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Bluthochdruck durch Medikamente: Welche Wirkstoffe sind typische Auslöser?

Blutdruck

Bluthochdruck durch Medikamente: Welche Wirkstoffe sind typische Auslöser?

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    Eigentlich alles richtig gemacht und trotzdem ist der Blutdruck hoch? Dann könnten bestimmte Medikamente daran schuld sein.
    Eigentlich alles richtig gemacht und trotzdem ist der Blutdruck hoch? Dann könnten bestimmte Medikamente daran schuld sein. Foto: New Africa, stock.adobe.com (Symbolfoto)

    Die Tabletten werden regelmäßig genommen, der Lebensstil stimmt – und trotzdem bleiben die Blutdruckwerte zu hoch. Dieses Szenario ist nicht ungewöhnlich. Ein möglicher Grund wird dabei oft übersehen: andere Medikamente. Denn einige Wirkstoffe können den Blutdruck unbemerkt erhöhen oder die Wirkung von Blutdrucksenkern abschwächen. Welche Wirkstoffe zu den typischen „Übeltätern“ zählen und welche Medikamente Sie daher eher vermeiden sollten, wenn Sie zu hohem Blutdruck neigen.

    Was passiert im Körper, wenn Medikamente den Blutdruck erhöhen?

    Der Blutdruck wird laut der Deutschen Herzstiftung im Körper durch ein komplexes Zusammenspiel aus Herzleistung, Gefäßweite und hormonellen Regelmechanismen gesteuert. Bestimmte Wirkstoffe greifen genau in diese Prozesse ein: Sie können zum Beispiel Blutgefäße verengen, die Flüssigkeitsmenge im Körper erhöhen oder hormonelle Steuerungen beeinflussen – und so den Blutdruck nach oben treiben. Teilweise wirken Medikamente auch indirekt, indem sie die Effektivität von Blutdruckmedikamenten reduzieren. Studien und Fachartikel unterscheiden dabei zwischen vier großen Gruppen.

    Bluthochdruck: Welche Mittel gelten als typische Auslöser?

    Besonders häufig stehen sogenannte nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) im Fokus, wenn es darum geht, dass der Blutdruck plötzlich höher ist. Zu ihnen zählen laut Mayo Clinic klassische Schmerzmittel wie Ibuprofen, Naproxen oder Diclofenac. Diese Wirkstoffe können dazu führen, dass der Körper Wasser zurückhält und die Nieren belastet werden. Das kann den Blutdruck erhöhen.

    Darüber hinaus beeinflussen NSAR laut Studien die Gefäßfunktion und erhöhen den Gefäßwiderstand. Ein weiteres Problem: Sie können die Wirkung vieler Blutdruckmedikamente abschwächen, darunter Diuretika, ACE-Hemmer oder Betablocker. Wegen ihrer weiten Verbreitung gelten NSAR als eine der häufigsten medikamentösen Ursachen für schlecht eingestellten Blutdruck.

    Bluthochdruck: Warum sind Erkältungsmedikamente und Nasensprays kritisch?

    Doch NSAR sind nicht die einzigen Medikamente, die den Blutdruck in die Höhe treiben können. Viele frei verkäufliche Erkältungsmittel enthalten sogenannte abschwellende Wirkstoffe wie Pseudoephedrin oder Phenylephrin. Diese Substanzen verengen gezielt Blutgefäße, um die Schleimhäute – insbesondere bei einer verstopften Nase – abschwellen zu lassen.

    Das hat jedoch einen systemischen Effekt: Der Widerstand in den Gefäßen steigt – und damit auch der Blutdruck, wie die Deutsche Herzstiftung warnt. Deshalb raten Fachleute Menschen mit Bluthochdruck, solche Präparate möglichst zu vermeiden oder gezielt nach Alternativen zu suchen.

    Können Antidepressiva den Blutdruck beeinflussen?

    Neben den bereits genannten Medikamenten können auch Antidepressiva den Blutdruck erhöhen. Darauf weist das National Heart, Lung and Blood Institute der NIH hin. Dazu gehören unter anderem Monoaminoxidase-Hemmer, trizyklische Antidepressiva und bestimmte neuere Wirkstoffe.

    Der Grund: Diese Medikamente verändern die Wirkung von Botenstoffen im Gehirn, die nicht nur die Stimmung, sondern auch Herzfrequenz und Gefäßspannung beeinflussen. In seltenen Fällen kann es – etwa bei falscher Ernährung, unter bestimmten Medikamenten – sogar zu einer gefährlichen Blutdruckkrise kommen.

    Bluthochdruck: Welche Rolle spielen Hormone und die Pille?

    Die vierte große Gruppe von Medikamenten, die dafür sorgen können, dass der Blutdruck steigt, sind hormonelle Verhütungsmittel. Sie können bei manchen Menschen dafür sorgen, dass sich ihre Werte erhöhen. Besonders relevant ist dies laut Mayo Clinic bei Risikofaktoren wie höherem Alter, Übergewicht oder Rauchen. Hintergrund sei die Wirkung von Östrogenen. Sie beeinflussen unter anderem den Flüssigkeitshaushalt und die Gefäßregulation. Auch andere hormonelle Substanzen wie Testosteron oder anabole Steroide stehen im Zusammenhang mit erhöhtem Blutdruck, wenngleich der Effekt nicht so gut untersucht ist wie der hormoneller Verhütungsmittel.

    Welche weiteren Medikamente können den Blutdruck steigern?

    Neben den „klassischen“ Gruppen gibt es eine Reihe weiterer Wirkstoffe, die den Blutdruck beeinflussen können. Die National Library of Medicine nennt folgende:

    • Stimulanzien wie Methylphenidat erhöhen Herzfrequenz und Kreislaufaktivität.
    • Kortikosteroide können dosisabhängig den Blutdruck erhöhen.
    • Immun­suppressiva wie Ciclosporin beeinflussen unter anderem die Nierenfunktion.
    • Erythropoetin kann über mehrere Mechanismen den Blutdruck steigern.

    Auch viele Migränemittel, Appetitzügler oder Schilddrüsenhormone – bei Überdosierung – werden als mögliche Auslöser genannt.

    Was bedeutet das für Betroffene von Bluthochdruck?

    Wenn der Blutdruck trotz Behandlung schwer einstellbar ist, sollte immer auch ein Blick auf die gesamte Medikation geworfen werden. Viele Wirkstoffe, die den Blutdruck erhöhen, lassen sich durch besser verträgliche Alternativen ersetzen oder zumindest in der Dosierung anpassen. Zu diesem Schluss kommt eine Querschnittstudie aus dem Jahr 2021, die in Jama International Medicine veröffentlicht wurde.

    Bluthochdruck entsteht also nicht nur durch Lebensstil oder Erkrankungen – sondern manchmal auch durch genau die Mittel, die eigentlich helfen sollen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang: Betroffene sollten Medikamente niemals eigenständig absetzen, sondern den Schritt immer ärztlich abklären lassen. Auch, weil ein abruptes Absetzen selbst wieder zu Blutdruckanstiegen führen kann.

    Übrigens: Welche Blutdruckwerte als „normal“ gelten, unterscheidet sich nach Alter und Geschlecht. Insgesamt leiden Frauen zudem etwas häufiger an Bluthochdruck als Männer.

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