Wie geht es weiter mit dem Windelsack in Neuburg? Diese Frage führte in der jüngsten Sitzung des Gesundheits- und Sozialausschusses des Landkreises Neuburg-Schrobenhausen zu einer regen Diskussion. Bevor die Windelentsorgung Thema war, ging es aber zunächst um das Kreiskrankenhaus Schrobenhausen und die Frage, welche Herausforderungen bei der medizinischen Versorgung in Zukunft bewältigt werden müssen.
Es waren zwar Zahlen von 2017, mit denen Holger Koch, Geschäftsführer des Kreiskrankenhauses Schrobenhausen, vor den Ausschuss trat. Die Botschaft für die Zukunft hätte aber aktueller und eindeutiger nicht sein können: Der Landkreis wird in den kommenden Jahrzehnten vor massive Herausforderungen gestellt werden, wenn es um die medizinische Versorgung der Bürger geht.
Die medizinische Versorgung stellt Neuburg-Schrobenhausen vor große Herausforderungen
Schließlich zeichnet sich im Landkreis, wie in ganz Deutschland ein besorgniserregender Trend ab. Die Menschen werden immer älter, der Bedarf an medizinischer Versorgung für Personen ab 60 Jahren steigt. Doch gleichzeitig gibt es immer weniger qualifiziertes Pflegepersonal. Koch stellte in seinem Lagebericht sowohl Patientenströme des Krankenhauses vor als auch Statistiken, die beispielsweise den wachsenden Bedarf für geriatrische Behandlungen verdeutlichten. „Wir haben wahnsinnige prozentuale Anstiege an Behandlungsangeboten für ältere Menschen“, sagte Koch. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, sei man schon heute enorm von Leiharbeitern abhängig.
Zudem spüre man deutliche Veränderungen bei Hausarztpraxen, von denen in Zukunft einige nicht mehr bestehen werden. Dies wirke sich unmittelbar auf die Patientenströme in den Krankenhäusern aus, da gerade für Bürger der ländlichen Räume nur noch dort eine medizinische Anlaufstelle bestünde.
Immer mehr Personen über 60 brauchen medizinische Angebote
Das Gremium nahm den Vortrag als Anlass, um die medizinische Versorgung im ganzen Landkreis künftig noch fokussierter im Blick haben zu wollen. Landrat Peter von der Grün versicherte, mit der KJF-Klinik in Neuburg im stetigen Austausch zu stehen.
Weniger harmonisch ging es im Anschluss bei der Diskussion um die Windelfrage im Landkreis zu. Konkret drehten sich die Gespräche um die Förderung der Windelentsorgung, da die Subventionierung der Windelsäcke durch die Landkreisbetriebe mit dem Jahreswechsel auslief. Als Alternative ist ein Wertgutschein über 50 Euro pro Neugeborenem im Gespräch, mit dem Babyausstattung gekauft werden kann.
Dies würde jedoch das Entsorgungsproblem der Windeln nicht lösen, merkte Elfriede Müller (CSU) an und sprach sich stattdessen für einen Gutschein aus, der Familien mit Neugeborenen für zwei Jahre zur Nutzung größerer Abfalltonnen berechtige.
Statt den Windelsäcken soll es für Familien Wertgutscheine geben
Da diese Entscheidung jedoch im Jugendhilfeausschuss getroffen werden muss, konzentrierte sich der Ausschuss in seiner Sitzung auf die zweite Personengruppe, die auf den Windelsack angewiesen ist, nämlich kranke, behinderte und pflegebedürftige Personen. Um diese künftig besser unterstützen zu können, soll eine Halbtagsstelle im Bereich der Wohnberatung geschaffen werden.
Christian Kutz, Landkreisleiter für die Themen Senioren und Betreuung, wies erneute auf die Alterszunahme in der Bevölkerung hin und dass immer mehr betagte Landkreisbürger im eigenen Heim alt werden möchten. Dafür sei aber oft ein umfangreicher Umbau nötig, der mit einer Fachkraft der Wohnberatung besprochen werden müsse. Die Personalkosten für die geplante Stelle lägen bei 50.000 Euro. Mit nur einer Gegenstimme sprach sich das Gremium für die Schaffung einer solchen Stelle aus.
Landkreis schafft zusätzliche Halbtags-Stelle für die Wohnberatung
Um viel Finanzielles ging es im späteren Verlauf der Sitzung dann auch bei den Sozialen Zuschüssen beziehungsweise den Sportförderungen:
Das Diakonische Werk Ingolstadt und der Caritasverband der Diözese Augsburg bekommen für die Flüchtlings- und Integrationsberatung einen Zuschuss in Höhe von 45.000 Euro. 15.000 Euro fließen ebenfalls in das Diakonische Werk Ingolstadt für die Zufluchtsstätte für Frauen in Not. Mit 3660 Euro darf der Caritasverband Eichstätt für die Intensivstelle für von häuslicher Gewalt betroffenen Frauen rechnen. Für die Schuldnerberatung erhalten der Caritasverband Neuburg-Schrobenhausen und das Diakonische Werk Ingolstadt insgesamt 71.340 Euro, für die Insolvenzberatung jeweils 33.275 Euro. Ebenfalls unterstützt wird die Schwangerenberatung von Frauen beraten Ingolstadt und Pro Familia Ingolstadt mit 44.282,94 Euro. Die Fördermitgliedschaften für den Hospizverein Neuburg-Schrobenhausen, die Neuburger Tafel, die Tafel Schrobenhausen und Elisa e.V werden mit einer Gesamtsumme von 6500 Euro verlängert.
Bei der Sportförderung dürfen sich sechs Vereine über Zuwendungen freuen. Der SV Einigkeit Steingriff, der Sportverein Karlshuld, die Jennerwein-Schützen Oberlauterbach, der SV 1961 Edelshausen, der SV Karlshuld 1932 und der SV 1946 Waidhofen erhalten Zuschüsse in Höhe von insgesamt 22.185 Euro.
Besonders erfreulich ist ein Zuschuss im Bereich der Jugendförderung. Für den Titelgewinn als Deutscher Meister erhält der Donau-Ruder-Club 400 Euro. Für die Jugendarbeit werden zudem der BLSV-Kreis 21, der Schützengau Neuburg-Pöttmes, der Schützengau Schrobenhausen und der Schützengau Ingolstadt mit insgesamt 41.733 Euro unterstützt.
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