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Pflegemangel: In diesen Städten werden die meisten Pflegekräfte gesucht

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Pflegemangel: In diesen Städten werden die meisten Pflegekräfte gesucht

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    In ganz Deutschland sind qualifizierte Pflegekräfte auf dem Arbeitsmarkt gefragt. Manche Städte suchen jedoch besonders händeringend nach Personal.
    In ganz Deutschland sind qualifizierte Pflegekräfte auf dem Arbeitsmarkt gefragt. Manche Städte suchen jedoch besonders händeringend nach Personal. Foto: Tom Weller, dpa (Symbolbild)

    Der Fachkräftemangel in der Pflege ist in Deutschland bereits heute ein gravierendes Problem und nimmt immer größere Ausmaße an. Nach einer Prognose des Statistischen Bundesamts werden bis 2049 voraussichtlich bis zu 690.000 Pflegekräfte fehlen. Doch der sogenannte Pflegenotstand ist bundesweit nicht gleich stark ausgeprägt. In bestimmten Regionen und Städten fehlt besonders viel Pflegepersonal, wodurch dramatische Folgen für die Gesundheitsversorgung vor Ort entstehen können. Eine aktuelle Stellenmarktanalyse zeigt, wo in Deutschland die meisten Pflegekräfte gesucht werden und wo die Situation noch vergleichsweise entspannt ist.

    In welchen deutschen Städten fehlen die meisten Pflegekräfte?

    Um herauszufinden, in welchen deutschen Großstädten sich der Fachkräftemangel in der Pflege derzeit besonders bemerkbar macht, hat das Online-Jobportal pflegia.de Mitte Januar 2026 über 9200 Stellenanzeigen der Bundesagentur für Arbeit im Pflegebereich analysiert. Die Auswertung offenbart deutliche Unterschiede beim Bedarf an Pflegefachpersonal in den 30 einwohnerstärksten Städten Deutschlands.

    In absoluten Zahlen ist die Personallücke in der Pflege erwartungsgemäß in den Metropolen Berlin, München und Hamburg am größten. So fehlen in Berlin ganze 1242 Pflegekräfte – damit liegt die Bundeshauptstadt weit vor München und Hamburg mit 437 und 418 unbesetzten Stellen. In den kleineren Großstädten wie Chemnitz (99 freie Stellen), Mannheim (90 freie Stellen) und Wiesbaden (73 freie Stellen) ist die Anzahl am geringsten.

    Betrachtet man die Zahlen jedoch in Relation zur jeweiligen Einwohnerzahl, zeigt sich: In den größten Städten fällt der Mangel an qualifiziertem Pflegepersonal vergleichsweise gering aus. Stattdessen rangieren vor allem mittelgroße Städte in West- und Norddeutschland auf den obersten Plätzen. Mit weitem Abstand am stärksten betroffen ist Braunschweig: In der niedersächsischen 250.000-Einwohner-Stadt fehlen so viele Pflegekräfte wie nirgendwo sonst in Deutschland. Auf 100.000 Einwohner heruntergerechnet sind dort 98 Stellen im Pflegebereich unbesetzt. Auf dem zweiten und dritten Platz folgen Bonn mit rund 68 und Essen mit 63 offenen Pflegestellen pro 100.000 Einwohner. Die Millionenstädte Berlin, München, Köln und Hamburg sind hingegen am unteren Ende der Rangliste zu finden – mit nur knapp 34 bis 22 ausgeschriebenen Stellen je 100.000 Einwohnern.

    StadtAnzahl freier Stellen im Pflegebereich pro 100.000 Einwohner
    Braunschweig98
    Bonn67,7
    Essen63
    Bochum61,1
    Hannover59,6
    Mönchengladbach59,1
    Bremen59
    Gelsenkirchen56,7
    Bielefeld52,2
    Aachen48,3
    Kiel48,3
    Augsburg47,5
    Stuttgart41,9
    Dresden41,4
    Chemnitz40,3
    Nürnberg39,8
    Münster39,3
    Duisburg39,2
    Düsseldorf36,5
    Dortmund36,5
    Leipzig36,1
    Frankfurt a. M.35,8
    Karlsruhe34,3
    Berlin33,7
    Wuppertal31,8
    München29
    Manheim28,3
    Wiesbaden25,3
    Köln24,2
    Hamburg22,4

    Die Ergebnisse der Analyse verdeutlichen, „dass der Fachkräftemangel in der Pflege kein abstraktes, bundesweites Phänomen ist, sondern stark von regionalen Faktoren abhängt“, erklärt pflegia.de-Gründer Felix Westphal. Vor allem in mittelgroßen Städten in dicht besiedelten Regionen wie dem Rhein-Ruhrgebiet sei der Druck durch fehlendes Pflegepersonal bereits jetzt hoch. In den großen Metropolen könnten Faktoren wie attraktivere Arbeitsbedingungen, eine höhere Versorgungsdichte und bessere Infrastruktur als Erklärungsansätze für den relativ geringen Bedarf an Pflegekräften dienen, vermutet Westphal.

    In welchen Pflegeberufen ist der Fachkräftemangel am größten?

    Die Stellenmarkterhebung gibt zudem Aufschluss darüber, in welchen genauen Bereichen der Pflege derzeit bundesweit am meisten Personal gesucht wird. Besonders gefragt sind demnach Pflegefachmänner und -frauen, mit 3225 unbesetzten Stellen. Wer heute eine dreijährige generalistische Pflegeausbildung absolviert, erhält diesen zentralen Berufstitel. Im Zuge der Reform des Pflegeberufegesetzes ersetzt diese Ausbildung seit 2020 die zuvor getrennten Ausbildungen im Bereich der Gesundheits- und Krankenpflege, Altenpflege und Kinderkrankenpflege.

    Einen ebenfalls hohen Bedarf gibt es bei Pflegeassistentinnen und -assistenten – in diesem Bereich sind 1621 Stellen in Deutschland frei. Der Weg zu diesem Beruf führt laut der Bundesagentur für Arbeit über eine verkürzte Ausbildung von ein bis zwei Jahren. Sie unterstützen Pflegefachkräfte oder Ärztinnen und Ärzte bei Aufgaben wie der Verabreichung von Medikamenten, Körperpflege und Umbettung von Patienten. Zudem zählen trotz der mittlerweile vereinheitlichten Ausbildung auch spezialisierte Altenpflegerinnen und -pfleger zu den meistgesuchten Pflegekräften. Hier wurden insgesamt 633 offene Stellen im Rahmen der Erhebung identifiziert.

    BerufsbezeichnungAnzahl der offenen Stellen (deutschlandweit)
    Pflegefachmann/-frau3225
    Pflegeassistenz/-helfer/in1621
    Altenpfleger/in633
    Gesundheits- und Krankenpflege544
    Fachkrankenpfleger/in344
    Pflegeleitung254
    Krankenpfleger/in149
    Heilerziehungspfleger/in144
    Fachkraft-Pflegeassistenz73
    Fachkinderkrankenpfleger/in59
    Kinderkrankenpfleger/in44
    Ambulante/r Pfleger/in25
    Fachaltenpfleger/in23

    Übrigens: Für viele Pflegekräfte steht 2026 eine Gehaltserhöhung an. Für Angestellte im öffentlichen Dienst sind neben einem höheren Lohn noch weitere Änderungen vorgesehen.

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