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Hallenbad-Name „NÖ!“: Debatte in Nördlingen spaltet Gemüter

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„NÖ!“ als Name fürs neue Hallenbad: Wer dafür ist und wer dagegen

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    Noch dauert es, bis das neue Hallenbad in Nördlingen öffnet. Darüber, wie es heißen soll, diskutierte jetzt der Stadtrat.
    Noch dauert es, bis das neue Hallenbad in Nördlingen öffnet. Darüber, wie es heißen soll, diskutierte jetzt der Stadtrat. Foto: Josef Heckl (Archiv)

    Vertagt hat der Nördlinger Stadtrat die Entscheidung über die Frage, wie das neue Hallenbad im Rieser Sportpark heißen soll. Das Gremium konnte sich auch nach einer Sitzungsunterbrechung nicht auf einen Namen einigen. Wie berichtet, waren 270 unterschiedliche Vorschläge von den Bürgerinnen und Bürgern bei der Verwaltung eingegangen. Eine Jury hatte daraus eine Vorauswahl erstellt und dann einen eigenen Favoriten präsentiert: „NÖ!“. Ein Stadtrat zweifelte zunächst, ob das wirklich ernst gemeint war.

    Stadtarchivar Dr. Johannes Moosdiele-Hitzler fiel die Aufgabe zu, die Vorauswahl vorzustellen. Oberbürgermeister David Wittner erklärte das damit, dass der Archivar auch bei der Namensfindung von Straßen konsultiert werde. Die Jury wiederum hatte aus Vertretern der Stadtverwaltung, dem Hallenbad-Architekten Rainer Löhle und dem OB selbst bestanden. Auch Moosdiele-Hitzler war Teil der Kommission gewesen, die die 270 unterschiedlichen Vorschläge bewertet hatte. Der Stadtarchivar erklärte zunächst deren Vorgehensweise: Manche Vorschläge seien offensichtlich nicht ganz ernst gemeint gewesen (“Puma-Bad“), andere hätten ein falsches Bild vermittelt (“Therme“ oder „Quelle“). Auch mit einer Person habe man das Bad nicht benennen wollen. „Wenn man einen Mann nimmt, dann heißt es, warum schon wieder ein Mann und keine Frau. Und wenn man eine Frau nimmt, dann heißt es, eine Frau hat es gebraucht.“ Auch Abkürzungen fand die Jury nicht geeignet, NöRiBa etwa.

    Fünf Begriffe, die teils auch öfter genannt worden seien, seien übrig geblieben: „Aquaries“ – da wisse man sofort, was gemeint sei –, „Kraterbad“ – mit der Kehrseite, dass es auch Bombenkrater gibt –, „Suevita“ – auch im neuen Hallenbad sei Suevit verbaut –, und „Meteo Mare“ – was erstens eine Alliteration und zweitens eine Anspielung auf den Meteoriteneinschlag sei. Favorit der Jury sei aber „NÖ!“ gewesen, so Moosdiele-Hitzler. Denn das verweise auf die zentralörtliche Funktion, der Stadtmarketingverein verwende diese Abkürzung, sie habe einen hohen Wiedererkennungseffekt dank der Autokennzeichen und nicht zuletzt zeige das Kunstwerk vor dem Bad ein „N“.

    Ganz offensichtlich mussten einige Stadträte die Vorauswahl und den neuen Vorschlag erst einmal sacken lassen. Was auch daran lag, dass die Verwaltung beides zuvor nicht im Ratsinformationssystem, auf das Mitglieder des Gremiums Zugriff haben, geteilt hatte. Der Fraktionsvorsitzende der Stadtteilliste, Thomas Mittring, und der von Grünen/Frauenliste, Wolfgang Goschenhofer, meldeten sogleich Beratungsbedarf an. So ein „super wichtiges Thema“ könne man nicht so schnell beschließen, so Goschenhofer.

    Hallenbad: Emotionale Debatte im Stadtrat

    SPD-Fraktionsvorsitzende Gabriele Fograscher setzte sich als Erste mit der Idee „NÖ!“ auseinander. Von weiter weg betrachtet lese sich der Name wie „Noi“ meinte sie. CSU-Fraktionsvorsitzender Steffen Höhn konnte mit dem Vorschlag nichts anfangen, er habe gedacht, das sei nicht ernst gemeint. Jeder, der nicht aus Nördlingen komme, denke doch bei „NÖ“ automatisch an „nein“. Dr. Susanne Gabler (SPD) sah das ganz anders. Je länger sie darüber nachdenke, desto origineller finde sie diesen Namen: „“NÖ!“ haben nur wir.“ Man müsse das „NÖ!“ sacken lassen, meinte PWG-Fraktionsvorsitzender Alexander Deffner - und plädierte dafür, dem Ganzen nicht so viel Bedeutung zukommen zu lassen. Das neue Hallenbad wecke eben Emotionen, so Gudrun Gebert-Löfflad (Stadtteilliste).

    Johannes Ziegelmeir (PWG) sagte: „Aquamare oder Vitalis heißt doch jedes x-beliebige Hallenbad. „NÖ!“ ist griffig, modern und kreativ. Wir sind stolz auf unser „NÖ!“. Und Peter Steiner (SPD) ergänzte, bei seinen Bekannten aus der Ferne gebe es viele Anhänger von NÖ. Markus Hager (Stadtteilliste) kritisierte, dass der Vorschlag nicht aus der Bevölkerung kam. Man habe die eingegangenen Ideen weiterentwickelt, entgegnete OB Wittner. Helmut Beyschlag (PWG) befürwortete, zu einer Entscheidung zu kommen - wenn das Thema „breit aufgekocht“ werde, werde doch auch nichts besser. Als „NÖ!“-Gegner positionierte sich Wolfgang Mussgnug (Grüne/Frauenliste), der Name sei „eine Bankrotterklärung, wie man kreativ mit Sprache umgeht“. Markus Landenberger-Schneider (CSU) dagegen meinte: „In Düsseldorf gibt es den KÖ und bei uns eben das NÖ.“ Wenn, dann müsste es doch NÖ-Bad heißen, sagte Rita Ortler (SPD). Man wisse aber, dass es sich um ein Bad handelt, entgegnete daraufhin der Stadtarchivar.

    Die Sitzung wurde schließlich unterbrochen, die Fraktionen berieten noch einmal im Kleinen. Ein Ergebnis gab es aber auch danach nicht, die Entscheidung wurde vertagt.

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