Wie entwaffnet man Populismus? Auf diese Frage gibt es eine Vielzahl an Erklärungsansätzen und ebenso viele Meinungen, welcher davon der richtige ist. Sarah Bosetti hat ihre ganz eigene Antwort darauf gefunden: Die Satirikerin bekämpft den Populismus, der sich in den Debatten und Äußerungen der politischen Parteien eingenistet hat, mit Poesie. So zumindest kündigt Bosetti es in ihrem Buch "Wer Angst hat, soll zu Hause bleiben!" an. Mit dem zugehörigen Bühnenprogramm tourt sie derzeit durch deutsche Städte.
Sarah Bosetti startete ihre Karriere als Slam-Poetin
Es ist nicht Bosettis erstes Buch und auch nicht ihr erster Ausflug in die Welt der Gedichte. 2009 startete die heute 39-Jährige ihre Karriere mit eigenen Texten als Slam-Poetin an der Berliner Lesebühne – allerdings eher aus Zufall, denn sie hatte vorher in Brüssel Filmregie studiert und bei der Lesebühne zunächst nur im Publikum gesessen. Eine Freundin überredete sie schließlich, dort am offenen Mikrofon aufzutreten – "es war schrecklich", fasste Bosetti diese Erfahrung einmal zusammen. Wenige Jahre später war es offenbar deutlich besser: 2013 wurde Bosetti im Team mit einem Kollegen deutschsprachige Vizemeisterin im Poetry Slam. Einer breiteren Öffentlichkeit wurde sie dann vor allem durch ihre regelmäßigen Auftritte in Satire-Sendungen wie "Extra 3" bekannt.
Ihren präzisen Umgang mit den Worten hat sie in die Satire mitgenommen. Gedichte gibt es auch. Vor allem aber antwortet Bosetti auf Diskussionen, die aus dem Ruder laufen, indem sie sie überspitzt und ihnen dann Fakten gegenüberstellt. Ein Beispiel: Hubert Aiwangers Behauptung, dass er ein Menschenfreund und Demokrat sei, hielt Bosetti ein Best-of seiner populistischsten Aussagen der letzten Zeit entgegen. Und fasste Aiwangers Art wie folgt zusammen: "Jeder seiner Sätze ist eine Faust, die wütend auf einen Stammtisch schlägt."
Bosetti kann in kurzen und langen Formaten Widersprüche geschickt offenlegen
Beiträge wie dieser sind meistens nur wenige Minuten lang und legen dennoch pointiert Widersprüche in den Aussagen öffentlicher Personen oder in gesellschaftlichen Debatten offen. Dass Bosetti aber auch in längeren Formaten unterhalten und ihren Finger in die Wunde legen kann, stellt sie seit Kurzem neben anderen Formaten wie ihrem Podcast "Bosettis Woche" in ihrer eigenen Show "Bosetti Late Night"unter Beweis.