Schwindel, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Ohrensausen, Nasenbluten, Kurzatmigkeit, Übelkeit und mehr – all diese Symptome können laut dem Deutschen Herzzentrum der Charité (DHZC) auf eine arterielle Hypertonie, also Bluthochdruck hindeuteten. Oft bleiben die Anzeichen im Alltag allerdings aus, sodass die Erkrankung in vielen Fällen lange Zeit unbemerkt und dadurch unbehandelt bleibt, erklärt die Helios Klinik in ihrem Gesundheitsmagazin.
Das Problem dabei: Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck kann dem Helios-Gesundheitsmagazin zufolge viele Organe und Organsysteme schädigen und zu teils lebensgefährlichen Erkrankungen führen. Bluthochdruck gilt zum Beispiel als Hauptrisikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die laut der Hochdruckliga für etwa 33 Prozent der Todesfälle in Deutschland verantwortlich sind. Welche Folgeerkrankungen kann Bluthochdruck also auslösen und wie ist er genau definiert?
Kurz erklärt: Was ist Bluthochdruck?
Um zu erklären, was Bluthochdruck ist, muss man zunächst einmal verstehen, was der Blutdruck überhaupt ist. Laut der Deutschen Herzstiftung ist mit dem Begriff die Kraft gemeint, die das Blut im Körper auf die Wände von Arterien und Venen ausübt. Angegeben wird der Blutdruck in Millimeter Quecksilbersäule, abgekürzt mmHg. Dabei werden in der Regel zwei Werte gemessen:
- Der systolische Blutdruckwert – auch oberer Wert genannt – beschreibt den Druck, der in den Gefäßen herrscht, wenn das Herz Blut in den Körper pumpt. Es wird auch von der Systole gesprochen.
- Der diastolische Blutdruckwert – auch unterer Wert genannt – beschreibt hingegen den Gefäßdruck, wenn der Herzmuskel entspannt ist und die Herzkammern sich wieder mit Blut füllen. Es wird auch von der Diastole gesprochen. Dieser Wert ist in der Regel niedriger als der systolische Blutdruckwert.
Der Deutschen Herzstiftung zufolge gilt für Erwachsene ein Blutdruck von bis zu 120/70 mmHg als ideal. Ist der systolische oder der diastolische Wert erhöht, wird von Bluthochdruck gesprochen. Hier gibt es allerdings Abstufungen:
- optimaler Blutdruck: Werte bis 120/70 mmHg
- erhöhter Blutdruck: 120/70 mmHg bis 139/89 mmHg
- Bluthochdruck Grad 1: 140/90 mmHg bis 159/99 mmHg
- Bluthochdruck Grad 2: 160/100 mmHg bis 179/109 mmHg
- Bluthochdruck Grad 3: Werte über 180/110 mmHg
- isolierter systolischer Bluthochdruck: Systole über 140 mmHg und Diastole unter 90 mmHg
Ganz allgemein gilt beim Blutdruck, weniger ist mehr – zumindest bis zu einem gewissen Grad, denn auch ein zu niedriger Blutdruck kann gefährlich sein. Mehrere Studien sind laut der Deutschen Herzstiftung nämlich zu der Erkenntnis gekommen, dass das Risiko, Organschäden zu erleiden, mit steigendem Blutdruck zunimmt.
Beim Auswerten einer Blutdruckmessung muss laut dem Helios-Gesundheitsmagazin aber auch beachtet werden, dass die Höhe des Blutdrucks von unterschiedlichen Faktoren abhängig ist und es sich nicht um eine konstante Größe handelt. So ist es zum Beispiel ganz normal, dass der Blutdruck durch Sport steigt und in Ruhephasen sinkt. Zudem ist der Blutdruck geschlechtsabhängig und steigt mit dem Lebensalter.
Bluthochdruck: Welche Folgeerkrankungen kann er auslösen?
In Deutschland leidet laut herzmedizin.de, einer Seite der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, jeder dritte Erwachsene an einer Hypertonie. Bei den über 70-Jährigen sind es sogar drei von vier Personen. Insgesamt haben hierzulande etwa 20 bis 30 Millionen Menschen Bluthochdruck. Dabei kann ein dauerhaft erhöhter Blutdruck dem Helios-Gesundheitsmagazin zufolge zu verschiedenen Folgeerkrankungen führen. Von Veränderungen betroffen sind insbesondere der Herzmuskel sowie die Gefäßwände von Arterien und Venen. Folgeschäden können demnach am Herzen, im Gehirn, an den Nieren und Augen sowie in den Bein- und anderen Gefäßen entstehen.
Bluthochdruck und seine Folgen für das Herz
Wenn der Blutdruck steigt, muss das Herz laut internisten-im netz.de kräftiger arbeiten, um Blut in den Körper zu pumpen. Wird das wie bei Bluthochdruck zum Dauerzustand, verdickt sich der Herzmuskel, um sich der höheren Beanspruchung anzupassen. Gesprochen wird dann von einer Herzmuskelhypertrophie, die das Herz steifer macht. Bei körperlicher Belastung kann sich eine solche Verdickung und Versteifung der Herzmuskelfasern durch zunehmende Kurzatmigkeit und Luftnot bemerkbar machen.
Ein weiteres Problem: Mit dem Wachstum des Herzmuskels können die Blutgefäße des Herzens nicht mithalten, was laut herzmedizin.de zu einer Unterversorgung des Herzmuskels führen kann. Bemerkbar macht sich das internisten-im-netz.de zufolge häufig mit Angina-pectoris-Beschwerden, also einem starken Engegefühl in der Brust sowie anfallartigen Schmerzen hinter dem Brustbein.
Wird Bluthochdruck nicht oder nur unzureichend behandelt, kann sich im weiteren Verlauf eine chronische Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) mit einer Erweiterung der Herzkammern entwickeln. Laut internisten-im-netz.de stirbt daran sogar etwa ein Drittel der Patientinnen und Patienten mit Bluthochdruck. Die Erkrankung fördert zudem die Verkalkung der Gefäße – gesprochen wird dann von einer Arteriosklerose, die wiederum ein großer Risikofaktor für die koronare Herzkrankheit (KHK) und damit für einen Herzinfarkt ist.
Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck kann außerdem zu Herzrhythmusstörungen führen. Diese können sich unter anderem in häufigem Vorhofflimmern äußern, das laut der Deutschen Herzstiftung das Risiko für einen Schlaganfall deutlich erhöht.
Bluthochdruck und seine Folgen für das Gehirn
Bluthochdruck ist laut internisten-im-netz.de der wichtigste Risikofaktor für einen Schlaganfall. Dabei wird ein Teil des Gehirns plötzlich nicht mehr ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt, was zum Absterben von Nervenzellen führt und neurologische Ausfälle verursacht. Dem Herold, einem medizinischen Nachschlagewerk, zufolge sind etwa 50 Prozent der Schlaganfälle auf eine Hypertonie zurückzuführen. Zudem sei der medizinische Notfall bei circa 15 Prozent der Patientinnen und Patienten mit Bluthochdruck als Todesursache zu identifizieren.
Dem Helios Gesundheitsmagazin zufolge kann Bluthochdruck durch Blutungen im Gehirn sowie durch Gefäßrisse zu einem ischämischen oder hämorrhagischen Schlaganfall führen. Betroffen können kleine sowie große Gefäße im Gehirn sein, aber auch die hirnversorgenden Arterien. Diese Veränderungen der Durchblutung spielen zudem eine wichtige Rolle bei der Entwicklung einer Demenz.
Bluthochdruck und seine Folgen für die Nieren
Bluthochdruck kann auch die Niere und ihre Filterfunktion schädigen. Laut internisten-im-netz.de spielen dabei insbesondere Schädigungen der kleinsten Äderchen in den Nieren, die einen Teil des Filtersystems darstellen, eine wichtige Rolle. Die Schäden an den kleinen Gefäßen werden als Nephrosklerose bezeichnet. Auf Dauer führt die Durchblutungsstörung laut dem Helios-Gesundheitsmagazin zu einer Einschränkung der Nierenfunktion (chronische Niereninsuffizienz) und kann bei einem vollständigen Verlust (Nierenversagen) sogar eine Nierenersatztherapie (Dialyse) erfordern.
Ist die Funktion der Nieren eingeschränkt, kann das laut internisten-im-netz.de zu einer Störung des Flüssigkeitshaushalts sowie zu einer Anhäufung von Stoffwechselabbauprodukten im Körper führen. Zudem kann die Niere durch ein geschädigtes Filtersystem für den Körper wichtige Stoffe nicht mehr zuverlässig zurückhalten. So kann es zu einer Proteinurie, auch Mikro- oder Makroalbuminurie genannt, kommen. Dabei wird Eiweiß vermehrt über den Urin ausgeschieden.
Auch kann sich eine Schädigung der Nieren negativ auf den Blutdruck auswirken. Internisten-im-netz.de zufolge kann eine Verschlechterung der Nierendurchblutung im Gewebe des Organs das blutdruckregulierende Hormonsystem (Renin-Angiotensin-Aldosteron-System) aktivieren, was zu einer Blutdruckerhöhung führt.
Bluthochdruck und seine Folgen für die Augen
Neben Herz, Gehirn und Nieren können auch die Augen bei Bluthochdruck in Mitleidenschaft gezogen werden. Laut herzmedizin.de wird die Netzhaut des Auges nämlich durch „feinste Blutgefäße“ versorgt. Werden diese durch einen dauerhaft erhöhten Blutdruck geschädigt, kann eine sogenannte hypertensive Retinopathie entstehen. Dabei handelt es sich um eine Netzhauterkrankung, die das Sehvermögen beeinträchtigt.
Bluthochdruck und seine Folgen für die Blutgefäße und Durchblutung
Ganz allgemein kann es laut herzmedizin.de durch Bluthochdruck zu einer Verkalkung der Gefäße (Arteriosklerose) im gesamten Körper kommen. Dies führt zu Gefäßverengungen und -verschlüssen, die unter anderem in einem Herzinfarkt oder Schlaganfall resultieren können. Außerdem können solche arteriosklerotischen Veränderungen auch die Arterien in den Beinen betreffen und eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) auslösen, umgangssprachlich auch als Schaufensterkrankheit bekannt. Dabei haben Betroffene laut dem Helios-Gesundheitsmagazin beim Gehen oft starke Schmerzen in den Beinen und müssen immer wieder stehen bleiben, bis die Beschwerden nachlassen. Eine pAVK ist allerdings nicht auf die Blutgefäße in den Beinen beschränkt, sondern kann laut internisten-im-netz.de auch die Arme betreffen und dort für eine Sauerstoffunterversorgung der Muskulatur sorgen.
Laut dem Helios-Gesundheitsmagazin kann ein dauerhaft erhöhter Blutdruck ohne Behandlung außerdem eine Erweiterung der großen Körperschlagader (Aorta) zur Folge haben und so ein Aortenaneurysma begünstigen. Dem DHZC zufolge sind dabei die Gefäßwände der Aorta krankhaft erweitert und es kommt zu Ausbuchtungen, die reißen und zu Einblutungen führen können. Meist entstehen Aortenaneurysmen im Bauch- oder Brustbereich.
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