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Hilfslieferungen gehen weiter: Neue Hoffnung für die Menschen in Gaza

Nahost

Neue Hoffnung für die Menschen in Gaza

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    Verzweifelt hoffen Frauen und Männer an einer Ausgabe für Lebensmittel davon zu profitieren, dass wieder mehr Nahrung im Gazastreifen ankommt.
    Verzweifelt hoffen Frauen und Männer an einer Ausgabe für Lebensmittel davon zu profitieren, dass wieder mehr Nahrung im Gazastreifen ankommt. Foto: Abdel Kareem Hana, AP/dpa

    Können humanitäre Feuerpausen und mehr Hilfslieferungen für Gaza die Zustände in dem Küstenstreifen nachhaltig verbessern oder muss noch viel mehr geschehen, um die Zivilbevölkerung vor Hunger und Krankheiten zu schützen? Darüber, wie ernst die Lage in Gaza tatsächlich ist, gehen die Angaben weit auseinander.

    Seit März dieses Jahres hatte Israel nur noch wenige Hilfslieferungen in die Region gelassen. Für weltweites Entsetzen sorgten in den vergangenen Tagen Fotos aus Gaza, die abgemagerte Kinder zeigten. Das von der Terrorgruppe Hamas kontrollierte Gesundheitsministerium registrierte bis zum Montag 134 Menschen, die an Unterernährung gestorben sein sollen, unter ihnen 88 Kinder. Die Zahlen ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Allerdings sprechen auch UN-Organisationen von einer drohenden Hungerkatastrophe.

    Israel bestreitet, dass es in Gaza eine Hungersnot droht

    Israel hingegen bestreitet, dass es eine Hungersnot gibt oder eine solche droht – Berichte darüber seien eine böswillige „Kampagne“ der Hamas, die zudem Lebensmittel aus Hilfslieferungen abzweige und zu Geld mache. Auch die Vereinten Nationen wurden von der Regierung zuletzt wieder scharf kritisiert. So hätten die UN-Organisationen die Hilfe im Gazastreifen nicht verteilen wollen. Die UN wehrt sich mit dem Hinweis, dass Israel sich weigere, sichere Transportwege innerhalb des umkämpften Gebiets zu garantieren.

    Jetzt hat die internationale Kritik an den Zuständen in Gaza allerdings ganz offensichtlich zu einem Umdenken in der Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu geführt. Das israelische Militär hatte mitgeteilt, dass es bis auf Weiteres jeden Tag von 10 bis 20 Uhr Ortszeit eine humanitäre Feuerpause in Teilen des Gazastreifens, in denen die Armee nicht operiere, geben werde. Das sind Areale im Südwesten des abgeriegelten Küstenstreifens, im Zentrum sowie in Gaza-Stadt im Norden.

    Korridore sollen eine sichere Fahrt für die Hilfskonvois gewährleisten

    Dazu flankierend sollen von 6 bis 23 Uhr Korridore eingerichtet werden, auf denen die sichere Durchfahrt von Konvois der UN und anderer Hilfsorganisationen gewährleistet wird. Derart abgesichert haben nach israelischen Angaben den zweiten Tag in Folge Transporte mit Hilfsgütern für die notleidende Bevölkerung den Gazastreifen erreicht. 180 Lastwagen seien am Montag in den abgeriegelten Küstenstreifen eingefahren und warteten auf Abholung und Verteilung der Güter. Am Vortag seien 120 Lastwagenladungen in den Gazastreifen gelangt. Sie seien von den UN und anderen Organisationen übernommen worden.

    Die Vereinten Nationen begrüßen grundsätzlich die neue Linie Israels. Doch das Volumen der Lieferungen reiche keineswegs aus. Das liege auch daran, dass Lebensmittel geplündert worden seien, wie der UN-Nothilfekoordinator Tom Fletcher der britischen BBC sagte. Immerhin seien die jüngsten Lieferungen ein Beginn, zugleich aber „nur ein Tropfen in einem Ozean“, wie Fletcher es formulierte. Die nächsten Tage seien entscheidend. Fachleute der UN gehen davon aus, dass pro Tag bis zu 600 Lastwagen nötig sind, um die Lage durchgreifend zu verbessern.

    Bei unkoordinierten Verteilaktionen hatte es Tote und Verletzte gegeben

    In den letzten Wochen hatte es bei schlecht koordinierten Verteilaktionen immer wieder Tote und Verletzte durch Schüsse aus Waffen der israelischen Militärs gegeben. Israel machte geltend, dass die dort eingesetzten Streitkräfte sich aus den Menschenmassen heraus bedroht gefühlt hätten.

    Am Montag zeigte sich erneut, dass die israelische Regierung weiterhin uneins über den Umgang mit den Bewohnern von Gaza ist. Der rechtsextreme Minister Itamar Ben-Gvir nannte die aktuellen Lieferungen einen Schlag ins Gesicht der israelischen Soldaten, die gegen die Hamas kämpfen würden. Ben-Gvir gilt als Befürworter einer Vertreibung der palästinensischen Bevölkerung aus Gaza. (mit dpa)

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