Der Deutsche Bundestag hat über die Vorplanung und frühe Öffentlichkeitsbeteiligung zur Aus- und Neubaustrecke Augsburg–Ulm wichtige Weichenstellungen vorgenommen, die den Forderungen des Landkreises Günzburg in zentralen Punkten entsprechen. In der Region wird die Entscheidung positiv aufgenommen, wie aus einer von der Stadt Burgau veröffentlichten gemeinsamen Pressemitteilung hervorgeht. Damit erfolge ein wichtiger Schritt für eine verkehrspolitische Lösung, die die Interessen der Region angemessen berücksichtigt. Gleichzeitig wird damit die jahrelange Arbeit der Vertreter aus dem Landkreis Günzburg mit Erfolg gekrönt, heißt es in der Pressemitteilung.
Wie berichtet, hatte der Verkehrsausschuss am Mittwoch über die Ausbaustrecke Ulm-Augsburg beraten, seine Beschlussempfehlung zum Bahnausbau wurde dem Bundestag am Donnerstag präsentiert. Die Landkreise Günzburg, Neu-Ulm und Augsburg sollen demnach nun einen Großteil ihrer Kernforderungen bekommen. Aktuell laufen entlang der Ausbaustrecke Ulm-Augsburg bereits Probebohrungen der Bahn, bei denen die Bodenbeschaffenheit etwa für den Bau von Tunneln untersucht wird.
Landtagsabgeordnete Jenny Schack (CSU) zeigte sich zufrieden mit den Ergebnissen der Beratungen: „Die nun getroffenen Entscheidungen zeigen, dass unsere Anliegen gehört und ernst genommen werden. Anfangs wurden wir belächelt dafür, dass wir mehr Tunnel und Lärmschutz gefordert haben. Alle Forderungen sind jetzt vorgesehen und werden so umgesetzt werden. Gerade für Limbach, Unterknöringen, Klein- und Großanhausen und Burgau ist dies ein großer Erfolg.“
Bundestag beschließt koordinierte Schallschutzmaßnahmen für die Region
Ein besonderer Fokus bei den nun vorgenommenen und im Bundestag beschlossenen Änderungen liegt dabei auf dem Lärmschutz. Die Verantwortlichen im Landkreis hatten sich dafür eingesetzt, dass die Lärmbelastungen durch die Autobahn und die Bahn zusammen betrachtet und Synergien bei den Schutzmaßnahmen genutzt werden. Die nun getroffenen Entscheidungen tragen diesem Anliegen Rechnung, indem sie eine koordinierte Planung von Schallschutzmaßnahmen vorsehen, die sowohl die Autobahn als auch die Bahntrasse einbeziehen. Die Verantwortlichen sehen dies als wichtigen Erfolg für die Lebensqualität der Anwohnerinnen und Anwohner, sowohl an der Autobahn als auch an der Bahntrasse.
Ein weiterer zentraler Punkt betrifft den Schutz des Trinkwasserschutzgebiets Burgau. Hier hat der Verkehrsausschuss die Forderung der Region aufgegriffen, eine Umtrassierung der Streckenführung vorzunehmen. Die geplante Trasse soll nun tiefer im Kammeltal geführt werden, sodass eine hohe Brücke vermieden werden kann. Gleichzeitig wird dadurch der Tunnelanteil zwischen dem Kammeltal und Günzburg nochmals deutlich erhöht. So ist ein Tunnel im Kronbachtal vorgesehen, wodurch ein potenzieller Lärmtrichter für die Region Burgau vermieden wird.
Bundestagsbeschluss sichert zentrale Anliegen für Burgau und Landkreis Günzburg
Burgaus Bürgermeister Martin Brenner erklärt: „Gemeinsam mit der Bürgerinitiative Limbach haben wir viel erreicht. Die Umsetzung unserer zentralen Anliegen – eine tiefere Trassenführung im Kammeltal, eine deutlich niedrigere Brücke sowie ein Tunnel in Richtung Limbach – ist ein bedeutender Erfolg für unsere Region und die Menschen vor Ort.“
Landrat Hans Reichhart ergänzt: „Dass unsere Forderungen nun im Bundestagsbeschluss verankert sind, bestätigt unseren Einsatz. Dies ist ein wichtiger Schritt für den Landkreis und alle, die hier leben.“ Die Vertreter der Region haben angekündigt, die weiteren Planungen weiterhin eng zu begleiten und sich dafür einzusetzen, dass die umgesetzten Maßnahmen den Bedürfnissen der Bevölkerung gerecht werden. (AZ)
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