Dicke, dunkle Wolken am Himmel, die fast das ganze Bild ausfüllen, dazu nur ein heller Lichtstreif: So sah das Foto aus, das Kämmerer Dominik Leder herausgesucht hatte, und das in seinen Augen bezeichnend für den Haushalt der Gemeinde ist. „Ein Gewitter wird kommen, es wird die Frage sein, wie schwer es ausfällt“, fasste er zusammen. Marktrat Helmut Rampp hingegen meinte, er sehe eher „das Licht am Ende des Horizonts“. Und Bürgermeisterin Susanne Fischer kommentierte: „Die Großwetterlage betrifft nicht nur uns.“ Man dürfe nicht leichtsinnig sein, sondern müsse aufpassen, wie man das Geld ausgebe. „Aber wir investieren in Begegnungsstätten vor Ort. Das sind Werte, die wir haben, und auf die wir stolz sein dürfen.“
Doch nun zu den Zahlen, die Dominik Leder zuvor dem Finanzausschuss präsentiert hatte. Puffer seien im aktuellen Haushalt nicht mehr drin, erklärte er. Das Gesamtvolumen des für 2025 geplanten Haushalts ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken: Es beträgt rund 14,8 Millionen Euro. 6,2 Millionen entfallen dabei auf den Verwaltungshaushalt, also das laufende Geschäft, und 8,6 Millionen auf den Vermögenshaushalt, in dem langfristige Investitionen aufgeführt sind.
1,9 Millionen Euro bekommt Kirchheim aus der Einkommensteuer
Die größten Einnahmen im Verwaltungshaushalt sind neben der Einkommensteuer (1,9 Millionen Euro) die Schlüsselzuweisungen des Freistaats (899.000 Euro) und die Gewerbesteuer (800.000 Euro). Am meisten Geld im laufenden Geschäft gibt Kirchheim für den sächlichen Verwaltungs- und Betriebsaufwand aus (1,6 Millionen Euro), also alles, was im Alltag einer Gemeinde gebraucht wird, „vom Benzin für den Bauhof bis zur Stromrechnung“; gefolgt von der Kreisumlage (1,6 Millionen Euro) und den Personalkosten (668.000 Euro).
Im Vermögenshaushalt sind 355.000 Euro an Kosten für den Schulverband eingeplant: An der Schule wird der Anbau saniert und eine Aula angebaut. 1,1 Millionen Euro fließen in den Neubau der Kita St. Nepomuk, Zuschüsse für die Kitas gibt es in Höhe von 250.000 Euro. Insgesamt 285.000 Euro fließen in den Brandschutz der Gemeinde, weitere 40.000 Euro sollen investiert werden, um in Kirchheim einen „Leuchtturm“ für den Katastrophenschutz zu schaffen. 250.000 Euro erwartet der Markt vom Verkauf der Grundstücke im Renazé-Ring, muss allerdings auch 600.000 Euro an den Erschließungsträger zahlen – eine Summe, die die Gemeinde aber in Zukunft wiederbekommt, wenn die Grundstücke einmal bebaut werden. Jede Menge Fördergeld (562.500 Euro) gibt es für die Breitbanderschließung, für die 720.000 Euro eingeplant sind.
Das Bürger- und Kulturzentrum Adler in Kirchheim kostet rund 8,8 Millionen Euro
Kosten von 3,3 Millionen Euro sind für den Bau des Bürger- und Kulturzentrums Adler veranschlagt, immerhin aber auch ein Zuschuss vom Freistaat in Höhe von 1,75 Millionen Euro. Dass von den 8,8 Millionen Euro Gesamtkosten für den Adler 4,72 Millionen von der Regierung von Schwaben übernommen werden, die damit ihr Wort gehalten hatte, sorgte bei den Räten für gute Stimmung.
Ein Dämpfer war hingegen Kämmerer Leders Information über die Kanalsanierung der St2025, also die Hauptstraße, die 2026 gemacht werden müsse. „Darum kommen wir aufgrund der gesetzlichen Vorgabe nicht herum.“ Das Planungsbüro schätzte die Kosten dafür auf mehr als eine halbe Million Euro, wie er erklärte.
Nach einem Lob von allen Seiten für Dominik Leders Haushaltsplan angesichts der schwierigen Lage waren sich die Räte einig, auch künftig „jeden Euro dreimal“ umzudrehen, wie es Karl Scheifele formulierte, verstärkt auf Einsparpotenziale und Fördermöglichkeiten zu achten, gleichzeitig aber auch Themen wie den Grundstücksverkauf des „Alten Sportplatzes“ anzugehen.
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