Mindelheimer Krankenhaus: Das ist der aktuelle Stand beim Neubau
Mindelheim
So geht der Neubau der Mindelheimer Klinik voran
Auf dem Gelände der Mindelheimer Klinik ist in den vergangenen Monaten einiges passiert. Wie es weitergeht, erklärte die Geschäftsführerin des Klinikverbunds.
Der Rohbau an der Mindelheimer Klinik soll in rund einem Jahr fertig sein. Foto: Andreas Kleine, Kliniken Unterallgäu
Wenn das mal keine guten Nachrichten sind: Der Klinik-Neubau in Mindelheim liegt voll im Zeitplan, sagte Marie Demuth, eine der drei Geschäftsführer des Klinikverbunds Allgäu, in der jüngsten Sitzung des Kreis-Bauausschusses. Darin erklärte sie nicht nur, was auf der Baustelle seit dem Spatenstich im vergangenen Juli bereits passiert ist und welche Arbeiten in den kommenden Monaten anstehen, sondern präsentierte auch eine überraschende Zahl.
„Alle läuft nach Plan, ich habe nur gute Nachrichten“, sagte Demuth. Die Erdbau- und Verbauarbeiten für den ersten Bauabschnitt, in dem bis Ende 2027 ein neues Funktionsgebäude entstehen soll, seien seit Ende Januar weitgehend abgeschlossen. Nur die Spundwände müssten noch gezogen werden. In dem L-förmigen Funktionsgebäude werden im Keller die Küche, die Wäscherei, Umkleiden und Technikräume untergebracht. Im Erdgeschoss sind künftig die Notaufnahme, die Radiologie, die Endoskopie und weitere Behandlungsräume zu finden. Im ersten Stock sollen die OP-Säle, die zentrale Sterilisation und die Kreißsäle eingerichtet werden, die direkt an die Wöchnerinnen- und die Intensivstation angeschlossen sind. Der zweite Stock ist für die Dialyse und die Räume des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) vorgesehen und im dritten Stock entstehen die Räume für den ärztlichen Dienst und die Bereitschaftszimmer.
Jeden Tag fließt so viel Beton in die Mindelheimer Klinik-Baustelle wie für ein Einfamilienhaus benötigt wird
Im Februar wurde mit dem Rohbau begonnen, der ebenfalls in mehrere Bauabschnitte unterteilt wird. Aktuell werde am Anschluss an das bestehende MRT gebaut, um dieses im Juli wieder in Betrieb nehmen zu können, so Demuth. Um das Magnetfeld des MRT nicht zu stören, werden die Metallarbeiten vorgezogen.
Die Klinikbaustelle von oben: Bis Ende 2027 soll hier das neue Funktionsgebäude des Krankenhauses entstehen, in dem unter anderem die OPs und Kreißsäle untergebracht werden. Foto: Andreas Kleine, Kliniken Unterallgäu
„Momentan fließt jeden Tag so viel Beton in die Baustelle, wie für ein Einfamilienhaus benötigt wird“, veranschaulichte Demuth. Bis in rund einem Jahr soll der Rohbau dann fertig sein. Danach folgen die Fassade, der Innenausbau und Medizintechnik. Wenn der Funktionsbau Ende 2027 fertig ist, soll es gleich nahtlos mit dem zweiten Bauabschnitt weitergehen, dem neuen Bettenhaus.
Aufgrund der deutschlandweit gestiegenen Baukosten rechnet der Klinikverbund inzwischen mit Kosten von rund 105 Millionen Euro. Das sind drei Millionen Euro mehr als noch beim Spatenstich gedacht. Den größten Teil davon, nämlich 49,7 Millionen Euro, übernimmt der Landkreis Unterallgäu. Weitere knapp 41,2 Millionen Euro stammen aus Fördermitteln, und der Klinikverbund selbst steuert 14,4 Millionen Euro bei. „Ich meine, dass wir damit noch ganz gut unterwegs sind“, sagte Landrat Alex Eder. Eine Ausschreibung sei bereits günstiger ausgefallen als gedacht, insgesamt könne man momentan mit ganz guten Preisen rechnen. Insofern macht sich auch Marie Demuth Hoffnungen, dass die neuen Gebäude im besten Fall günstiger werden könnten als jetzt prognostiziert.
Für das MRT im Krankenhaus in Ottobeuren wurden bereits 470.000 Euro gespendet
Am Krankenhaus in Ottobeuren hat sich diese Hoffnung bereits erfüllt: Statt der erwarteten 33,5 Millionen Euro sind letztlich knapp 32,2 Millionen Euro in den neuen OP- und Intensiv-Bereich, die Funktionsdiagnostik und den Brandschutz geflossen. Der Eigenanteil des Landkreises liegt hier bei rund 15,8 Millionen Euro.
Seit dem Spatenstich hat sich auf dem Mindelheimer Klinikgelände einiges getan. Aktuell entsteht der Rohbau des neuen Funktionsgebäudes.
Wie Demuth auf Nachfrage von Erich Lerf (CSU) bestätigte, schreiten die Bauarbeiten für das neue, rund zwölf Tonnen schwere MRT in Ottobeuren voran. Für das Gerät und den dafür nötigen Umbau sind zur Freude der Geschäftsführerin inzwischen bereits Spenden in Höhe von 470.000 Euro eingegangen, das erklärte Spendenziel liegt bei 500.000 Euro. Die hohe Spendenbereitschaft, um die sie die Geschäftsführer anderer Kliniken durchaus beneideten, würdigte sie mit den Worten: „Das ist schon besonders hier.“ Auch Landrat Eder meinte: „Da können wir schon dankbar sein, wie‘s bei uns läuft.“
Den Neubau in Mindelheim hatte er immer wieder als unheimlich starkes Statement für den Standort bezeichnet. Aus Sicht des Klinikverbunds war er nötig geworden, um die Leistungen der Klinik optimal miteinander zu verzahnen und auf Anforderungen wie die zunehmende Ambulantisierung und den demografischen Wandel vorbereitet zu sein. In dem dann kompakteren Klinik-Gebäude sollen die Wege kürzer und der Energiebedarf niedriger sein.
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