„Gib Pfötchen!“ Auf Befehle hören viele Hunde. Doch es gibt auch eine extrem kleine Gruppe von Hunden, die Hunderte Gegenstände allein anhand ihres Namens erkennen kann — und die man deswegen auch als wahre Sprachgenies bezeichnet. Ein internationales Forschungs-Team hat jetzt untersucht, was diese Hunde wirklich von ihren Artgenossen unterscheidet.
Schon gewusst? Eine Studie aus dem Jahr 2024 deutet darauf hin, dass manche Hunde ADHS-ähnliche Symptome aufweisen können.
Label-Lerner: Die extrem seltenen sprachbegabten Hunde
Extrem sprachbegabte Hunde nennt man in der Forschung Label-Lerner. „Diese Fähigkeit ist extrem selten“, erklärt Dr. Juliane Kaminski von der University of Portsmouth in einer Pressemitteilung der Universität Jena, „und scheint eine natürliche Begabung zu sein.“ Für die Studie suchte das Forschungs-Team deswegen weltweit nach Label-Lernern und fand insgesamt elf Tiere aus Großbritannien, den USA, den Niederlanden, der Schweiz und Deutschland. Aufgrund dieser geringen Fallzahl können die Ergebnisse der Studie jedoch nur eingeschränkt verallgemeinert werden.
Weil diese Hunde so weit voneinander entfernt lebten, führten die Forschenden eine sogenannte Citizen-Science-Studie durch. Die Besitzerinnen und Besitzer der Hunde filmten ihre Tiere dabei, wie sie verschiedene, standardisierte Tests absolvierten. Unter anderem zu:
- Problemlösungsfähigkeit
- Lernvermögen
- Gedächtnisleistung
- Reaktionen auf neue Objekte
Gleichzeitig führte das Forschungsteam die Tests mit einer Kontrollgruppe gleichaltriger Hunde ohne besondere Label-Lernfähigkeiten durch. Laut der Pressemitteilung ergab die Auswertung deutliche Unterschiede zwischen beiden Gruppen.
Übrigens: Hunde können Lieblingsmenschen haben – allerdings sind das nicht immer ihre Besitzer.
Welche Eigenschaften machen Hunde zu Sprachgenies?
Was unterscheidet einen Label-Lerner also von durchschnittlichen Hunden? Laut der Studie sind drei Eigenschaften besonders entscheidend:
- Auffällige Neugier: Label-Lerner interessieren sich deutlich stärker für neue Gegenstände als andere Hunde.
- Gezielter Fokus: Sie können ihre Aufmerksamkeit gezielt auf einzelne Objekte richten.
- Selbstkontrolle: Label-Lerner sind in der Lage, spontane Impulse zu unterdrücken, was das Lernen erleichtert.
„Mich überrascht nicht, dass diese Unterdrückung spontaner Präferenzen eine Rolle spielt“, erklärt Dr. Juliane Bräuer von Universität Jena. „Die meisten Hunde können Lieblingsobjekte kaum ignorieren – das erschwert ihnen das Lernen.“
Gut zu wissen: Die passende Belohnung ist fürs erfolgreiche Hundetraining entscheidend. Sie muss jedoch nicht zwangsläufig aus Futter bestehen. Die persönlichen Vorlieben des Hundes sind dabei besonders wichtig.
Welches Potenzial schlummert in den sprachbegabten Hunden?
Die Studienergebnisse könnten laut der Pressemitteilung künftig dazu beitragen, bereits bei jungen Hunden Hinweise auf besondere Lernfähigkeiten zu erkennen, etwa für den Einsatz als Assistenz- oder Therapiebegleithunde. Für weiterführende Studien zu Label-Lernern sucht das Forschungsteam außerdem noch Hunde mit dieser seltenen Fähigkeit. Interessierte Besitzerinnen und Besitzer können sich laut der Website der Uni Jena unter „findingricodogs@gmail.com“ melden.
Auch interessant: In den USA gibt es einen skurrilen Wettbewerb. Dort wird der hässlichste Hund der Welt gewählt.
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