Der Imker Manfred Geisenberger aus Egling steht in der Mitte des Meringer Marktplatzes und bedient zwei Kundinnen, die Blüten- und Sommerhonig kaufen. Schon um Viertel nach sieben war Geisenberger hier, um seinen Stand aufzubauen. Er wechselt sich mit vier weiteren Imkern aus der Region ab. Neben ihm bieten einige andere Händlerinnen und Händler aus Mering, Kissing und Umgebung an ihren Ständen jeden Freitag regionale Produkte an. Was gibt es beim Meringer Wochenmarkt momentan an Angeboten?
Für den Frühling empfiehlt Geisenberger Blütenpollen. Man könne einen Esslöffel davon mit 250 Milliliter Apfelsaft vermischen und nach fünf bis zehn Minuten Wartezeit genießen. Eine andere Möglichkeit sei es, einen Teelöffel Blütenpollen mit einem Teelöffel Honig in Joghurt einzurühren und nach zehn bis 15 Minuten Wartezeit ins Müsli zu geben. Als Brotaufstrich könne man 100 Gramm Honig mit 30 Gramm Blütenpollen mischen.
Lackermeier verkauft auf dem Wochenmarkt Blumen
Geisenberger berichtet, dass er Mitte Mai die Blütenpollen herstellt, Ende Mai geht die Honigproduktion los. „Ich starte mit Blütenhonig, ab Juli geht es mit Sommerhonig weiter und Ende Juli ist der Waldhonig dran“, informiert er. Wenn das Wetter schön ist, kommen mehr Kunden und Kundinnen auf den Wochenmarkt als bei Regen, sagt Geisenberger. Zu heiß dürfe es aber auch nicht sein, weil dann viele Ausflüge machen. Seine Kundschaft schätze seinen Honig, weil er aus der Region stammt und von einem erfahrenen Imkern hergestellt ist.
Melanie Lackermeier von Casa Bella Rosa aus Merching hat einen überdachten Stand mit Heizung für ihre große Auswahl an bunten Frühlingsblumen. „Manche Stammkundin kann sich nicht entscheiden, was sie sich mitnehmen soll“, schmunzelt sie. Tulpen gibt es unter anderem in Rot, Gelb oder Weiß, außerdem stehen noch Narzissen, Anemonen oder Ranunkeln bereit. Wenn das Wetter schön ist, hat Lackermeier eine noch größere Auswahl dabei, erzählt sie.
Manfred Leimgruber wärmt sich bei ihr gerade ein wenig auf. Er bietet an seinem Stand Spezialitäten aus der Alpenregion an. „Jetzt gibt’s den Südtiroler Osterschinken, der am Karfreitag vier Stunden im Sud mit einer Gewürzmischung gekocht und traditionell am Ostersonntag zum Frühstück und Abendessen mit Sahnemeerrettich gegessen wird“, sagt Leimgruber. Bald wird er Frischkäse, Pesto und Schlutzkrapfen aus Bärlauch anbieten.
Die Meringer kommen nicht nur zum Einkaufen
Der Meringer Wochenmarkt hat freitags von 7.30 bis 13.30 Uhr geöffnet. Vor Feiertagen wie Weihnachten und Ostern kommt mehr Kundschaft, berichten die Händlerinnen und Händler. Viele Besucher und Besucherinnen nutzen ihren Einkauf auch, um andere Menschen zu treffen und sich zu unterhalten. Es sind nicht nur Senioren und Seniorinnen, auch junge Menschen kommen nach der Schule oder der Vorlesung zum Meringer Wochenmarkt, um sich frisches Obst und Gemüse oder Fisch zu kaufen.
Am großen Obst- und Gemüsestand von Armin Heckl kaufen wöchentlich 200 bis 250 Personen ein. Hier ist das Angebot an frischem Obst und Gemüse aus der Region sehr groß: Erdbeeren aus Parsdorf bei München, Salat und Radieschen aus eigenem Anbau, frische Kräuter und Spinat sowie grüner und weißer Spargel. Traditionell isst man zum Spargel Schinken, aber Marcel Berger aus Kissing empfiehlt dazu frisches Saiblings- oder Forellenfilet, alternativ eine kaltgeräucherte Lachsforelle. Bereits sein Opa Luggi entschied sich dazu, den Fisch direkt zu vermarkten und kam jede Woche nach Mering auf den Markt. Gemeinsam mit seinem Vater Peter und der Angestellten Daniela Vögel, die am Markt verkauft, führt Berger den Betrieb.
Viele Kunden kommen jede Woche zum Markt
Vor Ostern holten sich einige Kundinnen und Kunden für die Feiertage Fischfilet oder kaltgeräucherte Forelle. Diese Produkte sind am meisten gefragt. „Heute waren es auch 130 Kunden, die meisten kommen jede Woche“, erklärt Berger. Dazu zählt Beate Miserre aus Mering, die immer zum Markt geht, wenn sie nicht arbeiten muss. „Außer Saiblingsfilet hole ich mir frischen Salat und ab und zu Brot von der Bäckerei Luber und Eier vom Schererhof“, sagt sie. Michael Dudella liebt den Fischaufstrich und will noch Nudeln kaufen, wovon es bei Markus Greisl vom Schererhof aktuell auch die Bärlauch-Variante gibt.
Nach der Arbeit kommen einige Kunden und Kundinnen angerannt, um sich am Stand der Bäckerei Luber frischen Rhabarberkuchen oder eine Quark-Kirsch-Schnitte einzukaufen. Seit 170 Jahren fertigt der Familienbetrieb in Prittriching Brotwaren und Kuchen. Mittlerweile gibt es ein regionales helles Bier vom Scheuringer Biobauer Grabmeir, das aus Lechrainer Urweizen in einer kleinen Einmannbrauerei hergestellt wird, erklärt Verkäuferin Annemarie Wurm.
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