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Nächster Bundespräsident: Kommt Ursula von der Leyen in Frage?

Bundespräsidentin?

Wird Ursula von der Leyen zur Konkurrenz für Ilse Aigner?

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    Ursula von der Leyen wurde schon einmal als Bundespräsidentin gehandelt.
    Ursula von der Leyen wurde schon einmal als Bundespräsidentin gehandelt. Foto: Christoph Soeder, dpa

    Über nichts wird im Sommerloch im Berliner Politikbetrieb so gerne spekuliert wie über Personalfragen. Und so lassen Worte des Bundeskanzlers die Debatte neu aufflammen, wer in knapp zwei Jahren die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier als neues Staatsoberhaupt antreten soll: „Ich kann mir das sehr gut vorstellen, dass wir 2027 eine Frau zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland zur Bundespräsidentin wählen“, sagte Friedrich Merz beim Tag der offenen Tür der Bundesregierung in Berlin am Sonntag. „Das wäre gut“, fügte der CDU-Chef hinzu.

    Seehofer wirbt für Ilse Aigner als Steinmeier-Nachfolgerin

    Nun fällt seit Monaten immer wieder der Name von Bayerns Landtagspräsidentin Ilse Aigner, wenn es darum geht, wer in das provisorische neue Präsidenten-Quartier in Berlin-Alt-Moabit einziehen wird. Denn das ehrwürdige Schloss Bellevue muss ab 2026 für mehrere Jahre renoviert werden. Vor allem CSU-Granden, denen nicht das beste Verhältnis zu Parteichef Markus Söder nachgesagt wird, bringen Aigner ins Spiel.

    „Ich bin absolut für eine Frau, und von denen, die die CSU präsentieren kann, wäre auch für mich die Ilse an der ersten Stelle“, sagte der Ehrenvorsitzende Horst Seehofer im Interview mit unserer Zeitung. Ähnlich äußerte sich der CSU-Vize und Vorsitzende der Europäischen Volkspartei Manfred Weber. „Ilse Aigner ist jemand, den die Menschen wirklich als ihre Vertreterin, als Repräsentantin der Bürgerschaft wahrnehmen“, sagte er im Juni unserer Redaktion. „Sie ist eine starke Persönlichkeit, die großes Vertrauen genießt und den Menschen Vertrauen in die Politik zurückgibt.“

    In Brüssel glaubt niemand an einen Wechsel von der Leyens

    Allerdings mutmaßen manche hinter den wohlklingenden Empfehlungen bei Seehofer und Weber Hintergedanken: Eine aus den Reihen der CSU stammende Nummer eins im Staate würde ausschließen, dass ein Christsozialer zeitgleich Kanzler werden könnte – der machtbewusste Parteichef Söder wäre raus aus einem Rennen um die Merz-Nachfolge. Andersrum zweifeln andere aus dem gleichen Grund, ob der CSU-Vorsitzende tatsächlich Aigner vorschlagen würde.

    Am Montag tauchte nun in der Berliner Gerüchteküche ein noch prominenterer Name auf als der von Bayerns Landtagspräsidentin: Der Spiegel schreibt unter Berufung auf Regierungskreise, dass CDU-Chef Friedrich Merz erwäge, das höchste deutsche Staatsamt Ursula von der Leyen anzutragen, die als EU-Kommissionspräsidentin derzeit in noch höheren Sphären unterwegs ist. In Brüssel hält man es zwar für ausgeschlossen, dass die CDU-Politikerin für ein anderes Amt zur Verfügung steht, und verweist auf von der Leyens bis 2029 währende Amtsperiode. Aber tatsächlich liebäugelte die 66-jährige Niedersächsin vor längerer Zeit schon einmal mit dem Amt.

    Taktische Motive spielen immer große Rolle bei Präsidentenwahl

    Als der im vergangenen Februar verstorbene Horst Köhler im Jahr 2010 völlig überraschend aus Unmut über Kritik seinen Rücktritt als damaliger Bundespräsident erklärte, galt von der Leyen als damalige Verteidigungsministerin als die Favoritin für dessen Nachfolge. Doch Angela Merkel entschied sich als CDU-Chefin für Christian Wulff. Zur angenehmen Überraschung des damaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten und zur unangenehmen von der Leyens, die aus ihrer Verärgerung damals wenig Hehl machte. Auch Merkel wurden damals – siehe heute Seehofer, Weber, Söder – persönlich-taktische Motive unterstellt: Wulff war als möglicher Konkurrent ums Kanzleramt weggelobt.

    Und so dürften noch einige Monate ins Land gehen, in denen sich Kanzler Merz und CSU-Chef Söder taktische Winkelzüge, Namen und mögliche Überraschungen durch den Kopf gehen lassen können, wen die Union 2027 ins Rennen schicken will.

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