagte er vor zahlreichen Anwohnern und Geschäftsleuten. Die Telekom hat Eichmanns Kritik bereits zurückgewiesen

    Wie berichtet, dauert die Verlegung der Telefon- und Internetleitungen in der Bahnhofstraße einen Monat länger als vertraglich vereinbart. Weil die Telekom ihre Arbeiten voraussichtlich erst zum 1. November abschließen kann, geriet der ganze Bauzeitenplan ins Wanken. Ursprünglich sollte nämlich bereits Anfang Oktober mit den Erdarbeiten begonnen werden, um noch vor dem Winter mit dem Pflastern zu beginnen oder zumindest provisorische Gehwege samt Bordsteinen und Rinnensystem herzustellen. 

    Bahnhofstraße Friedberg: Jetzt hängt alles vom Wetter ab

    Ob das gelingt, hängt stark vom Wetter ab. Wie Moritz Ladwig von der Tiefbauabteilung der Stadt erläuterte, muss nämlich nach Abzug der Telekom aus der Bahnhofstraße der Boden in der gesamten Breite eineinhalb Meter tief ausgebaggert und anschließend neu mit Kies aufgefüllt werden. Falls dabei weitere archäologische Funde auftauchen, könnte es noch einmal zu Verzögerungen kommen. Die beauftragte Firma Gruber stehe Gewehr bei Fuß und habe dafür eigens Bautrupps von anderen Projekten abgezogen. 

    Ladwig berichtete detailliert von den Problemen mit der Telekom, die man erstmals im Juli 2017 über das Vorhaben informiert habe. Bei weiteren Treffen mit den sogenannten Spartenträgern - also Stadtwerke, LEW und andere Versorgungsunternehmen, die hier ihre Leitungen legen - habe die Telekom nicht teilgenommen. Im Dezember 2020 sei dann erstmals ein Telekom-Vertreter anwesend gewesen, der aber nichts von der geplanten Umgestaltung der Bahnhofstraße gewusst habe. Noch im März 2021 habe der Konzern mitgeteilt, dass er keine Veranlassung sehe, tätig zu werden. Das Problem dabei: Die Stadt kann keinen Einfluss auf diese Arbeiten nehmen, weil die Leitungen im Eigentum der jeweiligen Unternehmen sind. 

    Friedberg holt sich juristischen Beistand gegen die Telekom

    Bei Vor-Ort-Terminen sei alles dokumentiert, protokolliert und der Telekom zur Verfügung gestellt worden - um anschließend zu versanden, so Ladwig. Unter diesem Eindruck habe sich die Stadt juristischen Beistand geholt und schließlich im Juli mit der Telekom eine Vorfinanzierungsvereinbarung getroffen, in der die Fertigstellung bis Ende September fixiert war. Dieser Termin wird voraussichtlich um vier Wochen überschritten. 

    Die Stadt Friedberg will die Telekom auf Schadensersatz verklagen.
    Die Stadt Friedberg will die Telekom auf Schadensersatz verklagen. Foto: Rainer Jensen, dpa

    Ursprünglich sei man von sechs bis acht Wochen Spartenbauzeit ausgegangen, nun seien es 16 bis 18 Wochen, sagte Tiefbauingenieur Ladwig. Damit seien alle zeitlichen Reserven aufgebraucht. Die Stadt lässt nun die Mehrkosten erfassen, die durch diese Verzögerung entstehen. "Wir werden jeden Cent einklagen", sagte Bürgermeister Eichmann: "Es kann nicht sein, dass so ein Konzern glaubt, mit uns Schlitten fahren zu können." 

    Eichmann wies zudem die Kritik an seiner Entscheidung zurück, bei der für Montag geplanten Informationsveranstaltung für die Anwohner und Geschäftsleute aus der Bahnhofstraße keine Öffentlichkeit zuzulassen. Dabei würden Einzelprobleme diskutiert, sagte er. Die quer durch die Fraktionen vorgetragene Forderung, dass wenigstens Vertreter des Stadtrats teilnehmen können, ließ er zunächst unbeantwortet. Erst auf Nachfrage unserer Redaktion teilte er am Freitagmittag mit, jede Fraktion könne einen Teilnehmer benennen. 

    Friedberger Stadtrat vermisst Informationen

    Thomas Kleist (CSU) sieht in der Bahnhofstraße aber sehr wohl ein öffentliches Thema. Er erinnerte daran, dass der Stadtrat ursprünglich beschlossen hatte, die Maßnahme im Jahr 2021 durchzuziehen. Nur weil die Verwaltung auf mögliche Verzögerung hingewiesen habe, sei der Abschluss auf Mai 2022 gelegt worden. "Es ist jetzt wichtig, der Öffentlichkeit einen detaillierten Bauzeitenplan vorlegen zu können", sagte er. Manfred Losinger (CSU) kritisierte, dass sich die Verzögerungen offenbar seit Langem abgezeichnet hätten, ohne dass der Stadtrat informiert worden sei,

    Petra Gerber (CSU) kritisierte die rutschigen Stege, über die Fußgänger zu den Häusern gelangen. Zum Marktsonntag am 7. November würden die Geschäftsleute aus der Bahnhofstraße gerne eine Aktion starten, wenn die Zugänglichkeit gesichert sei, sagte sie. Auch Claudia Eser-Schuberth (Grüne) bezeichnete die Stege als "ganz fürchterlich" und verlangte eine Konstruktion, auf der die Menschen sicher in ihren Häuser kommen könnten. 

    Wiederbelebung der Friedberger Bahnhofstraße

    Johannes Hatzold (Freie Wähler) stellte die Frage, ob die Leute in der Bahnhofstraße überhaupt eine Interimsasphaltierung wollten und ob man die bereits sukzessive zurückbauen könnte, während die Pflasterarbeiten liefen. "Wir sind bei allem dabei, was zur Wiederbelebung der Straße beiträgt", betonte er.

    "Es ist traurig, wie sich der Konzern verhält und die von ihr beauftragte Firma arbeitet", sagte Wolfgang Rockelmann (Parteifreie Bürger). Die Verfüllungen über den Telekom-Leitungen sehen nach seinen Worten verboten aus, an den Nachbargebäuden seien Schäden entstanden. Rockelmann schlug vor, die Stadt solle die Verantwortlichen der Telekom namentlich benennen, an die sich die betroffenen Bürger dann wenden könnten. 

    Bis zum Friedberger Altstadtfest 2022 soll der Umbau der nördlichen Bahnhofstraße abgeschlossen sein, fordert Zweiter Bürgermeister Richard Scharold.
    Bis zum Friedberger Altstadtfest 2022 soll der Umbau der nördlichen Bahnhofstraße abgeschlossen sein, fordert Zweiter Bürgermeister Richard Scharold. Foto: Peter Kleist (Archivbild)

    Schuldzuweisungen helfen nach Einschätzungen von Ulrike Sasse-Feile (SPD) nicht weiter, man müsse sich um eine Versachlichung der Diskussion bemühen und die Kommunikation mit den Anwohnern und Geschäftsleuten der Bahnhofstraße verbessern. Zweiter Bürgermeister Richard Scharold (CSU) betonte ebenfalls: "Die Betroffenen müssen wissen, wie es weitergeht." Die Stadt habe hier eine Fürsorgepflicht. Bis zum Altstadtfest 2022 müsse alles fertig sein

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