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Neuburg: So steht es um den Leerstand in der Neuburger Innenstadt

Neuburg

So steht es um den Leerstand in der Neuburger Innenstadt

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    Aufkleber mit "Ich bin leer" zieren einige Fensterscheiben in Neuburg, wie hier in der Rosenstraße.
    Aufkleber mit "Ich bin leer" zieren einige Fensterscheiben in Neuburg, wie hier in der Rosenstraße. Foto: Tabea Huser

    Geht man ein paar Schritte durch die Untere Altstadt, stößt man schnell auf leere Geschäfte. Große Fenster, die teils mit Folie zugeklebt sind, gehören in einigen Straßen zum Stadtbild. Wagt man einen Blick in die leeren Läden, sieht man verstaubte Flächen und Einrichtungsüberreste der Vormieter. Mal sind es 50, mal 128 Quadratmeter an Fläche, die einen neuen Mieter suchen.

    Im Laufe des Jahres schließt in der Neuburger Rosenstraße ein Baby- und Kindergeschäft, die Flächen eines Schmuckladens an der Ecke zur Färberstraße stehen schon länger leer und die Räume der einstigen Weinhandlung ein paar Meter weiter warten auf einen neuen Ladenbetreiber. In der Schmidstraße reiht sich Leerstand an Leerstand. Ähnlich sieht es in der Schrannenstraße aus. Vor fast fünf Jahren schloss dort der Zierer City Center die Türen. Ein neues Kaufhaus fand nicht den Weg ins Neuburger Zentrum.

    Die Weinhandlung sucht einen Nachmieter.
    Die Weinhandlung sucht einen Nachmieter. Foto: Lisa-Marie Kügler

    Nimmt die Zahl der Geschäfte, Praxen und Gastronomiebetriebe ab, hat das Auswirkungen auf die Frequenz der Bummler und Besucher und damit auf die gesamte Attraktivität einer Innenstadt. Schließt also ein Laden, Arzt oder Restaurant, leidet das gesamte Geschäftsleben. Der Einzelhandel in den Innenstädten hat nicht nur ein, sondern mehrere Probleme: fehlende Parkplätze, boomender Online-Handel und teure Miet- und Energiepreise gehören dazu. 

    Neuburger Innenstadt geht es im Vergleich zu anderen Städten noch gut

    "Auf die lange Strecke der Corona-Pandemie gab es immer wieder Geschäftsaufgaben", berichtet Bürgermeister Bernhard Gmehling. Doch auch wenn Gewerbe schließt, eine Weile leer stehen oder umziehen, im Vergleich zu andern Innenstädten sei die Situation hier noch gut, wie Gmehling anmerkt. "Es ist nicht schlimmer als in anderen Städten", stellt der OB heraus. In Neuburg gäbe es noch viele inhabergeführte Geschäfte. Beispielhaft dafür sei das Schmuckgeschäft Anna Karat, das im Laufe des Jahres umziehen werde, aber der Innenstadt erhalten bleibe. In Ingolstadt sei die Lage deutlich angespannter. 

    Ein Problem seien aber auch hier die hohen Mietpreise. Ein Großteil der Immobilien wird von Privatpersonen geführt. "Es gibt leider Mieten von bis zu 15 Euro pro Quadratmeter", sagt der Bürgermeister. Um Investitionshindernisse abzubauen, hat die Stadt die Stellplatzverordnung geändert. Außerdem gäbe es ein Darlehen für Neugründer, dieses werde aber nicht von allen genutzt, erwähnt Gmehling. Das wichtigste Instrument gegen den Leerstand sei das Stadtmarketing. 

    Hohe Mietpreise in der Neuburger Innenstadt

    IIona Dischner ist seit Oktober dort für den Leerstand zuständig. Die Nachfrage an den Geschäftsflächen, vor allem den kleinen Leerbeständen, sei sogar sehr hoch, so Dischner. Es scheitere dann doch an den hoch angesetzten Mietpreisen. Wenn die Vermieter keinen monatelangen Leerstand haben wollen, seien die gezwungen, die Preise zu senken, heißt es in einem neuen Flyer des Stadtmarketings, mit dem sie auf die Situation aufmerksam machen wollen. Dazu kooperierte das Büro mit Experten von Immobilien Kappelmeier.

    Das Kaufhaus Zierer steht seit fast fünf Jahren in großen Teilen leer.
    Das Kaufhaus Zierer steht seit fast fünf Jahren in großen Teilen leer. Foto: Tabea Huser

    Doch selbst wenn Neugründer hohe Quadratmeterpreise in Kauf nehmen, schrecken lange Vertragslaufzeiten ab. "Heutzutage will keiner mehr Mietverträge mit einer Dauer von fünf Jahren, vor allem Neugründer wollen sich erst einmal mit Zwei- bis Dreijahresverträgen herantasten", so die Leerstandbeauftragte. In Großstädten testen Gründer ihre Ideen beispielsweise durch die sogenannten Pop-up-Stores. Läden, die zunächst nur ein paar Monate öffnen, sollen Menschen durch das neue Angebot wieder in die Innenstädte ziehen. 

    Neuburger Stadtmarketing meldet Leerstand auf Online-Plattform

    Auch das Stadtmarketing arbeitet an neuen Ideen, um den Leerstand zu bekämpfen. Die Flächen können auf einer neuen Online-Plattform gemeldet werden. Die kostenlose Immobilienbörse enthält Informationen zu freien Geschäften, angefangen über Größe und Lage, bis hin zu Bildern und Grundrissen der Immobilien. Eigentümer können ihre Immobilie dort einstellen. Wenn Passanten leere Flächen entdecken, die nicht gelistet sind, können sie diese dort melden. "Viele Einzelhändler denken sich, bevor ich einen Makler einschalte, probiere ich es hier", sagt Dischner. 

    In der Rosenstraße stehen Geschäfte leer.
    In der Rosenstraße stehen Geschäfte leer. Foto: Tabea Huser

    Doch nicht alle Leerstände der Innenstadt finden ihren Weg auf die Webseite. Derzeit sind dort acht Immobilien aufgeführt. Dreht man eine Runde durch die Stadt, stößt man auf doppelt so viele leere Gewerbeflächen. Ilona Dischner erklärt den Unterschied damit, dass nicht jeder das Angebot des Stadtmarketings annehmen wolle.

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