Der Trend geht zum Dritten Bürgermeister oder zur Dritten Bürgermeisterin: Auch in der konstituierenden Sitzung des Windacher Gemeinderats wurde eine weitere Vertreterstelle für den Fall, dass die neu gewählte Rathauschefin Christiane Freisleder (Freie Wähler Windach) nicht im Dienst sein kann.
Zunächst ist in diesem Fall freilich der Zweite Bürgermeister gefragt. Dessen Position war ebenfalls neu zu besetzen, nachdem der bisherige Vize Ingmar Bertling aus Schöffelding nicht mehr für den Gemeinderat kandidiert hatte. Mit seinem Verzicht wandert die Position zurück in den Hauptort. Neuer Zweiter Bürgermeister ist Markus Ertl, der wie die Bürgermeisterin zu den Freien Wählern Windach gehört. Er setzte sich in der schriftlich-geheimen Wahl durch den Gemeinderat mit 10:7 Stimmen gegen Maximilian Graf (Dorfgemeinschaft Windach) durch.
Mehr als die Hälfte der Gemeinderatsmitglieder ist neu
An die Dorfgemeinschaft fiel dann das weitere Bürgermeisteramt. In dieses wurde die neue Gemeinderätin Sabrina Wäcker gewählt, die 13 Stimmen erhielt. Warum es nun auch in Windach aufgrund eines Mehrheitsbeschlusses ein weiteres Bürgermeisteramt gibt - neu eingeführt wurde dieses unter anderem auch in Geltendorf, Greifenberg, Schondorf und Dießen - wurde in der Sitzung nicht so recht erkennbar. In den vergangenen Jahrzehnten begnügte man sich in Windach stets mit nur einem Vize.
Begonnen hatte die Sitzung mit der Vereidigung der neuen Bürgermeisterin durch den ältesten Gemeinderat Dr. Adolf Gebhardt. Anschließend vereidigte die Bürgermeisterin die neun neuen Gemeinderatsmitglieder Gabriele Michl (Freie Wähler), Susanne Futterknecht und Bettina Sunder-Plassmann (beide BiLO/Grüne), Bernd Menter und Michael Stiller (Schöffelding), Maximilian Graf, Angelika Sedlmeir und Sabrina Wäcker (Dorfgemeinschaft Windach) sowie Martin Gerum (Hechenwang).
Sekt und Schokolade und ein Staffelstab zum Wechsel im Gremium
Zur ersten Sitzung eingeladen hatte Bürgermeisterin Freisleder auch die ausgeschiedenen Kommunalpolitiker, denen der Abschied mit Sekt und Schokolade versüßt wurde und die den neuen Gemeinderatsmitgliedern einen goldverzierten Staffelstab überreichten, während der vorherige Bürgermeister Richard Michl an seine Nachfolgerin ein jahrzehntealtes Schild mit der Aufschrift „Wohnung des Bürgermeisters“ weitergab.
Im weiteren Verlauf beschäftigte sich der Gemeinderat intensiv mit der neuen Geschäftsordnung, sodass um 23.15 Uhr, als die Sitzung beendet wurde, die Tagesordnung noch nicht abgearbeitet war. Unter anderem müssen noch die Vertreterinnen und Vertreter in den Gemeindewerken von Zweckverbänden bestimmt werden, ebenso die Fachreferenten.
Größere Änderungen am vorliegenden Entwurf der Geschäftsordnung gab es laut Bürgermeisterin Freisleder nicht. So blieb unter anderem der finanzielle Rahmen, innerhalb dessen sie Haushaltsmittel bewirtschaften darf, wie bei ihrem Vorgänger bei 13.000 Euro. Etwas anders wurden die Ausschüsse zugeschnitten. Der bisherige Ausschuss für Ortsbild, Verkehr, Kultur und Vereine wurde in zwei Gremien aufgeteilt: einen Ausschuss für Soziales, Kultur und Vereine und einen Ausschuss für Ortsbild und Verkehr. Daneben werden ein Haupt- und Finanzausschuss, ein Bauausschuss, ein Ausschuss für Umwelt, Energie und Gewerbeförderung und der obligatorische Rechnungsprüfungsausschuss gebildet. Eine Änderung gibt es auch beim Sitzungsgeld. Für Gemeinderatssitzungen werden 60 Euro ausbezahlt, für Ausschusssitzungen 30 Euro, bisher waren es einheitlich 40 Euro.
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren