Aktualisierung: Der Musikmarathon im Roxy wurde nun abgesagt. In einer Mitteilung des Vereins "Musik für Menschen in Not" vom Freitagvormittag heißt es: „Leider jetzt auch wir: Der Musikmarathon 2020 ist abgesagt. Aktuell ändert sich die Situation stündlich. Der Musikmarathon ist abhängig von vielen fleißigen Helfern, fast 100 Musikern und einer großen Anzahl von Unterstützern. Dass dieses ganze Konstrukt stabil bleibt, können wir nicht garantieren, genauso wenig wie eine ausgelassene Stimmung, weshalb wir uns schweren Herzens zu einer Absage entschieden haben."
Tickets können bis zum 31. März 2020 an den Vorverkaufsstellen zurückgegeben werden, an denen sie gekauft wurden. Wer sein Ticket nicht bis zum angegebenen Datum zurückgibt, spendet automatisch seine 10€.
Weiter heißt es: "Der Musikmarathon hat vor allem einen Hintergrund: Spenden für diejenigen zu sammeln, die auf Hilfe angewiesen sind. Das würden wir auch gern trotz der Absage hinbekommen und würden uns riesig über einen Beitrag freuen, den wir trotz allem unseren ausgewählten Projekten zukommen lassen wollen." Alle Informationen zur Absage und zu den Projekten sowie Kontodaten für Spenden finden sich unter www.einsatz-ulm.de/wordpress.
Auch das Konzert des Rappers "Dame" im Roxy, das für heute Abend, 13. März, geplant war, findet nicht statt. In einer Mitteilung des Kulturzentrums heißt es, man verhandle derzeit über einen Nachholtermin im Herbst für dieses Konzert.
Über weitere Absagen halten wir Sie auf dem Laufenden. Einen Überblick finden Sie hier: Coronavirus: Diese Veranstaltungen wurden abgesagt.
1000 Besucher, maximal. Das ist die Grenze, die nun auch das Land Baden-Württemberg für Großveranstaltungen gesetzt hat – so wie es Bayern zuvor schon beschlossen hat. Doch genau diese Grenze von 1000 überschreitet immer wieder der traditionelle Musikmarathon im Ulmer Roxy. In den vergangenen Jahren kamen etwa 140000 Euro bei diesem Benefizkonzert zusammen, etwa 12000 Euro allein im vergangenen Jahr. Auch in diesem Jahr, am Samstag, 14. März, soll die Veranstaltung stattfinden, mit 20 Bands. Das Roxy hat aber nun einen Notfallplan: Bei 800 Besuchern wird Schluss sein. Dann wird das Roxy keine weiteren Tickets mehr verkaufen. „Stand momentan findet der Marathon aber wie geplant statt“, sagt Johanna Homburger, Mitarbeiterin des Roxy und Mitglied im Verein der Organisatoren „Musik für Menschen in Not“.
Der 16. Musikmarathon im Ulmer Roxy soll stattfinden
„Musik für Menschen in Not“ ist der Impulsgeber des Marathons, aber viele helfen mit. Etwa 150 Menschen arbeiten an diesem Projekt, schätzt Organisator Tobias Schmid. Zum 16. Mal soll das Event nun über die große Bühne. Schmid sagt: „Wir sind guter Dinge, dass es stattfindet.“ Und vor allem hebt er die „super Atmosphäre“ hervor, die mitten in diesem Teamwork entsteht.
Dass so viel Geld gespendet werden kann, liegt am Konzept des Musikmarathon-Projekts: Keine der Bands verlangt eine Gage für diesen Abend, Sponsoren aus der freien Wirtschaft stützen den Verein. Bäckereien, Brauereien, Metzgereien beliefern das Event kostenlos, eine Supermarkt-Filiale und weitere Unternehmen stellen Waren zur Verfügung, Hotels spendieren Übernachtungsmöglichkeiten und die weitläufigen Räumlichkeiten des Roxy können kostenlos genutzt werden. Selbst das Security-Personal spendet seinen Lohn für diesen Abend, professionelle Ton- und Lichttechniker bestreiten alle Auftritte kostenfrei. „Bis auf wenige, unausweichliche Kosten können also alle Einnahmen des Tages gespendet werden“, versichern die Veranstalter.
Künstler reisen von weit her an zum Musikmarathon im Roxy
Schmid erklärt: Teilweise reisen die Künstler hunderte Kilometer, nur um für ein paar Minuten Auftritt für den guten Zweck auf der Bühne zu stehen. Jeweils 15 bis 20 Minuten pro Band oder Solokünstler. Ein kleiner Ausschnitt aus dem Programm für Samstag zeigt die Vielfalt: Den Startschuss zu dieser musikalischen Langstrecke geben um 19 Uhr „Voltkid“, ein Herrenquintett, das alternativen Deutsch-Rock verspricht. Elektrische Pop- und R&B-Klänge aus Berlin gibt es dann ab 21 Uhr mit dem Duo „Madanii&Lucid“, danach übernimmt die Frauencombo „Emanzenpanzer“ aus Ulm. Die Zielgerade, nach fast sechs Stunden Musik bespielt das Hip-Hop-Schlagzeug-DJ-Duo „Beat the Dancefloor“.
Das Roxy ist zwar von Corona-Absagen betroffen: Es ist Mitorganisator des Auftritts von Felix Lobrecht in der Ratiopharm-Arena – und der wurde nun vorläufig gestrichen. Verluste sind zu befürchten. Doch den Marathon soll das nicht berühren. „Ich hoffe auch sehr, dass einige Spenden zusammenkommen – immerhin kommen diese Menschen und vor allem Kindern zugute, die mit existenziellen Problemen zu kämpfen haben“, sagt Johanna Homburger. Der Verein wähle die guten Zwecke gründlich aus: Wichtig sei dabei der enge Kontakt zu den Organisationen und die Garantie, dass das Geld auch direkt an die Aktionen fließt.
Drei Organisationen hoffen auf Spenden des Musikmarathons
Diesmal können drei Organisationen auf Spenden hoffen:
- Die Regionalgruppe Ulm der „Ingenieure ohne Grenzen“ betreut ein Projekt in Kenia, bei dem es um nachhaltiges Wassermanagement geht. Mehr dazu: www.ingenieure-ohne-grenzen.org/de/ulm.
- Unterstützt wird ein nachhaltig aufgebautes Kinderdorf in Guarabira, Brasilien, das neben einem sicheren Umfeld auch psychologische Hilfe bietet. Infos dazu unter www.kinderdorf-guarabira.de.
- Der Verein „Cicla“ mit Sitz in Ulm hilft Straßenkindern in Südamerika. In Peru wollen die Helfer den Bau eines Kindergartens finanzieren. Hier erfahren Sie mehr: www.ciclaulm.jimdofree.com. Je nach Besucherzahlen und Einnahmen kommen gegebenenfalls noch weitere Projekte hinzu.
Tickets Karten für den Marathon gibt es beim Roxy-Ticketservice, beim Service-Center „Neue Mitte“ und auch online unter www.ulmtickets.de – und unter www.roxy.ulm.de, dort findet sich auch das genaue Programm des Marathons.
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