Aufmüpiger Blick, gereckte Faust, Nieten an der Lederjacke, blonde Stachelfrisur. Mit seinem Auftreten hat Billy Idol sein Image als poppiger Punkrocker zementiert. Doch es waren Hits wie „Rebel Yell“, „Dancing with myself“ oder „White Wedding“, die den Briten bekannt gemacht haben. Nach elf Jahren Pause erscheint mit „Dream into it“ sein neues Album. Seit fast 40 Jahren macht Idol Musik, tourt um die Welt - und schon früh weiß er, dass das bürgerliche Leben nichts für ihn ist.
Mit dem Manager von Kiss werkelt Billy Idol an einem massentauglicheren Sound
In der Schule wird er gehänselt und als idle beschimpft, also träge. Den Titel macht er sich später zu eigen, nennt sich Billy Idol statt William Michael Albert und mischt die Londoner Punk-Szene auf statt Philosophie zu studieren. Er ist wild, aufsässig, ein Frauenheld, der um sich selbst kreist und doch alle begeistert mit seiner der Mir-doch-egal-Haltung.
Und er will more, more, more. Anfang der 1980er Jahre zieht Idol in die USA. Mit dem Manager von Kiss werkelt er an einem massentauglicheren Sound, macht den Punk ein weniger poppiger und veröffentlicht 1982 sein erstes Album. Ein Jahr später veröffentlicht er die zweite Platte „Rebel Yell“, die ihn ganz nach oben katapultiert.
Und wie es sich für einen echten Rockstar gehört, geht Idol erst mal feiern. Viel feiern. Verwüstete Hotelsuites, Schlägereien, Polizeigewahrsam, Gerichtsprozesse, das ganze Programm. Mit legendären Live-Auftritten und Musikvideos auf MTV festigt er sein Image als aufmüpfiger Haudegen, zeitweise macht er vor allem mit Drogenexzessen und Sexorgien von sich reden.
Bei einem Motorradunfall verletzt sich Billy Idol schwer
Mehrmals springt er dem Tod von der Schippe, bei einem Motorradunfall verletzt er sich schwer. „Ich habe meine neun Leben genutzt“, sagt er später im Interview. Anfang der 1990er-Jahre macht Idol einen Entzug, er berappelt sich, nimmt zwei Alben auf, doch der Erfolg bleibt aus. Erst in den 2000er-Jahren gelingt dem Briten ein beeindruckendes Comeback.
Er habe viele selbstzerstörerische Momente erlebt, aber „dieser unerschütterliche Glaube an die Musik“ ließ ihn durchhalten, sagt er rückblickend. „Das war das größte Geschenk von allen.“ Oder wie er auf seinem neuen Album singt: „It‘s been a long ride, but the ride is all I know, I‘m still dancing.“ Und vielleicht wird ihm jetzt, mit 69 Jahren, die größte Rockstar-Ehre zuteil: Die Aufnahme in die Rock And Roll Hall Of Fame. Er hätte es verdient. Punkrock, Baby!
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren