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Klimawandel: War der Dezember in der Region bisher ungewöhnlich kalt?

Klimawandel

War der Dezember in der Region bisher ungewöhnlich kalt?

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    Die Temperaturen waren seit dem dritten Adventswochenende niedrig, es fiel Schnee, Straßen waren vereist.
    Die Temperaturen waren seit dem dritten Adventswochenende niedrig, es fiel Schnee, Straßen waren vereist. Foto: Karl-Josef Hildenbrand, dpa

    Der Dezember 2022 war kalt. Beziehungsweise: kälter als erwartet. Bis einschließlich 19. Dezember lag die Durchschnittstemperatur bei -1,7 Grad Celsius in Augsburg, -0,9 Grad in München, -2 Grad in Kempten. Zum Vergleich: Zwischen 1991 und 2020 lag die Temperatur in Augsburg im Dezember durchschnittlich bei 0,2 Grad, in München bei -0,3 Grad, in Kempten bei -1,1 Grad. Die Differenz zu früheren Jahrenüberrascht Meteorologinnen und Meteorologen. Noch im November erwartete der Deutsche Wetterdienst einen warmen Winter. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gingen von zwei Grad Celsius Durchschnittstemperatur aus – fast vier Grad zu viel. Ist dieser Winter also ungewöhnlich kalt? 

    Blickt man auf die vergangenen Jahre, zeigt sich: Der Winter wird immer wärmer

    Die Antwort: Ja und nein. Die Temperaturen waren seit dem dritten Adventswochenende niedrig, es fiel Schnee, Straßen waren vereist. "Allerdings wird in den nächsten Tagen warme Atlantikluft über Deutschland herangeführt, sodass Tageshöchstwerte bis +12 °C erwartet werden", sagt Florian Imbery, Leiter des Referats Nationale Klimaüberwachung beim Deutschen Wetterdienst (DWD). Damit würde auch die Durchschnittstemperatur für den Dezember steigen.

    Blickt man auf die vergangenen Jahre, zeigt sich: Der Winter wird immer wärmer, die Frost- und Schneetage gehen zurück. In den vergangenen zehn Jahren war der Dezember jedes Mal überdurchschnittlich warm. Häufig lagen die Temperaturen zwei oder sogar drei Grad über dem Durchschnitt der Jahre 1961 bis 1990. Jahre also, in denen der Klimawandel noch eine geringere Auswirkung auf die Temperaturen hatte. Insofern: Ja, dieser Winter ist ungewöhnlich kalt. Aber: Die Winter der vergangenen Jahre waren auch überdurchschnittlich warm. Das letzte Mal, als der Dezember ähnlich kalt war wie in diesem Jahr, war 2010.

    Abweichungen seien normal, sagt DWD-Experte Imbery. Er spricht von Klimavariabilität. "Das heißt, auch in einer sich weiter erwärmenden Welt wird es immer wieder kühlere Phasen geben. Trotzdem werden die Winter immer wärmer", sagt er. "Seit 1881 ist die Durchschnittstemperatur im Dezember um 1,9 Grad gestiegen", so Florian Imbery.

    Und der Trend wird sich in den kommenden Jahren wohl fortsetzen. Wie viel wärmer die Winter werden, hängt von der Menge an Treibhausgas ab, die wir in den nächsten Jahren ausstoßen. Forscherinnen und Forscher des Helmholtz-Instituts gehen davon aus, dass die Zahl der Frosttage in Augsburg selbst bei niedrigen Emissionen bis Mitte des Jahrhunderts um 20 Prozent zurückgeht. 

    Unter Frosttagen verstehen sie Tage, an denen die Temperatur unter 0 Grad sinkt. Bei hohem Treibhausgas-Ausstoß würde die Zahl bis 2065 um 35 Prozent zurückgehen, bis Ende des Jahrhunderts sogar um fast 60 Prozent.

    Auch in der Zukunft könnte es zwar Jahre geben, in denen der Dezember kalt ist und die Temperatur überdurchschnittlich häufig unter null Grad fällt. Aber diese Ausnahmen werden seltener. Denn klar ist: Unsere Winter werden wärmer. 

    Um die Folgen für Gesundheit und Wirtschaft gering zu halten, ist es wichtig, die regionalen Folgen des Klimawandels zu kennen. Mit unserem Projekt "Klimaausblick" wollen wir genau das zeigen. Für jeden Landkreis haben wir eine Tabelle mit Prognosen erstellt. Sie zeigen, wie sich das Klima in Ihrer Heimat entwickeln wird: Auf welche Temperaturen wir uns einstellen müssen, wie lange künftig die Hitzeperioden dauern werden und wie stark die Zahl der Frosttage abnimmt. Die Diagramme finden Sie hier.

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