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Grundwasser in Senden: Belastung mit Schadstoffen bleibt deutlich zu hoch

Senden

Grundwasser verunreinigt: In Senden ist die Schadstoffbelastung 27-fach zu hoch

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    Die Gartensaison hat begonnen. Das Pflanzengießen mit Grundwasser ist jedoch bedenklich.
    Die Gartensaison hat begonnen. Das Pflanzengießen mit Grundwasser ist jedoch bedenklich. Foto: Christin Klose, dpa (Symbolbild)

    Wer im eigenen Garten Tomaten, Salat oder Obst anbaut, greift für die Bewässerung gerne auf den hauseigenen Brunnen zurück. In Teilen des Unteren Illertals ist dabei jedoch Vorsicht geboten. Zum Start der Gartensaison mahnt das Landratsamt Neu-Ulm zur Wachsamkeit: Das Grundwasser zwischen Bellenberg und Neu-Ulm ist weiterhin mit industriellen Lösungsmitteln verunreinigt. Vor allem in Senden bleiben die Messwerte hoch.

    Die Ursache für die Verunreinigung seien industrielle Altlasten einer ehemaligen Großreinigung in Bellenberg sowie einer früheren Uhrenfabrik in Senden. Im Wasser seien vor allem sogenannte Halogen-Kohlenwasserstoffe nachgewiesen worden. Das sind künstlich hergestellte, extrem starke industrielle Lösungs- und Reinigungsmittel, die gesundheitsschädlich und in der Umwelt kaum abbaubar sind.

    Mit dem Grundwasser sollte weder gegossen noch geputzt werden

    Zwar verdunsten die betroffenen Chemikalien an der frischen Lust relativ schnell, dennoch rät das Landratsamt von einer unbedarften Nutzung des Brunnenwassers ab. Es solle auf keinen Fall als Trinkwasser genutzt oder zum Duschen und Baden verwendet werden. Auch als Tränke für Haus- oder Nutztiere sei es ungeeignet.

    Besonders wichtig für Hobbygärtner: Während der Erntezeit sollten Obst und Gemüse nicht mit dem belasteten Wasser gegossen werden. Auch das Putzen und Waschen der Ernte sollte mit dem Wasser aus der öffentlichen Leitung erfolgen. Dieses stammt nicht aus den betroffenen Schichten und ist laut Landratsamt unbedenklich. Entwarnung gibt es auch für Schwimmer: Das Wasser der Badeseen der Region ist nicht belastet.

    In Senden ist der Schadstoffwert im Grundwasser 27-mal so hoch wie erlaubt

    Der Grenzwert der Trinkwasserverordnung für diese Art von Schadstoffen liegt bei zehn Mikrogramm pro Liter. Während sich die Werte in den meisten Orten auf einem eher niedrigen Niveau einpendeln, sticht Senden negativ heraus.

    Die Situation in den Kommunen im Überblick:

    • Senden: Im Gebiet nördlich der Erich-Rittinghaus-Straße (zwischen Kemptener Straße und Bahnlinie) schwanken die Werte stark und erreichen Spitzen von bis zu 273 Mikrogramm pro Liter.
    • Bellenberg: Westlich der Bachstraße und nördlich des Mühlbachs werden noch Konzentrationen zwischen neun und 32 Mikrogramm gemessen.
    • Neu-Ulm (Ludwigsfeld): Östlich der Memminger Straße liegen die Werte bei rund neun Mikrogramm und damit knapp unter dem Grenzwert. Die restlichen Stadtteile sowie die Neu-Ulmer Innenstadt sind unbelastet.
    • Vöhringen: Im Stadtgebiet westlich der Bahnlinie bleiben die Messwerte mit bis zu acht Mikrogramm pro Liter ebenfalls unter dem Grenzwert.

    Anwohner, die sich unsicher sind, ob ihr Grundstück in einem der belasteten Gebiete liegt, können sich online oder telefonisch unter 0731/704035100 informieren.

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