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Das macht Grönland so attraktiv für Donald Trump

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Warum Trump heiß auf das eiskalte Grönland ist

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    Bunte, schneebedeckte Häuser in Nuuk. Trotz der Erderwärmung ist es in Grönland meistens eiskalt.
    Bunte, schneebedeckte Häuser in Nuuk. Trotz der Erderwärmung ist es in Grönland meistens eiskalt. Foto: Evgeniy Maloletka, AP/dpa

    Für den US-Präsidenten ist Grönland unwiderstehlich: ein eiskalter, aber leckerer Happen – geostrategisch von großer Bedeutung und prall gefüllt mit wertvollen Bodenschätzen. Donald Trump erklärte schon 2019 in seiner ersten Amtszeit, dass er Grönland „kaufen“ wolle. Jetzt spricht er davon, dass sein Land die Insel haben müsse, notfalls mit militärischer Gewalt. Was sind die Hintergründe dieses bizarren Konfliktes?

    Das riesige Grönland gehört zum kleinen Königreich Dänemark. Wie kam das?

    Nach einer abenteuerlichen Fahrt legt das Boot des Pastors Hans Egede im Jahr 1721 mit seinem Dreimaster auf einer Grönland vorgelagerten Insel an. Unterwegs war Egede für Norwegen und Dänemark, die damals eng verbunden waren. Auf dem Festland begegnet der Protestant den Inuit. Er beginnt, sie zu missionieren und legt so den Grundstein dafür, dass die Eisinsel 1814 an das Königreich Dänemark geht. Das Denkmal Egedes im Hauptort Nuuk ist als Symbol des Kolonialismus nicht sonderlich beliebt. Das gilt auch für die frühere Kolonialmacht Dänemark. Bis in die 1970er Jahre hinein wurden Mädchen und Frauen zwangssterilisiert. Spät erst fand ein Umdenken statt. Schritt für Schritt wurde die Autonomie Grönlands ausgebaut: Die Bevölkerung, rund 57.000 Menschen, verfügt heute über innenpolitische Selbstverwaltung und ein Parlament.

    Ist das Interesse der USA an Grönland neu?

    Nein. Begehrlichkeiten gibt es schon lange. Bereits während des Kalten Krieges bot der damalige Präsident Harry Truman 100 Millionen US-Dollar in Gold für die Insel – erfolglos. Dennoch entwickelte sich die Insel zu einem wichtigen Element der US-Sicherheitspolitik. Mehr als ein Dutzend Militärstützpunkte unterhielt Washington dort. Übrig geblieben ist die 1951 im Süden des Eilands eröffnete Thule Air Base (seit 2023 heißt sie offiziell Pituffik Space Base), auf der rund 150 Soldaten und zivile Kräften Dienst tun. Auf dem Luftwaffenstützpunkt ist ein Frühwarnsystem zur Erkennung von ballistischen Raketenstarts installiert. Traditionell im Blick: Russland. Allerdings haben die USA und die Nato ihr Engagement rund um Grönland nach dem Zusammenbruch des Warschauer Paktes zurückgefahren. Russland ist auch heute in der Arktis sehr präsent, trat zuletzt auch dort zunehmend aggressiver auf.

    Was macht Grönland geostrategisch so interessant?

    Die nordatlantische Insel liegt in der Arktis – in unmittelbarer Nähe zu Russland. So argumentiert Trump denn auch, dass Grönland schon aus sicherheitspolitischen Gründen „unbedingt“ US-amerikanisch werden müsse. Dabei sind Dänemark und Grönland offen für eine wieder stärkere US-Präsenz, und zwar ganz ohne Annexion. Ein weiterer Aspekt ist, dass die Arktis durch die Erderwärmung auf immer weiteren Flächen im Sommer eisfrei ist – sprich besser maritim erschlossen werden kann. Das hat Folgen. „China ist auf dem Weg zur Weltmacht, und dazu gehört die Kontrolle der wichtigen Seewege“, sagte Arktis-Experte Michael Paul, der Peking im Deutschlandfunk als „neuen Akteur“ in der Arktis bezeichnete. „China baut in letzter Zeit verstärkt eisbrechende Schiffe, die es ihnen ermöglichen, auch im Arktischen Ozean aktiv zu werden.“ Dass dadurch Grönland, wie Trump behauptet, in ernsthafte Gefahr gerät, glaubt Paul nicht.

    Wie wichtig sind Rohstoffe?

    Grönland wird nicht von ungefähr „Schatzkammer der Arktis“ genannt. 2023 veröffentlichte das dänische Institut für Geologie (GEUS) eine Analyse darüber, was an Bodenschätzen unter dem Eis schlummert. Darunter begehrte Metalle, Minerale, Seltene Erden, Gas, Erdöl, Uran und Diamanten. Der Abbau der Rohstoffe ist allerdings mühsam und teuer. Es fehlen Häfen und die Infrastruktur für eine effektive Erschließung. So wurden fast alle ehrgeizigen Bergbauprojekte in der Zeit um 2010 stillgelegt. Fazit: Das Potenzial an Rohstoffen ist gewaltig, die Ausbeutung der „Schatzkammer“ ein mühsames Langzeitprojekt.

    Wie könnten die USA Grönland unter ihre Kontrolle bringen?

    Die Eroberung Grönlands wird Trump nicht im Hinterkopf gehabt haben, als er jüngst sein gigantisches 1,5-Billionen-Dollar-Programm zur Aufrüstung vorstellte. Auch wenn Kopenhagen seine sehr überschaubare militärische Schlagkraft in Grönland mit einem mehr als vier Milliarden Euro teuren Konzept in Grönland ausbauen will: Eine militärische Übernahme Grönlands würde den USA leichtfallen. Die Frage ist nur, warum Washington dies tun sollte, wenn es seinen Zielen auch ohne Gewalt durch Verhandlungen näher kommen könnte.

    Was wollen die Grönländer?

    Bei einer Umfrage von 2025 sprachen sich 85 Prozent der Befragten gegen eine Übernahme durch die USA aus. Warum sollten sich die Grönländer, die zäh um Autonomie von Dänemark gekämpft haben, jetzt ausgerechnet den USA unter einem Präsidenten Trump ausliefern?

    Wie wahrscheinlich ist es, dass Trump Ernst macht?

    Für eine völkerrechtswidrige Militäraktion mit Annexion gibt es keine rationalen Gründe. Sie würde die Nato, von der die USA nach wie vor profitieren, existenziell gefährden, zudem wäre so ein Vorgehen auch ökonomisch unsinnig. Das haben auch viele Parteifreunde des US-Präsidenten erkannt, die ungewohnt klar Stellung gegen Trumps Pläne bezogen haben. US-Außenminister Marco Rubio hat Gespräche mit dänischen Politikern über Grönland angekündigt. Vieles spricht dafür, dass Trump mit seinen Gewaltandrohungen die Verhandlungsposition der USA verbessern will. Allerdings – es ist Donald Trump – das reicht, um Ängste und Unsicherheit zu schüren. „Ich brauche kein internationales Recht“, sagte Trump der New York Times. Und: „Mein eigener Sinn für Moral. Mein eigener Verstand. Das ist das Einzige, was mich stoppen kann.“

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