Die Wärmepumpe ist inzwischen auch in Deutschland auf dem Vormarsch. Der Trend geht dabei klar in Richtung Luft-Wasser-Wärmepumpe. Diese nutzen die Umgebungsluft als Wärmequelle und sind vergleichsweise günstig. In der Planung gilt es nicht nur, die Wärmepumpe entsprechend des Wärmebedarfs richtig zu dimensionieren, sondern auch den besten Standort für die Außeneinheit zu finden – was manchmal gar nicht so einfach ist.
Wärmeverluste müssen unter allen Umständen minimiert werden
Meist kommen sogenannte Monoblock-Modelle zum Einsatz, in denen sowohl der Verdampfer als auch der Kondensator und der Kompressor als zentrale Elemente der Wärmepumpen-Technik in nur einem Gerät untergebracht sind. Und dieses wird in aller Regel außen aufgestellt.
Wichtig ist dabei, dass der Bereich nach vorne in Ausblasrichtung der Wärmepumpe frei ist, um die Luftzirkulation zu gewährleistet. Aber auch die Herstellervorgaben in puncto Abstand zur Hauswand – meist 30 bis 60 Zentimeter – gilt es einzuhalten, damit der Wärmepumpen-Ventilator ausreichend „Luft ziehen“ kann. Gleichzeitig sollte der Leitungsweg von der Außeneinheit ins Gebäude möglichst kurz sein, um die Wärmeverluste zu minimieren. Die Länge des Leitungsweg zum Heizungsraum im Keller selbst – also innerhalb der Gebäudehülle – spielt für die Effizienz der Anlage eine untergeordnete Rolle, erhöht aber mit jedem Meter etwas die Installationskosten.
Was es beim Thema Schallschutz für die Nachbarschaft zu beachten gibt
Idealerweise stellt man das Gerät nicht direkt entgegen der Hauptwindrichtung auf, da starker Wind die Effizienz etwas mindert. Viel wichtiger ist allerdings der oben bereits angesprochene kurze Leitungsweg ins Haus.
Die meisten Monoblock-Wärmepumpen nutzen mittlerweile Propan als klimafreundliches Kältemittel. Das ist schwerer als Luft und brennbar. Aus Sicherheitsgründen muss für den Fall eines Lecks ein Sicherheitsabstand von circa einem Meter zu Kellerfenstern und -türen, Lichtschächten und anderen Gebäudeöffnungen eingehalten werden. Problematisch ist zudem ein Aufstellort direkt an einem Gehweg. Die abgekühlte Abluft und anfallendes Kondensat können im Winter zu gefährlicher Eisbildung führen und Passanten gefährden.
Was das Thema Schallschutz betrifft, hat sich in den vergangenen Jahren sehr viel getan. Moderne Luft-Wasser-Wärmepumpe sind im laufenden Betrieb deutlich leiser als ältere Modelle. Dennoch sollten auch beim Einsatz neuer Geräte Mindestabstände eingehalten werden. In der Regel reichen bereits drei, vier Meter Abstand zum Nachbarn aus, um die geforderten Schallschutzwerte zu erfüllen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, mit speziellen Schallschutzhauben die Geräuschentwicklung wirksam zu drosseln. Sehr hilfreich ist der Online-Schallrechner (www.waermepumpe.de/schallrechner) des Bundesverband Wärmepumpe. Damit lassen sich die Lärmimmissionen von unterschiedlichen Luft-Wasser-Wärmepumpen im konkreten Fall gut abschätzen.
Wo man bei der Wärmepumpe noch einmal richtig sparen kann
Noch ein Wort zum Fundament, auf dem die Wärmepumpe später stehen soll: Es ist unerlässlich für den stabilen Stand und die waagerechte Ausrichtung der Außeneinheit. Dies verhindert Vibrationen, sorgt für einen geräuscharmen Betrieb und sichert die Effizienz der Anlage. Beim Fundament kann man aber viel Geld sparen, wenn man selbst Hand anlegt – was übrigens auch ohne Graben und Betonieren geht, indem man sogenannte Schraubfundamente verwendet. Diese können selbst in den Boden gedreht werden. Damit sinken die Ausgaben fürs Fundament von ein paar Tausend Euro, falls ein Unternehmen für die Erd- und Betonierarbeiten beauftragt wird, auf wenige Hundert Euro im Do-it-yourself-Verfahren.
Zur Person
Martin Sambale ist Geschäftsführer des Energie- und Umweltzentrums Allgäu, kurz eza!.
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