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Teuerungstafel aus dem Jahr 1816 zeigt Getreidepreise in Friedberg

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Inflation im Jahr 1816: Als ein Vulkanausbruch Friedberg in Not brachte

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    Inflation ist aktueller denn je, ist aber kein neues Phänomen. Das zeigt unter anderem diese Teuerungstafel aus dem Jahr 1817 aus Friedberg.
    Inflation ist aktueller denn je, ist aber kein neues Phänomen. Das zeigt unter anderem diese Teuerungstafel aus dem Jahr 1817 aus Friedberg. Foto: Jörg Adam

    Wenn wir heute im Supermarkt oder an der Zapfsäule erschrecken, weil der Wochenendeinkauf oder die Tankfüllung schon wieder mehr Geld kosten, befinden wir uns in guter Gesellschaft mit Friedbergern aus vergangener Zeit. Davon zeugt die sogenannte „Teuerungstafel“ von 1817, die in der Dauerausstellung im Museum im Wittelsbacher Schloss zu sehen ist.

    Teuerungstafel zeigt die Getreidepreise in Friedberg vor gut 200 Jahren

    Mit Öl auf Holz gemalt sieht man im oberen Bilddrittel das Friedberger Rathaus mit dem Marienplatz. Wo sich heute das Bürgerbüro befindet, war damals die Schranne untergebracht, eine Halle zum Getreideverkauf. Dort mussten die Bauern ihr Getreide anbieten und nur, wenn es in Friedberg nicht verkauft werden konnte, durften sie damit nach Augsburg weiterziehen.

    Den Anlass für die Fertigung der Tafel erfährt man im Textteil darunter. Sie ist „Gewitmed zum Andenken an die große Theuerung in den Jahren 1816 u. 1817“. In diesen Jahren stieg der Getreidepreis enorm an, woran die folgende Auflistung erinnert – der Scheffel (ca. 220 Liter) Weizen kostete zum Beispiel 110 Gulden, was nur grob in heutige Kaufkraft übersetzt werden kann, je nach Berechnung zwischen 1600 und 2000 Euro. Die Maß Bier, rechts unten aufgeführt, war auf 8 ½ Kreuzer verteuert worden. Damit aber immer noch viel billiger als heutzutage auf dem Friedberger Volksfest.

    Diese Bild des Marienplatzes mit Rathaus ist ebenfalls Teil der Teuerungstafel, die in der Dauerausstellung im Wittelsbacher Schloss zu sehen ist.
    Diese Bild des Marienplatzes mit Rathaus ist ebenfalls Teil der Teuerungstafel, die in der Dauerausstellung im Wittelsbacher Schloss zu sehen ist. Foto: Jörg Adam

    Wie kam es zu dieser enormen Preissteigerung? „O Gott, verschone uns vor Noth, verleihe allen Menschen Brod“, steht auf der Tafel. Die „Noth“ bestand in zwei aufeinanderfolgenden Missernten. Denn das Jahr 1816 ist als „Jahr ohne Sommer“ in die Geschichtsbücher eingegangen, mit andauernden Niederschlägen und winterlichen Temperaturen im Hochsommer. Getreide war kaum verfügbar und wurde immer teurer, was nach und nach alle anderen Lebensmittel betraf. Hungersnöte brachen aus. Was man in Unkenntnis der globalen Zusammenhänge als Strafe Gottes verstand, hatte ganz weltliche Gründe.

    Vulkanausbruch sorgt für Wetterverschlechterung in Friedberg 1816 und 1817

    In Indonesien war im April 1815 der Vulkan Tambora ausgebrochen und hatte eine solche Menge Asche in die Atmosphäre geschleudert, dass sich weltweit das Klima für zwei Jahre drastisch verschlechterte. Auch damals konnte ein geographisch weit entferntes Ereignis Auswirkungen auf den Wohlstand haben. Die Friedberger Teuerungstafel wirft nur ein kleines lokales Schlaglicht darauf und ist doch ein Zeugnis der Weltgeschichte.

    „Museumsschätze“ – das ist rund um die Serie geplant

    In losen Abständen stellt Jörg Adam besondere Exponate aus der Dauerausstellung oder dem Depot vor. Was ist ihre Geschichte? Warum ist das Ausstellungsstück für Friedberg besonders? Diese und weitere Fragen sollen interessierte Leserinnen und Leser erfahren.

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