Ob in Krankenhäusern, im Pflegeheim oder bei ambulanten Pflegediensten: Der Bedarf an Pflegekräften steigt mit der zunehmenden Anzahl pflegebedürftiger Menschen in Deutschland immer weiter an. Bereits heute ist der Fachkräftemangel vielerorts in Deutschland spürbar – und geht zum Teil mit dramatischen Auswirkungen für die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung einher. Doch obwohl die allgemeine Situation düster aussieht, sorgt eine aktuelle Entwicklung für einen Lichtblick: Die Zahl der Auszubildenden in der Pflege befindet sich derzeit auf dem höchsten Stand seit Jahren.
Hoffnung für die Pflegebranche: Wie viele neue Auszubildende gab es 2025?
Bereits im Jahr 2024 sorgten die steigenden Auszubildendenzahlen in der Pflege für erfreuliche Nachrichten. Und im Folgejahr haben sich sogar noch mehr junge Menschen dazu entschieden, diesen Berufsweg einzuschlagen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts begannen 2025 rund 64.300 Personen eine Ausbildung zur Pflegefachfrau beziehungsweise zum Pflegefachmann. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das einen Anstieg von acht Prozent – und ein Plus von 4900 Auszubildenden.
Doch nicht nur die Anzahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge, sondern auch die Gesamtzahl aller Personen, die sich Ende 2025 in der Ausbildung zur Pflegefachkraft befanden, nahm im Vergleich zum Vorjahr zu und wuchs auf etwa 158.000 Auszubildende an. Damit absolvierten in diesem Jahr so viele Menschen eine Pflegeausbildung wie noch nie seit der Einführung der generalistischen Pflegeausbildung im Jahr 2020.
Auch beim Geschlechterverhältnis machen sich Veränderungen bemerkbar. Obwohl die Auszubildenden in der Pflege nach wie vor zum größten Teil weiblich sind, entscheiden sich auch immer mehr Männer für diesen Berufszweig. Rund 71 Prozent der 2025 abgeschlossenen Ausbildungsverträge (45.800) entfallen laut dem Statistischen Bundesamt auf Frauen, während der Anteil der Männer 29 Prozent (18.500) beträgt. Damit steigt die Anzahl der männlichen Auszubildenden im ersten Lehrjahr um 15 Prozent im Vergleich zu 2024.
Neben der klassischen Berufsausbildung gewinnt auch das duale Pflegestudium an Beliebtheit. Im Jahr 2025 haben sich nach Angaben des Statistischen Bundesamts 800 Personen in Deutschland für diesen Studiengang eingeschrieben. Auch hier ergibt die Geschlechterverteilung ein ähnliches Bild wie bei der beruflichen Ausbildung: 77 Prozent der Neustudierenden sind Frauen, 22 Prozent Männer. Die Gesamtzahl der Pflegestudierenden lag Ende 2025 bei rund 1800.
Gut zu wissen: Zum 1. Mai 2026 dürfen sich Auszubildende in der Pflege über eine Gehaltserhöhung im TVöD freuen. Und auch ausgelernten Pflegekräften im TVöD steht dann mehr Lohn zu.
Welche Ausbildungsmöglichkeiten gibt es in der Pflege?
Um die Berufsausbildung im Pflegebereich moderner und attraktiver zu gestalten, wurde sie 2020 im Zuge des Pflegeberufegesetzes reformiert. Dabei wurden die zuvor getrennten Ausbildungen in den Bereichen Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege sowie der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege zu einer generalistischen Pflegeausbildung zusammengelegt. Wie das Bundesgesundheitsministerium (BMG) informiert, sind Absolventinnen und Absolventen dieser Ausbildung mit dem Berufsabschluss Pflegefachfrau oder Pflegefachmann dazu befähigt, in sämtlichen Versorgungsbereichen zu arbeiten.
Die generalistische Pflegeausbildung ist in fünf Kompetenzbereiche gegliedert. Auszubildende können dem BMG zufolge unter gewissen Voraussetzungen selbstständig entscheiden, ob sie nach zwei Jahren die generalistische Pflegeausbildung im dritten Lehrjahr fortsetzen oder sich auf den Schwerpunkt Kinder- oder Altenpflege spezialisieren wollen. In letzterem Fall erlangen die Auszubildenden nicht den Titel Pflegefachmann oder -frau, sondern einen gesonderten Abschluss als Altenpfleger/in oder Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in.
Alternativ zur beruflichen Pflegeausbildung besteht seit 2020 mit dem primärqualifizierenden Pflegestudium auch die Möglichkeit zur akademischen Ausbildung an einer Hochschule. Nach Angaben des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend dauert das Pflegestudium mindestens drei Jahre und umfasst sowohl theoretische als auch praktische Lehrinhalte. Seit 2024 wird es nach dem Pflegestudiumstärkungsgesetz vergütet. Dabei muss nicht zwingend in Vollzeit studiert werden, auch ein berufsbegleitendes Pflegestudium ist möglich. Zum Abschluss zählt neben dem akademischen Grad (Bachelor of Science) auch die staatlich geprüfte Berufszulassung als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann.
Übrigens: Wer einen schnellen Berufseinstieg in der Pflege sucht, kann sich innerhalb eines Jahres zur Pflegeassistenz ausbilden lassen.
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