Neuburg: Musikvideo: Sängerin Stella Lindner dreht im Neuburger Brandlbad
Neuburg
Musikvideo: Sängerin Stella Lindner dreht im Neuburger Brandlbad
Für ihr neuestes Musikvideo ist die Sängerin Stella Lindner alias "Danube" nach Neuburg gekommen. Welche prominente Unterstützung sie bei dem Dreh im Wasser bekommen hat.
Für das Musikvideo von Stella Lindner alias „Danube“ entwickelten die Neuburger Donaunixen eine eigene Chroeografie. Im Brandlbad fand der erste Teil des Drehs statt, bei dem die Nixen ihr Können zeigten. Foto: Hecker
Es ist in ungewöhnliches Bild, das sich Samstagmittag im Neuburger Freibad bot. Neben zahlreichen Schwimmern, die eifrig ihre Bahnen zogen, glitt am vergangenen Wochenende eine Nixe durch das Wasser. Die Meeresbewohnerin war nach Neuburg gekommen, um an einem Videodreh teilzunehmen.
Als waschechte Nixe im Meerjungfrauen-Kostüm stieg Stella Linder selbst ins Wasser. Mit verschiedenen Kameras, teils an einem Seil über dem Becken befestigt (rechts) wurde aus mehreren Perspektiven gefilmt. Foto: Hecker
Zahlreiche Kameras nahmen das blaue Schillern auf, das von dem filigranen Fischschwanz reflektierte. Von oben, der Seite und sogar unter Wasser sollte das glitzernde Wesen gefilmt werden. Denn diese Nixe hatte eine ganz besondere Mission: Für ihr neuestes Musikvideo war Stella Lindner in das aufwendige Kostüm geschlüpft, um als Nixe darin den perfekten Auftritt zu haben. Schließlich geht es in ihrem neuesten Lied „A River Inside Of Me“ auch um ihre eigenen Wurzeln und damit zurück zur Donau – weshalb sich die neue Meerjungfrau auch gleich erfahrene Nixen an ihre Seite geholt hatte.
Stella Lindner alias "Danube" ist als Nixe im Neuburger Freibad zu sehen
Von wem könnte Lindner als nagelneue Meeresbewohnerin schließlich besser lernen, als den Neuburger Donaunixen. Die Synchronschwimmerinnen haben sich extra eine Choreografie einfallen lassen, die in Linders Musikvideo zu sehen sein wird. Doch wie kam es überhaupt dazu? Zurück zum Anfang:
Eigentlich lebt Stella Lindner, die den Künstlernamen „Danube“ (Donau) trägt, ja in Berlin. Doch weil die Donau von der deutschen Hauptstadt ein ziemliches Stück entfernt ist, liegt die Vermutung nahe, dass ihr Pseudonym nicht von ihrem aktuellen Wohnort inspiriert wurde. Und genau so ist es. Denn Stella Lindner kommt eigentlich aus Burgheim.
Die Idee, ihre Herkunft in ein Musikvideo einfließen zu lassen, kam ihr im vergangenen Jahr, als sie aufgrund der Pandemie viel Zeit bei ihrer Familie in Neuburg verbrachte. „Je mehr ich darüber nachgedacht habe, ein Video zu meinem Song in Neuburg zu drehen, desto begeisterter war ich von der Idee“, meint Lindner.
Die Neuburger Donaunixen haben für das Video eine Choreografie erarbeitet
Gesagt, getan, die Sängerin wandte sich Mitte Januar an die Stadt und bat um eine finanzielle Unterstützung für das Projekt. Der Kulturausschuss entschied sich schnell dafür, immerhin „ist die Verbindung von Musik und Sport etwas ganz Neues. Das ist eine unglaubliche Chance für die Stadt, gesehen zu werden und besonders junge Menschen zu erreichen“, wie Stadträtin Gabriele Kaps sagte. Dass Linder von Anfang an wollte, dass die Donaunixen im Video zu sehen sind, habe das Projekt besonders attraktiv gemacht, immerhin seien die Synchronschwimmerinnen ein besonderes Aushängeschild der Stadt.
Als waschechte Nixe im Meerjungfrauen-Kostüm stieg Stella Linder selbst ins Wasser. Mit verschiedenen Kameras, teils an einem Seil über dem Becken befestigt (rechts) wurde aus mehreren Perspektiven gefilmt. Foto: Hecker
Und nun war es endlich so weit: Mit einem elfköpfigen Filmteam aus München kam Stella Lindner zunächst in das Neuburger Brandlbad. Während am Schwimmerbecken die Kameras aufgebaut wurden, verschwand die Sängerin selbst zunächst für gute drei Stunden in die Kabinen. Denn das Nixenkostüm ist so eng, dass Kostümbildnerin Anna Wunderskirchner die Künstlerin in den blauen Fischschwanz hineinnähen musste. Mit Tüll, Organza und einzelnen Silikonelementen entstand so in mühevoller Kleinarbeit das perfekte Nixenoutfit für den Dreh. Währenddessen durften die anderen Nixen des Projekts bereits im Becken ihr Können zeigen. Sieben Synchronschwimmerinnen der Donaunixen wiederholten ein ums andere Male einzelne Elemente ihrer eigens für das Video entwickelten Choreografie und wurden dabei aus jeder erdenklichen Perspektive von Stella Lindners Filmteam aufgezeichnet. Doch statt großer Anstrengung merkte man den Mädchen vor allem Erleichterung an. Denn der Drehtag stellte für sie gleichzeitig den Startpunkt dar, endlich wieder ins Wasser zu dürfen.
Sängerin Stella Lindner musste in ihr Nixenkostüm hinein genäht werden
Nur zweimal konnten die Schwimmerinnen sich im Vorfeld zum Üben für das Musikvideo treffen. Davor war es ihnen wegen der Hygienebestimmungen nicht erlaubt, ins Wasser zu gehen. Das letzte Mal hatten die Mädchen vor dem Lockdown im September trainiert. „Jetzt vertrauen wir vor allem auf unsere jahrelange Erfahrung, damit es mit den Figuren im Wasser gut klappt“, waren sich die Donaunixen um Trainerin Simone Gläser einig.
Als waschechte Nixe im Meerjungfrauen-Kostüm stieg Stella Linder selbst ins Wasser. Mit verschiedenen Kameras, teils an einem Seil über dem Becken befestigt (rechts) wurde aus mehreren Perspektiven gefilmt. Foto: Hecker
In verschiedenen Einstellungen sollen die Neuburger Schwimmerinnen in dem Musikvideo zu sehen sein. Das Konzept für den Dreh hat sich Lindner zusammen mit Regisseur Kai Stöckel und Kameramann Pius Neumaier überlegt. Neben den Nixen und Lindner selbst tritt im Video noch ein Zirkusdompteur auf, dargestellt wird dieser von Schauspieler Maximilian Klaas aus München. Schon im Brandlbad probierte Klaas einige Dompteursjacken, Zylinderhüte und passende Schuhe für den Zirkus aus, die Szenen mit ihm sollten jedoch erst im Waldbad Oberhausen gedreht werden, der zweiten Station nach dem Freibad. Um die Wasserwelt um Neuburg noch besser einzufangen, war zudem der Dreh im Parkbad Neuburg geplant.
Der Videodreh ist für die Donaunixen der Startschuss nach der Lockdown-Pause
Weil sie nur im Brandlbad ins Wasser durfte, hatte Stella Lindner aber bereits einen Einzelauftritt, nachdem die Szenen mit den Donaunixen im Kasten waren. In einem Rollstuhl musste die Sängerin zum Becken gebracht werden, um zu gehen war das Kostüm viel zu eng. „Ich spüre meine Beine kaum noch, fühle mich aber wundervoll, jetzt wo ich als Nixe endlich ins Wasser darf“, sagte Lindner lachend.
Dass es gar nicht so leicht ist, mit Nixenschwanz anmutig durchs Wasser zu gleiten, merkte die Sängerin schnell. Der nasse Stoff verlangte Lindner einiges an Kraft ab, um sich in wellenartigen Bewegungen vor der Kamera zu positionieren. Doch Stöckel zeigte sich rundum zufrieden. Selbst als die Flosse sich vom Kostüm löste, wurde der Dreh fortgeführt.
Bevor das Video zu sehen sein wird, steht noch viel Arbeit für das Filmteam an. Bis zur Veröffentlichung wird es wohl noch mehre Monate dauern. „Wenn es schnell geht, sind wir vielleicht im Spätsommer fertig, es kann aber auch noch länger dauern. Auf jeden Fall möchte ich es vor der Albumveröffentlichung zeigen“, verspricht Lindner.