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Deutsche Studentin starb 2024 in der Türkei – was hat der Tod mit dem Drama um die deutsche Familie zu tun?

Türkei

Deutsche Studentin starb 2024 in der Türkei – was hat der Tod mit dem Drama um die deutsche Familie zu tun?

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    Der Tod der Hamburger Familie in Istanbul könnte nicht der einzige Vorfall mit Vergiftungen sein. Hinweise auf mindestens einen ähnlichen Fall mehren sich.
    Der Tod der Hamburger Familie in Istanbul könnte nicht der einzige Vorfall mit Vergiftungen sein. Hinweise auf mindestens einen ähnlichen Fall mehren sich. Foto: Ahmed Deeb, dpa (Symbolbild)

    Das Schicksal der mutmaßlich durch ein toxisches Gas ums Leben gekommenen Hamburger Familie bewegt Menschen weit über den Unglücksort Istanbul hinaus. Die Todesfälle in der türkischen Metropole ziehen Kreise in der Stadt und den Touristenorten. Nun mehren sich die Hinweise, dass eine weitere Person, ausgerechnet auch aus Hamburg, ebenfalls durch ein eingesetztes Pestizid ums Leben gekommen sein könnte. Der Blick auf den Tod der Erasmus-Studentin offenbart weitere Parallelen.

    War ein toxische Gas im Zimmer der Familie für Tod verantwortlich?

    Wurde anfänglich noch berichtet, die zu Tode gekommenen Eltern und ihre beiden Kinder hätten eine Lebensmittelvergiftung erlitten, verdichtet sich der Verdacht auf den Einsatz von Chemikalien zur Schädlingsbekämpfung als Todesursache. Wie die Deutsche Presseagentur (dpa) berichtet, gelte es als wahrscheinlich, dass das toxische Gas Phosphin für den Tod verantwortlich ist. Das gehe aus einem Bericht der Rechtsmedizin hervor, auf den sich die türkische Nachrichtenagentur Anadolu stützt, so die dpa.

    Demnach sei der giftige Stoff im Zimmer der Familie nachgewiesen worden, etwa in Handtüchern. Ob es letztlich die fatale Wirkung des offenbar gegen Bettwanzen eingesetzten Pestizids war, ist allerdings noch nicht abschließend geklärt oder bestätigt. Symptome wie Reizhusten und Erbrechen würden mit der Wirkweise des Gases übereinstimmen. Eine Lebensmittelvergiftung gilt zunehmend unwahrscheinlich.

    Übrigens: Eine andere Krise überschattet eine ebenso beliebte Urlaubsregion in der Türkei – es bleiben die Gäste aus.

    Weiterer Todesfall in Istanbul: Parallelen zur Hamburger Familie?

    Sensibilisiert durch den tragischen Tod der Hamburger Familie, wird nun genauer auf andere Todesfälle geblickt. Aktuell richtet sich der Blick u laut eines Berichts der türkischen Zeitung Karar und Recherchen der AZ-Korrespondentin Susanne Güsten in Istanbul unter anderem auf den Tod eines zweieinhalbjährigen Kindes, das ebenfalls Kontakt mit dem toxischen Gas hatte, das womöglich von einer Kammerjäger-Firma in der Nachbarwohnung ausgebracht wurde.

    Laut der türkischen Tageszeitung Hürriyet klingelten wohl wiederum die Alarmglocken der Ermittler im Fall eines verstorbenen deutschen Geschäftsmanns in Istanbul, als dieser nur wenige Tage nachdem die Hamburger Familie ihre Tragödie erlitten hatte, aus zunächst ungeklärter Ursache plötzlich über Nacht starb. Sie stellten unter anderem dem Hotelbesitzer die Frage nach dem Einsatz eines Insektenmittels, den es offenbar gab. Doch auch in diesem Fall ist eine Chemikalienvergiftung noch nicht abschließend bestätigt.

    Auch ein älterer Fall wird nun in einem neuen Licht betrachtet, wie dpa und Spiegel berichten: Es geht um eine im November 2024 in Istanbul gestorbene Studentin aus Hamburg.

    Tod in Istanbul mit ähnlichen Spuren: Studentin stirbt exakt ein Jahr zuvor

    In türkischen Medien ist laut dpa und Spiegel allen voran der exakt ein Jahr vor dem Fall der Hamburger Familie eingetretene Tod der deutschen Studentin ein Thema, sie war damals 21 Jahre alt. Medienberichten zufolge ging man zunächst ebenfalls von einer Lebensmittelvergiftung aus. Doch nun würden sich die Hinweise mehreren, dass auch hier ein Bettwanzen-Pestizid fatale Folgen hatte.

    Der Anwalt der Verstorbenen, Ekim Hakeri, gab der dpa nach weiteren Einblick in den Fall, der demnach Ermittlungsgegenstand der Staatsanwaltschaft ist. Ein im August 2025 veröffentlichter Forensikbericht lege nahe, dass es sich um jenes für den Menschen giftige Mittel gehandelt habe. Die junge Frau habe im zweiten Stock gewohnt, im ersten wurde das Bettwanzen-Pestizid eingesetzt, ehe es sich als Gas im gesamten Haus ausbreitete und zum Tod der Studentin geführt haben soll.

    Einem Hürriyet-Artikel nach wohnte sie mit zwei Freunden, ebenfalls Erasmus-Studierende, in einer Wohnung im Istanbuler Stadtteil Kadıköy. Alle drei seien Aussagen nach am 2. November 2024 in der Nacht mit Erbrechen und Übelkeit aufgewacht. Während sich die Freunde im Krankenhaus behandeln ließen, sei die junge Frau zu Hause geblieben. Ihr Zustand habe sich schnell verschlechtert, ehe sie dem Überlebenskampf unterlag. Der Vater der Studentin sei nach Istanbul gereist, habe beim letzten Treffen eine gesunde Tochter vor sich gehabt. Er wolle nun Beschwerde einlegen, um Klarheit über Todesfall seines Kindes zu erhalten, erklärte Anwalt Hakeri.

    Übrigens: Um harten Strafen aus dem Weg zu gehen, sollten Touristen in der Türkei politische Aussagen oder gar Kritik am Präsidenten vermeiden.

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