Wenige Bauten sorgten in den vergangenen Jahren für so viele Diskussionen wie der McDonalds'-Container in der Ulmer Fußgängerzone. Nun kommt die viel gescholtene Blockade inmitten der Bahnhofstraße weg. Franchisenehmer Gerhard Schmid unterschrieb nach langem Hin und Her einen Mietvertrag für eine Fläche in den Sedelhöfen.
„Die Erleichterung ist groß“, sagt dazu Ulms Baubürgermeister Tim von Winning auf Nachfrage. Erst nachdem die Stadtverwaltung mit der weitgehenden Fertigstellung der Sedelhöfe vereinbarte Zahlungen einstellte, kam es zur Unterzeichnung des Papiers mit dem Sedelhöfe-Investor DC Development. Früher war die Filiale des weltgrößten Burgerbraters im längst abgerissenen Gebäude Bahnhofplatz 6 untergebracht.
Kompliziert war das Ganze, weil McDonald’s noch einen bis 2026 laufenden Mietvertrag bei der Stadt Ulm, dem Besitzer des Gebäudes, hatte. Um dieses dennoch abbrechen zu können und eine jahrelange Verzögerung der Sedelhöfe zu verhindern, schloss die Stadt mit dem Franchisenehmer Schmid einen Vertrag.
Unter dem Strich musste die Stadt so nach Angaben des Baubürgermeisters Container-Kosten von etwa zwei Millionen Euro tragen. Dazu kam eine Vereinbarung über die monatlichen Umsatzausfälle von McDonalds’s. Insgesamt seien 1,5 Millionen Euro überwiesen worden. Wie die Stadtverwaltung in der Vergangenheit immer wieder betonte, seien „richtige Kosten“ für den Stadtsäckel aber nicht entstanden: Lediglich die Erlöse aus dem Grundstücksverkauf an den Sedelhof-Investor werden durch die Ausgaben geringer ausgefallen.
McDonald’s in Ulm war schlecht beraten
In der vergangenen Woche haben die Umbauarbeiten in der künftigen McDonald'-Filiale in den Sedelhöfen begonnen. „Je nach Entwicklung der Corona Pandemie planen wir das Restaurant Ende des Jahres zu eröffnen“, teilte eine Sprecherin von McDonald’s Deutschland auf Anfrage mit. Bisher habe der Franchise Nehmer im Container 30 Mitarbeiter beschäftigt. Im neuen Restaurant in den Sedelhöfen plane er mit 50 bis 70 Mitarbeitern.
Vier Wochen nach der Eröffnung des neuen McDonalds’s muss der Container weg sein, das sieht die Vereinbarung zwischen der Stadt und der Fast-Food-Kette vor. Aber nicht um jeden Preis: Eine Baustelle inmitten der Fußgängerzone dürfe nicht das Weihnachtsgeschäft stören, so der Baubürgermeister. Deshalb müsste McDonald’s noch vor Ende November den Umzug in die Sedelhöfe vollenden, sodass genügend Zeit für einen Abbau bleibe. Ansonsten schwebt von Winning eine weihnachtliche Dekoration („als Geschenk“) vor.
Eine Zwischennutzung – etwa im Rahmen des Weihnachtsmarkts – sei nicht möglich. Denn wenn der Burger-Brater ausgezogen sei, bliebe nicht viel mehr als eine Stahlhülle übrig. Die kommende Neugestaltung der Fußgängerzone wird noch Jahre bis zur Umsetzung brauchen. Deswegen wird es nach Abbau des Containers eine Übergangslösung zwischen Peek&Cloppenburg sowie Galeria Kaufhof geben. In der Diskussion der Stadträte befindet sich eine Sitzbank auf Holzplanken, Spielelemente und Bäume.
Das plant McDonald's im neuen Restaurant in den Sedelhöfen Ulm
Lothar Schubert, der geschäftsführende Gesellschafter von DC Development, betont, dass der Mietvertrag mit McDonalds’s „so wie schon lange vereinbart“ unterschrieben worden sei.
Der Burgerriese werde jetzt in „Haus zwei“ gegenüber dem anderen Burgerladen „Five Guys“ einziehen. Beides sind aus Sicht von Schubert wichtige Frequenzbringer für das Areal, in das zusammen mit dem Hotel-Bau am Bahnhofsplatz 270 Millionen Euro investiert werden. Beide US-Ketten ergänzen sich, so Schubert. „Sie bedienen völlig unterschiedliche Zielgruppen.“ McDonalds’s übernehme mehr oder weniger einen Rohbau, sodass große Investitionen fällig werden. Das neue Mc-Donald'-Restaurant wird nach Angaben des US-Konzerns das erste Restaurant in Baden-Württemberg sein, das im Design „Geometry“ gestaltet wird. Kennzeichen auf der 680-Quadratmeter-Fläche sind geometrische Illustrationen, rote Möbel und rote Leuchten.
Die künftigen McDonald'-Gäste haben in dem zweistöckigen Restaurant mit seinen digitalen Menüboards und einen über Bluetooth gesteuerten Tischservice die Möglichkeit, die bekannten Burger individuell zu verfeinern. So könne beispielsweise der Big Mac mit zusätzlichen Fleisch-Patties, oder der McRib mit Bacon oder Jalapeños bestellt werden.
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