Manching: Manchinger Goldschatz: Bürgermeister und Museumsleiter sind geschockt
Manching
Manchinger Goldschatz: Bürgermeister und Museumsleiter sind geschockt
In Zusammenhang mit dem Diebstahl des Manchinger Goldschatzes wurden vier Männer festgenommen und 18 Goldklumpen sichergestellt. Wie geht es nun im Museum weiter?
Zu Goldklumpen zusammengeschmolzen sind einige der Münzen, die aus dem Manchinger Goldschatz stammen. Der Rest des Keltenschatzes ist noch verschwunden.Foto: Dorothee Pfaffel
Herbert Nerb, Bürgermeister von Manching, hatte sich erhofft, dass der Schatz wieder unbeschädigt in die Marktgemeinde zurückkehren könnte. Doch die Münzen sind schwer beschädigt.Foto: Dorothee Pfaffel
Tobias Esch ist Leiter des Manchinger Kelten-Römer-Museums. Von dort sind 482 keltische Goldmünzen verschwunden. Ein Teil davon ist inzwischen wieder aufgetaucht - allerdings schwer beschädigt.Foto: Dorothee Pfaffel
Polizei und Staatsanwaltschaft hatten geladen, da am Dienstag in der Nähe von Schwerin vier Tatverdächige festgenommen worden sind, die Ende November in das Museum eingebrochen und den Schatz gestohlen haben sollen. Bei der Festnahme fanden die Beamten auch die Goldklumpen. Diese stellen aber nur einen kleinen Teil der gesamten Beute dar, circa 70 Münzen. Insgesamt werden 482 Stück vermisst. Bleiben noch mehr als 400 Münzen und ein Goldgusskuchen verschwunden.
Goldschatz-Raub in Manching: Täter hatten Glasfaserkabel durchtrennt
"Ich bin sehr optimistisch reingegangen, aber jetzt bin ich absolut geschockt!", sagte der Bürgermeister am Rande der Pressekonferenz. Er kann das Handeln der Diebe nicht nachvollziehen. Der Materialwert - er soll bei rund einer Viertelmillion Euro liegen - würde den aufwendigen Diebstahl niemals rechtfertigen. Nerb ist sich sicher, dass die nun Festgenommenen sich nicht im Klaren darüber waren, was für eine Haftstrafe sie erwarten würde. Mit ein bis zehn Jahren muss rechnen, wer einen schweren Bandendiebstahl begangen hat und überführt wird. Hinzu komme der schwere Eingriff in die Infrastruktur, so Nerb. Die Einbrecher durchtrennten in der Tatnacht mehrere Glasfaserkabel in Manching, sodass in sieben Kommunen die Telefonanschlüsse nicht mehr funktionierten - und auch die Alarmanlage des Kelten-Römer-Museums nicht.
Bei Museumsleiter Esch sei die Euphorie ebenfalls hoch gewesen, als er am Mittwoch vom Ermittlungserfolg erfuhr, erzählte er. Nun sei er ein wenig enttäuscht, in welch "erbärmlichem Zustand" die sichergestellten Goldmünzen seien.
Ermittlungserfolg im Diebstahl des Manchinger Goldschatzes
Im Goldschatz-Diebstahl wurden Tatverdächtige festgenommen und ein Teil des Goldes sichergestellt. Der Ermittlungserfolg in Bildern.
Dennoch zeigten sich der Bürgermeister und der Museumsleiter optimistisch. Esch: "Ich hoffe, dass der weitere Teil des Schatzes in nicht eingeschmolzenem Zustand auftaucht." Nerb war vor allem auch dankbar für die Arbeit der Ermittler. Polizei und Staatsanwaltschaft hätten "klasse Arbeit" geleistet.
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Der Leitende Oberstaatsanwalt aus Ingolstadt, Nicolas Kaczynski, sagte, er sei stolz auf seine Kollegen, insbesondere zwei würden sehr intensiv an dem Fall arbeiten. Dabei sei die Ausgangslage sehr schwierig gewesen: Die Videokamera hatte nichts aufgezeichnet, der private Sicherheitsdienst reagierte nicht - und die Polizei fuhr, nachdem die Glasfaserkabel gekappt worden waren, zunächst zu den Banken in der Nähe, weil man eher dort ein Verbrechen vermutete als im Museum. Ein Vorwurf könne aber niemandem gemacht werden, meinte Kaczynski: "Ein Kunstdiebstahl ist nun einmal nicht das Erste, woran man denkt."
Wie es im Manchinger Museum nun weitergeht, ist noch unklar. Wenn der Fall irgendwann abgeschlossen sei, könne er sich aber durchaus vorstellen, auch die Klumpen auszustellen und so den Einbruch zu thematisieren, sagte Esch. Und Nerb meinte: "Vielleicht gehört das nun einfach zur Geschichte des Museums und des Goldschatzes dazu." Derweil werden die Sicherheitsvorkehrungen im Museum modernisiert.