Neuburg: Auch Neuburg digital ganz nah bei der Truppe
Neuburg
Auch Neuburg digital ganz nah bei der Truppe
Das Taktische Luftwaffengeschwader 74 in Neuburg leistete am Samstag ebenfalls einen Beitrag zum Tag der Bundeswehr. Der fand „nur“ im Internet statt, was dem Interesse keinen Abbruch tat. Ganz im Gegenteil.
Als Beitrag für den Tag der Bundeswehr flogen Eurofighter vom Taktischen Luftwaffengeschwader 74 in Neuburg einen Einsatz auf dem Truppenübungsplatz Munster in Niedersachsen. Foto: Manfred Dittenhofer
Der Eurofighter direkt nach dem Start in Neuburg. Quer über Deutschland flogen zwei von den Maschinen zu einem Truppenübungsplatz im Norden.Foto: Manfred Dittenhofer
Eigentlich wollte das Taktische Luftwaffengeschwader seinen 60. Geburtstag im Rahmen eines Tages der Bundeswehr feiern. Der fiel allerdings der Pandemie zum Opfer. Als Ersatz dafür organisierte die deutsche Bundeswehr diesen Informationstag in digitaler Form. Am Samstag konnten alle Interessierte auf Youtube eine Reise durch die Streitkräfte unternehmen und hautnah bei ganz unterschiedlichen Einsatz- und Unterstützungseinheiten dabei sein. Das Neuburger Geschwader war mit seinen Eurofightern natürlich eines der Akteure.
In einem Kampfjet wird Deutschland um einiges kleiner, denn für die knapp 500 Kilometer zwischen dem Heimatflugplatz bei Neuburg und dem Einsatzort auf dem Truppenübungsplatz Munster in Niedersachsen benötigt der Eurofighter auf direktem Weg noch nicht einmal eine halbe Stunde. Für den Tag der Bundeswehr plante das Taktische Luftwaffengeschwader 74 einen Einsatz zur Unterstützung einer dort übenden Panzergrenadiereinheit. Und Dank der zahlreichen Kameraeinstellungen konnten die Zuschauer diesen Flug miterleben. Die beiden Eurofighter hatten bei dieser Aktion einen Bodenangriff zu fliegen. Die Zuschauer saßen mit im Cockpit.
Mit der Bundeswehr digital rund rund 22.000 Kilometer kreuz und quer durch Deutschland und die Welt
Während des Übungsfluges wurden die Eurofighter auch in der Luft betankt.Foto: Manfred Dittenhofer
Die Bundeswehr nahm ihre Besucher mit auf eine digitale Reise, die auf rund 22.000 Kilometern kreuz und quer durch Deutschland und die Welt führte. Neben den Einsatzländern wie zum Beispiel Afghanistan besuchte das Moderatorenteam auch die Vereinigten Staaten. Aus Washington begrüßte der ehemalige Kommodore des Neuburger Geschwaders, Brigadegeneral Frank Gräfe, als Militärattaché die Zuschauer und Zuschauerinnen.
Die Marine öffnete die Pforten zu ihrem Stützpunktes in Eckernförde und zu ihrem Forschungsschiff Planet und ließ die Zuschauer an einer Tauchfahrt mit dem Unterseeboote U-34 teilnehmen. Dabei lernte man auch die drei Geheimnisse der U-Boot-Fahrer kennen: Die Klobrille ist immer warm, das Handtuch immer feucht und der Duschvorhang klebt immer auf der Haut. Das Fazit daraus: Es gehört schon eine Menge Enthusiasmus dazu, in einer solchen Metallröhre die Weltmeere zu befahren.
Beim Informationstag wurde den Teilnehmern die große Bandbreite der Bundeswehr bewusst gemacht
Ein Fluss darf kein Hindernis sein. Für den Brückenschlag sind die Pioniere zuständig.
Foto: Manfred Dittenhofer
Wie große die Bandbreite der Bundeswehr ist, wurden den Zuschauern bei der Präsentation der vielen unterschiedlichen Fachbereiche gezeigt: Die digitale Ausbildung im Dienstleistungszentrum Hammelburg. Das militärhistorische Museum der Bundeswehr in Dresden. Oder das Zentrum für Geoinformationswesen und das IT-Bataillon.
Eva Högl, die seit einem Jahr als Wehrbeauftragte das Ohr an der Truppe hat, lobte das digitale Format des Tages der Bundeswehr. Natürlich sei analog besser, aber dieser grandiose Ersatz lasse viele Einblicke komprimiert zu. Da könne man sich überlegen, was man davon mal wieder mache.
Kurzzeit war der Account der Bundeswehr auf Instagram wegen "Überflutung" gesperrt worden
Zielgruppe der digitalen Veranstaltung war vor allem die junge Generation. Auf allen sozialen Internetplattformen konnte gechattet werden. Internetportale wurden vorgestellt, auf denen man die unterschiedlichen Tätigkeitsbereiche bei Heer, Marine und Luftwaffe weiter kennenlernen kann. Auf der Website „Beruferadar“ kann man sich zudem selbst testen. Welche Fähigkeiten habe ich? Welche Berufe würden dazu passen? Und wer dann interessiert ist, erfährt dort auch, welche Angebote der Bundeswehr dazu passen könnten. Die jungen Menschen schienen die Gelegenheit beim Schopfe zu packen wie die Wasserstandsmeldungen aus den Chats der Sozialen Medien und aus den Klicks schließen ließen. Die Veranstalter meldeten kurz vor Schluss, nach dreieinhalb Stunden Livestream, rund 80.000 Zuschauer und tausende Kommentare in den Chats. Kurzzeitig war gar der Account der Bundeswehr auf Instagram wegen „Überflutung“ gesperrt worden.
Wissenswert:
Der digitale Tag der Bundeswehr ist weiterhin auf dem Online-Kanal Youtube zu sehen. Außerdem gibt es dort über die „Mannschaft Bravo“ eine Beitragsreihe, die das Leben auf der Marine-Fregatte „Baden-Württemberg“ zeigt.
Näheres zu den Berufsmöglichkeiten findet man im Internet unter der Adresse www.karrierekaserne.de. Wer sich und seine Fähigkeiten prüfen möchte, wird auf www.beruferadar.de zu einem Test eingeladen.