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Haustiere: Fördern sie den Schlaf?

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Haustiere: Fördern sie den Schlaf?

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    Viele Hundebesitzer teilen ihr Bett mit dem eigenen Vierbeiner. Doch nicht alle Haustiere sorgen für erholsame Nächte. Manche stören den Schlaf mehr, als sie ihn fördern.
    Viele Hundebesitzer teilen ihr Bett mit dem eigenen Vierbeiner. Doch nicht alle Haustiere sorgen für erholsame Nächte. Manche stören den Schlaf mehr, als sie ihn fördern. Foto: Tatyana Gladskih, stock.adobe.com (Symbolbild)

    Für manche ist es ein Albtraum, für andere kaum noch wegzudenken: das eigene Haustier im Bett. Ob Hund, Katze oder Kaninchen – immer mehr Menschen lassen ihre tierischen Begleiter nachts bei sich schlafen. Dabei stellt sich die Frage: Fördert das Haustier den Schlaf tatsächlich oder sorgt es eher für unruhige Nächte?

    Haustiere im Bett: Wie beeinflussen sie den Schlaf?

    Knapp ein Drittel der Haustiere darf laut einer YouGov-Umfrage im Auftrag des Onlinehändlers Galaxus im Bett schlafen. Das Marktforschungsinstitut befragte insgesamt 5125 Menschen in Deutschland, der Schweiz, Österreich, Frankreich und Italien zu ihren Haustieren und deren Gewohnheiten. Von den 48 Prozent der deutschen Haustierbesitzer darf fast jedes dritte Tier mit ins Bett. Doch wie wirkt sich das auf den eigenen Schlaf aus?

    Der Schlafforscherin Dr. Christine Blume zufolge können Haustiere den Schlaf sowohl positiv als auch negativ beeinflussen. Gegenüber Deutschlandfunk Nova erklärte sie, welche Effekte möglich sind:

    • Vorteil: Haustiere können ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit vermitteln. Menschen, die sich nachts schnell einsam oder ängstlich fühlen, können durch die Nähe ihres Tieres beruhigt werden.
    • Nachteil: Gleichzeitig können Tiere den Schlaf auch stören. „Das Tier läuft im Raum herum, schnarcht oder jault oder hat Entleerungsbedarf“, betont Blume. Solche Bewegungen und Geräusche können den Schlaf fragmentieren, sodass Menschen nachts öfter wach werden oder unruhiger schlafen.

    Vorteile: Fördern Haustiere den Schlaf?

    Wie die Schlafforscherin Dr. Christine Blume gegenüber Deutschlandfunk Nova erklärt, kann das gemeinsame Schlafen mit Haustieren bei vielen Menschen ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit auslösen. Doch kann ein Haustier im Bett tatsächlich den Schlaf fördern?

    Eine Studie der Mayo Clinic im US-amerikanischen Scottsdale (Arizona) deutet darauf hin, dass dies zumindest für einige Menschen zutrifft. Von 74 Teilnehmern mit Haustier gaben mehr als 40 Prozent an, dass das gemeinsame Einschlafen mit ihrem Tier unproblematisch oder sogar schlaffördernd sei. Nur etwa jeder Fünfte berichtete von Störungen – etwa durch Schnarchen, Herumlaufen oder nächtliche Toilettengänge der Tiere.

    Auch der Hundeexperte Martin Rütter sieht mögliche Vorteile. Laut Angaben auf seiner Website gebe es Studien, die darauf hindeuten, dass das Schlafen in der Nähe eines Haustiers sogar positive Auswirkungen auf die Gesundheit haben kann. „Meist schlafen Menschen in der Nähe von ihrem Haustier schneller ein und besser durch“, sagt Rütter.

    Nachteile: Stören Haustiere den Schlaf?

    Andere Studien deuten darauf hin, dass Haustiere im Bett die Schlafqualität ihrer Besitzer negativ beeinflussen können. Denn auch Tiere bewegen sich nachts, machen Geräusche oder wechseln ihre Schlafposition – all das kann den Schlaf stören.

    Darauf weist eine 2023 veröffentlichte, amerikanische Studie des Richard A. Gillespie College of Veterinary Medicine in Harrogate hin. Die Forschenden untersuchten den Zusammenhang zwischen Haustierhaltung und Schlafproblemen bei Erwachsenen. Demnach berichteten Hundebesitzer häufiger von Schlafstörungen als Personen ohne Hund. In den Analysen der Studie zeigten erstere insgesamt eine höhere Häufigkeit verschiedener Schlafprobleme. Dazu gehörten unter anderem:

    Auch Katzenbesitzer berichteten häufiger von bestimmten Schlafproblemen als Menschen ohne Katze – darunter Schnarchen, unruhiger Schlaf oder Beinzuckungen während der Nacht. Ob diese tatsächlich mit dem Haustier im Bett zusammenhängen, lässt sich aus der Studie allerdings nicht eindeutig ableiten. Die Forschenden weisen selbst auf Einschränkungen ihrer Analyse hin und sehen weiteren Forschungsbedarf.

    Hund oder Katze im Bett: Welches Haustier sorgt wirklich für besseren Schlaf?

    Die Studienlage zum gemeinsamen Schlafen mit Haustieren ist bislang uneinheitlich. Während einige Untersuchungen darauf hindeuten, dass Haustiere die Schlafqualität verbessern können, zeigen andere Studien eher negative Effekte. Ein möglicher Grund für diese widersprüchlichen Ergebnisse könne laut der Studienleiterin Lauren Wisnieski vom Gillespie College die Tierart sein: Katzen sind nämlich häufig nachtaktiver als Hunde und könnten dadurch den Schlaf stärker stören.

    Auch eine 2018 veröffentlichte Online-Umfrage in den USA kommt zu ähnlichen Ergebnissen. 962 erwachsene Frauen wurden gefragt, wen sie als Bettpartner bevorzugen: Mensch, Hund oder Katze. Die Wahl fiel dabei überwiegend auf Hunde. Sie wurden als weniger störend wahrgenommen und gaben den Teilnehmerinnen ein stärkeres Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. Katzen hingegen wirkten ähnlich störend wie menschliche Partner und wurden seltener mit Geborgenheit verbunden. Ob der Schlaf mit dem Haustier tatsächlich förderlich ist, könnte also auch von der Tierart abhängen. Eine eindeutige Studienlage gibt es bislang jedoch nicht.

    6 Tipps: Wie schläft man sicher mit Haustieren im Bett?

    Wer mit seinem Haustier im Bett schläft, kann einige Maßnahmen beachten, um die Schlafsituation hygienisch zu gestalten und die Schlafqualität zu verbessern. Die Schlafmedizinerin Dr. Nancy Foldvary-Schaefer von der Cleveland Clinic empfiehlt folgende sechs Maßnahmen:

    1. Luftfilter nutzen: HEPA-Filter entfernen über 99 Prozent der Tierhaare und Allergene aus dem Schlafzimmer.
    2. Bettwäsche regelmäßig wechseln: Die Bettwäsche sollte einmal pro Woche gewaschen werden, um Haare, Hautschuppen und Pilzorganismen zu reduzieren.
    3. Haustier sauber halten: Regelmäßiges Baden kann vor Keimen, Flöhen und Zecken schützen.
    4. Definierter Schlafbereich: Das Tier muss nicht direkt neben einem liegen; ein eigener Bereich im Bett oder eine andere Position ermöglicht Nähe ohne Störung.
    5. Schlafroutine einplanen: Wenn das Haustier nachts regelmäßig aufwacht, kann es helfen, dies in die Routine einzubeziehen, z. B. früher ins Bett zu gehen, um genügend Schlaf zu bekommen.
    6. Klare Grenzen setzen: Regeln helfen dem Tier, den Schlafplatz zu respektieren und sorgen dafür, dass die eigene Erholung nicht gestört wird.

    Wer trotz dieser Maßnahmen dauerhaft müde aufwacht oder unter gestörter Schlafqualität leidet, sollte laut der Schlafmedizinerin das Schlafen mit dem Haustier im Bett überdenken. Manche Haustierbesitzer tun gut daran, ganz auf das gemeinsame Schlafen zu verzichten. Wer unter Allergien, einem geschwächten Immunsystem oder starken Schlafproblemen leidet, gibt dem Haustier besser einen eigenen Schlafplatz, betont Martin Rütter. Auch Kinder sollten dem Hundeexperten zufolge niemals alleine mit einem Haustier im Bett schlafen oder unbeaufsichtigt im Kinderzimmer sein.

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