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Friedberg: Bahnhofstraße Friedberg: Stadtpolitik massiv unter Druck

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Bahnhofstraße Friedberg: Stadtpolitik massiv unter Druck

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    Bald alles dicht? Fällt das Weihnachtsgeschäft aus, fürchten Geschäftsleute aus der Friedberger Bahnhofstraße offenbar um ihre Existenz.
    Bald alles dicht? Fällt das Weihnachtsgeschäft aus, fürchten Geschäftsleute aus der Friedberger Bahnhofstraße offenbar um ihre Existenz. Foto: Thomas Goßner

    Seit dem Winter sind die Geschäfte in der Friedberger Bahnhofstraße unter Mühen erreichbar. Bauzäune lassen nur einen schmalen Durchgang offen, Anlieger-frei-Schilder auf beiden Seiten der Baustelle schrecken offenbar viele Kunden ab, die schwankenden Stege zu betreten. Patrick Gruner, der selbst hier ein Büro für Feldenkrais-Ausbildung betreibt, berichtet von einer dramatischen Entwicklung: Es gebe Einzelhändler und Dienstleister, deren weiteres Überleben vom kommenden Weihnachtsgeschäft abhänge. Bei einigen sei nicht sicher, ob sie diese Situation wirtschaftlich, aber auch gesundheitlich überstehen werden.

    Wie berichtet, verzögern sich die Arbeiten derart, dass gepflasterte Gehwege bis zum Weihnachtsgeschäft und sogar die Fertigstellung rechtzeitig vor dem Altstadtfest 2022 in Gefahr sind. Die Schuld sieht die Stadt bei der Telekom und der von ihr beauftragten Firma. Man werde mit Provisorien wie Asphaltdecken auf den Gehwegen über den Winter und im Extremfall auch auf der Fahrbahn für das Altstadtfest arbeiten, um die Belastungen in Grenzen zu halten, so Bürgermeister Roland Eichmann, der die schlechte Nachricht über die Presse seinen Social-Media-Kanälen bekanntgab.

    Bahnhofstraße ist am Donnerstag Thema im Friedberger Stadtrat

    Angesichts dieser Aussicht fordert der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung am Donnerstag, 21. Oktober, einen ausführlichen Bericht vom Bürgermeister. Dieser wiederum will die Anwohner und Geschäftsleute am Montag, 25. Oktober, informieren - allerdings ohne die Öffentlichkeit zu dieser Veranstaltung zuzulassen. Einen Vorgang, den Patrick Gruner als inakzeptabel empfindet.

    Seit Monaten sind die Häuser an der Friedberger Bahnhofstraße nur über schwankende Stege zu erreichen.
    Seit Monaten sind die Häuser an der Friedberger Bahnhofstraße nur über schwankende Stege zu erreichen. Foto: Ute Krogull (Archivbild)

    "Wir haben lange genug zugehört und den internen Informationen und Versprechungen der Bauleitung und Verwaltung geglaubt - wir benötigen nun umfassende Öffentlichkeit", verlangt er in einem Schreiben an Eichmann, das unserer Redaktion vorliegt. "Das mag dem/der einen oder anderen unangenehm sein, aber das ganze Projekt muss auf neue Füße gestellt werden, sodass wir gemeinsam eine Lösung finden können, die von uns mitgetragen wird. Und dazu gehört auch, dass diese Diskussionen offen geführt werden", fordert er.

    Es gehe nicht um eine Informationsveranstaltung, in der die Betroffenen hoheitlich unterrichtet würden, wie der Stand ist. Es geht um einen Austausch und Ringen um Lösungen auf Augenhöhe. "Die bisher Verantwortlichen haben hinreichend bewiesen, dass sie eine zufriedenstellende Lösung nicht gefunden haben", so Gruner.

    "Ungeheuerliche Vorgänge" in der Friedberger Bahnhofstraße

    Von einem "ungeheuerlichen Vorgang" spricht auch sein Bruder, der Juwelier Mathias Gruner, der ebenfalls in der Bahnhofstraße das Trauringhaus Friedberg betreibt. "Ich möchte nicht abwarten, bis die Damen und Herren im Stadtrat über die Weichenstellung und darüber auch über unsere Situation entscheiden. Wir haben viel zu lange abgewartet und doch ein gutes Gefühl für die missliche Lage vor unserer Türe bewiesen", betont er in einem Schreiben an den Aktivring. Seit vielen Wochen prangerten die Anlieger an, dass immer nur drei oder vier Personen gearbeitet hätten und oft gähnende Leere auf der Baustelle sei. Jetzt plötzlich stelle sich heraus, dass eigentlich drei oder vier Bautrupps bestellt gewesen und nicht gekommen seien. "Damit hat man sich von der Bauleitung her zufriedengegeben", kritisiert Mathias Gruner.

    Die Pflastersteine für die Bahnhofstraße werden noch länger auf dem Bauhofgelände liegen.
    Die Pflastersteine für die Bahnhofstraße werden noch länger auf dem Bauhofgelände liegen. Foto: Stadt Friedberg (Archivbild)

    Unmittelbar nach Bekanntwerden der Hiobsbotschaft hatte sich auch der Aktivring an den Bürgermeister und die Fraktionsvorsitzenden des Stadtrats gewandt. Die weitere Verzögerung sei ein Schock, so der Innenstadt-Koordinator der Werbegemeinschaft, Manuel Weindl. "Neben dem Unverständnis über das Ausmaß der Bauarbeiten und die massiven Verzögerungen steht dabei auch immer wieder der fehlende Informationsfluss im Mittelpunkt", berichtet er von den Reaktionen der Geschäftsleute aus der Bahnhofstraße.

    Weindl sieht nun die Politik in der Pflicht. Die Entscheidung über den geplanten Bauablauf gehe auf einen Stadtratsbeschluss aus dem Dezember 2018 zurück, in dem einer längeren Bauzeit zugestimmt wurde, unter anderem, um aus damaliger Sicht Kosten einzusparen, erinnert er.

    Das fordert der Aktivring von der Stadtpolitik

    Weindl verlangt darum unter anderem eine persönliche Kontaktaufnahme der führenden Stadtratspolitiker mit den Geschäftsleuten und Anwohnern der Bahnhofstraße. Nötig sei außerdem ein Plan B, wie mit der jetzigen Situation vor allem in Anbetracht des Weihnachtsgeschäfts und des Winters umzugehen sei. Der Aktivring erwartet außerdem Vorschläge, wie den betroffenen Geschäftsleuten finanziell geholfen werden könne.

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