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Von Frieden keine Spur: Die Hamas verteidigt ihre Macht

Kommentar

Solange die Hamas nicht ausgeschaltet ist, gibt es keine Zwei-Staaten-Lösung

Rudi Wais
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    Die Hamas lehnt es ab, alle ihre Waffen niederzulegen.
    Die Hamas lehnt es ab, alle ihre Waffen niederzulegen. Foto: Abed Rahim Khatib/dpa

    Frieden ist ein großes Wort – und ein Fremdwort für die Hamas. Nach der Freilassung der letzten 20 noch lebenden Geiseln tut die Terrororganisation alles, um ihre Macht im Gazastreifen zu verteidigen. Zu Dutzenden richtet sie Palästinenser hin, die nicht auf ihrer Seite stehen, sie provoziert das israelische Militär mit Angriffen wie am Sonntag und macht aus ihrer Gesinnung auch gar keinen Hehl. Das palästinensische Volk werde nicht ruhen, heißt es in einer Erklärung der Hamas, „bis der letzte Gefangene aus den Gefängnissen der neuen Nazis befreit und die Besatzung unseres Landes und unserer heiligen Stätten entfernt ist.“

    Die Israelis als die neuen Nazis, ein judenfreier Palästinenserstaat vom Jordan bis zum Mittelmeer: Alles so oder so ähnlich schon einmal gehört. Dass die Hamas sich auf Druck von US-Präsident Donald Trump auf eine Waffenruhe eingelassen hat, war lediglich ein taktisches Manöver. Sie braucht nach zwei Jahren Krieg Zeit, ums sich zu regenerieren, um wieder aufzurüsten und in einem günstigen Moment auch noch nach dem Westjordanland zu greifen, wo die Schar ihrer Anhänger wächst und wächst. Wie vor diesem Hintergrund ein friedliches Nebeneinander von Israelis und Arabern möglich sein soll, hat bisher noch keiner der vielen Befürworter einer Zwei-Staaten-Lösung erklären können. So lange die Hamas nicht ausgeschaltet ist, erübrigt sich ohnehin jede Verhandlung darüber.

    Die Hamas ist eine Hydra, der ständig neue Köpfe nachwachsen. Zwar hat das israelische Militär in den vergangenen beiden Jahren nahezu die komplette Führungsspitze der Organisation ausgeschaltet. Mit den fast 2000 palästinensischen Häftlingen, die im Gegenzug für die Geiseln die israelischen Gefängnisse verlassen durften, macht die Hamas diese Verluste aber mehr als wett. Zu glauben, die Freigelassenen würden sich künftig als Handwerker, Bauern oder Straßenarbeiter am Wiederaufbau von Gaza beteiligen, wäre jedenfalls reichlich naiv. Unter den Amnestierten sind Hunderte von Mördern, Attentätern und ihren Helfershelfern, fanatische Islamisten allesamt. Sie werden versuchen, eine neue Hamas aufzubauen, die nicht weniger brutal und skrupellos sein wird als die alte.

    Aus Wasserleitungen baut die Hamas Raketen

    Umso erstaunlicher klingen gerade viele Solidaritäts- und Hilfsadressen aus den europäischen Ländern. 200 Millionen Euro will alleine die deutsche Entwicklungsministerin jetzt für den Wiederaufbau des Gazastreifens bereitstellen - dass dieses Geld auch dort ankommt, wo es benötigt wird, ist allerdings alles andere als sicher. Das Hilfswerk UNRWA ist von der Hamas unterwandert, die Autonomiebehörde in Ramallah eine korrupte Funktionärsclique - und dass sich auch ein Projekt mit den besten Absichten schnell ins Gegenteil verkehren kann, hat schon ein anderer Entwicklungsminister erfahren. Dirk Niebel spendierte dem Küstenstreifen einst kilometerlange Wasserleitungen für Bewässerungsprojekte. Später riss die Hamas sie wieder heraus, um aus den Rohren Raketen zu bauen.

    So lange die Hamas eine Macht in Gaza ist, verbietet sich deshalb jenseits des Humanitären jede Unterstützung, und sei sie noch so gut gemeint - sie würde nur in den falschen Händen landen. Erst eine vollständige Entwaffnung der Hamas schafft die Voraussetzungen für einen Neuanfang. Die meisten arabischen Nachbarstaaten haben das verstanden und zögern noch mit finanziellen Zusagen. EU-Europa in seiner Naivität aber versucht, ein Problem mit Geld zu lösen, das sich nicht mit Geld, sondern nur mit Härte lösen lässt..

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