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Acht Wintersportler nach Lawine in Tirol gerettet: Haben Skifahrer sie ausgelöst?

Tirol

Acht Wintersportler nach Lawine in Tirol gerettet: Haben Skifahrer sie ausgelöst?

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    Bei einem Lawinenabgang am Stubaier Gletscher in Tirol sind acht Wintersportler – fünf Deutsche, zwei Bulgaren und eine Österreicherin – verschüttet worden.
    Bei einem Lawinenabgang am Stubaier Gletscher in Tirol sind acht Wintersportler – fünf Deutsche, zwei Bulgaren und eine Österreicherin – verschüttet worden. Foto: ARochau, stock.adobe.com (Archivbild)

    Im Tiroler Hochgebirge hat sich am Donnerstagmorgen des 27. Novembers 2025 ein dramatischer Lawinenabgang auf dem Stubaier Gletscher ereignet, bei dem acht Wintersportler nur knapp dem Tod entkamen. Nach Angaben eines Sprechers der Stubaier Gletscherbahnen gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) konnten alle Verschütteten lebend geborgen werden – ein glimpflicher Ausgang nach Stunden des Bangens.

    Nach Lawine in Tirol: 250 Einsatzkräfte – alle Verschütteten gerettet

    Der Lawinenabgang löste einen großen Rettungseinsatz in Tirol aus. Rund 250 Helfer waren beteiligt, darunter etwa 90 Bundeswehrsoldaten, die sich im Rahmen einer Ausbildung auf dem Gletscher befanden. Auch österreichische Bergretter, 60 polnische und tschechische Kräfte, mehrere Hubschrauber und Suchhunde waren vor Ort. Am frühen Nachmittag konnte der Einsatz beendet werden, nachdem keine weiteren Personen vermisst wurden und ein Hubschrauber das Gebiet mit einer elektronischen Sonde final abgesucht hatte, sagte der Sprecher der dpa.

    Die Verschütteten stammten aus Deutschland, Bulgarien und Österreich. Insgesamt erlitten vier Menschen leichte Verletzungen; zwei von ihnen mussten per Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen werden. Zunächst war von neun Betroffenen die Rede gewesen, da sich ein Wintersportler versehentlich doppelt bei der Polizei gemeldet hatte, wie der Sprecher der Gletscherbahnen laut dpa erklärte.

    Tirol: Wurde die Lawine von Skifahrern ausgelöst?

    Die Lawine ging im freien Skiraum im Bereich der Daunscharte ab, berichtete der ORF. Die Schneemassen erreichten auch den unteren Abschnitt einer gesicherten Piste, die daraufhin gesperrt wurde. Dort wurden zunächst sechs Verschüttete von den Einsatzkräften befreit, zwei weitere kurz darauf im freien Skiraum – laut ORF wird vermutet, dass einer von ihnen das Schneebrett ausgelöst habe.

    Auch nach Angaben des Seilbahnbetreibers sei es wahrscheinlich, dass Skifahrer den Abgang ausgelöst hätten – ein Szenario, das in ungesichertem Gelände immer möglich sei. Trotz der teils intensiven Schneefälle der vergangenen Tage seien die Niederschlagsmengen nicht außergewöhnlich gewesen. Spuren am Hang zeigten zudem, dass zuvor bereits einige Wintersportler ohne Zwischenfälle dort abgefahren waren.

    Lawinentyp: Schneebrettlawine

    Laut ORF handelte es sich bei der Lawine in Tirol um eine Schneebrettlawine. Diese hat nach Angaben des WSL-Instituts für Schnee- und Lawinenfirschung SLF einen linienförmigen Anriss. Das ist der Bereich, in dem sich die Lawine aus dem Schneebrett löst und der Lawinenabgang beginnt. Die Lawine am Stubaier Gletscher hatte mit einem Anriss von bis zu zwei Metern Höhe beträchtliche Ausmaße, so der ORF.

    Laut dem Institut gelten Schneebrettlawinen als die gefährlichste Lawinenart und sind für mehr als 90 Prozent aller Todesopfer verantwortlich. Sie beschleunigen innerhalb kürzester Zeit stark, und wer sie auslöst, befindet sich meist direkt im Abgangsbereich – mit entsprechend hohem Risiko, mitgerissen zu werden.

    Der Sprecher betonte gegenüber der dpa, dass im freien Gelände abseits gesicherter Pisten stets ein Risiko bestehe – selbst wenn die Bedingungen stabil erscheinen. Der Vorfall in Tirol zeigt einmal mehr, wie schnell sich die Lage in alpinem Gelände ändern kann und wie wichtig Vorsicht, Ausrüstung und Lawinenkenntnisse für Wintersportler sind.

    Ob die Skifahrer, die mutmaßlich die Lawine ausgelöst haben, mit Konsequenzen rechnen müssen, ist derzeit nicht bekannt. Laut der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) kann man nicht generell beantworten, ob und wer nach einem Lawinenunfall straf- und/oder zivilrechtlich haftet. Es komme auf die konkreten Umstände an. Wintersportler im freien Gelände seien grundsätzlich auf eigenes Risiko unterwegs. Wenn sie dabei eine Lawine auslösen und so jemand anderen konkret gefährden, müssten sie mit rechtlichen Konsequenzen rechnen.

    Übrigens: Gerade abseits der präparierten Pisten sollten Skifahrer und Snowboarder auf sogenannte „Sharks“ achten – Steine und Felsbrocken, die nur zum Teil aus der Schneeoberfläche ragen und so zu schwerwiegenden Stürzen und Verletzungen führen können.

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