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Die Drehorte der ZDF-Serie „Die Bergretter“: Wie in Ramsau gedreht wird.

TV-Serie

Das kann man in Ramsau auf den Spuren von „Die Bergretter“ erleben

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    Die Serie "Die Bergretter" wird seit 17 Jahren in Ramsau gedreht.
    Die Serie "Die Bergretter" wird seit 17 Jahren in Ramsau gedreht. Foto: Sabine Finger, ZDF

    Im beschaulichen Ramsau blickt man von fast jedem Winkel des Ortes entweder hinauf aufs alpine Dachsteinmassiv, hinüber auf die Schladminger Tauern oder weit hinein ins steirische Ennstal. Und sehr häufig auf einen Drehort von „Die Bergretter“. Die neue Staffel der beliebten Serie ist seit kurzem im ZDF zu sehen. „Wir sind nahe an der Realität mit den Rettungsaktionen, die in der Serie gezeigt werden, aber das wird schon im Film überspitzt gezeigt, mit natürlich viel mehr Action“, sagt Heribert Eisl, der von Anfang an als Berater bei den Dreharbeiten der Erfolgsserie „Die Bergretter“ dabei ist. Der 65-jährige hauptberufliche Bergführer war bis letztes Jahr insgesamt 30 Jahre lang Ortstellenleiter der Bergrettung in Ramsau. Der kleine, beschauliche Ort mit nur 2.950 Einwohnern ist ein beliebtes Touristenziel. Das liegt ganz bestimmt an der Serie, aber vor allem an der idyllischen Lage.

    In Schladming treten zum Saisonauftakt die Backstreet Boys auf

    Der quirlige und bekanntere Ski-Ort Schladming ist rund zwölf Autominuten entfernt. Schladming gehört zu den wichtigsten Wintersportorten Österreichs und kann mit Weltcuprennen wie dem traditionsreichen Nachtslalom „The Nightrace“ aufwarten, zu dem jährlich rund 45.000 Menschen erwartet werden. Zum jährlichen Skistart treten namhafte Bands auf – in diesem Jahr sind es Anfang Dezember die „Backstreet Boys“. Im Winter werden die 31.000 Gästebetten benötigt. Ruhiger geht es außerhalb der Skisaison in Schladming zu. Die Region um Schladming und Ramsau setzt nun auch auf Mountainbiker, Wanderer und Kletterer und bietet 1.000 Kilometer Mountainbike-Routen, 1.000 Kilometer Wanderwege sowie 33 Klettersteige.

    Auch der Dachstein spielt immer eine Hauptrolle in den Bergretter-Folgen.
    Auch der Dachstein spielt immer eine Hauptrolle in den Bergretter-Folgen. Foto: stock.adobe.com

    Letztere sind es, die die Bergrettung auf Trab halten. Laut der Statistik auf der Webseite der Bergrettung waren es 2024 immerhin 57 Einsätze, zu denen die insgesamt 52 ehrenamtlichen Bergretter gerufen wurden. Ein Kunstwerk nahe der Brandalm, am „Dachstein Kircherl“, erinnert an die seit 1879 im Dachsteingebirge verunglückten Bergsteiger. Es verdeutlicht die lange Geschichte des Alpinismus und die Risiken, die beim Klettersteigen einhergehen. 2023 sind allein in Österreich 286 Menschen in den Bergen tödlich verunglückt. Eisl, der Bergführer, empfiehlt Anfängern ohnehin immer, mindestens den zweistündigen Klettersteigkurs der Bergrettung zu absolvieren. „Den bekommen auch alle Episoden-Schauspieler der Serie, die Kameraleute und Maskenbildner.“

    Das gesamte Bergretter-Team hängt in der Felswand

    Das gesamte Team muss bei den Dreharbeiten viel leisten, erzählt er: „Ob es der Tonassistent ist oder der Kameramann – die hängen bei den Dreharbeiten alle an der Felswand. Wenn die Hauptdarstellerin am Fels hängt und mit der Frisur etwas nicht passt, dann muss sich die Maskenbildnerin auch mit Helm und Gurt abseilen und sie direkt an der Wand frisieren.“ Doch die Schauspieler – und allen voran natürlich Sebastian Ströbel, der seit elf Jahren den Bergretter Markus Kofler spielt – haben sich mittlerweile an die kräftezehrenden Anforderungen angepasst. „Sebastian Ströbel wird praktisch fast nie gedoubelt.“ Natürlich sind am Berg aber auch Stuntmen nötig, etwa für gefährliche Stürze oder anspruchsvolle Action-Szenen. Auch sie werden von echten Bergrettern beraten und betreut. „Gedreht wird am Berg meist einen ganzen Tag lang, doch es entstehen meist gerade mal zwei Minuten Filmzeit.“

    Die Küche im Haus Emilie mit Pappfigur.
    Die Küche im Haus Emilie mit Pappfigur. Foto: Antje Urban

    Bei allem, was Eisl über die Serie, die Schwierigkeiten und die Schauspieler zu erzählen weiß, es schwingt immer sehr viel Stolz für seine Region mit. Und diesen Stolz spürt man nicht nur bei ihm. Jeder im Ort kennt jemanden, der mit den Dreharbeiten oder den Drehorten zu tun hat. Mittlerweile gehört die Serie zur Region wie die Region zur Serie. „Dabei hat der Gemeinderat die Anfrage der Produktionsgesellschaft damals nicht so ernst genommen. Man dachte, das sei nur eine Sache von einem Jahr.“ Es sind 17 Jahre geworden, mit rund fünf Millionen Zuschauern pro Folge.

    Eine Tour zu den Schauplätzen von „Die Bergretter“

    Auf den Spuren der Serie wandeln kann man in Ramsau bei einer geführten Tour an die Originalschauplätze der Serie: Von der Bergretter-Zentrale (nicht die echte!) bis zum Pernerhof, den Bergretter Eisl damals der Münchner Produktionsfirma vermittelt hat und, der in der Serie als Hof Emilie für die Szenen ohne Action und dafür mit viel Herzschmerz und Familiengeschichte zuständig ist. Den idyllischen Bauernhof aus dem 17. Jahrhundert können Fans immer freitags besichtigen.

    Das Filmteam nutzt außerdem reale Hütten und Almen der Region. Einer dieser Orte ist die Brandalm, die schon in einigen Folgen vorkam. „Allerdings nur von außen“, sagt der Gastwirt. Ob er denn auch für Filmaufnahmen im Inneren bereit wäre? „Ja, schon, aber gefragt hat bislang noch keiner.“ Die auf 1.600 Metern gelegene Alm ist von leichten und anspruchsvollen Wanderwegen umgeben und nur 15 Minuten von der Bergbahn entfernt. Es führt aber auch eine Straße hinauf, was das Drehen erleichtert. Von der Almterrasse aus blickt man auf das Dachsteinmassiv, das mit seinen Kalkwänden eine majestätische Kulisse bildet. Bemerkenswert ist der Übergang von sanften Almen und Wiesen zu schroffen Felslandschaften, gewaltigen Steilhängen und dem Gletscher auf 2.995 Metern. Die Landschaft und die Hochgebirgswelt des Dachsteins zählen zum UNESCO-Welterbe.

    Zünftige Hüttenabende auf der Sonnenalm

    Das Filmteam hat indessen schon beim Gastwirt der Sonnenalm, Gerhard Höflehner, angefragt. Die Sonnenalm liegt an der Südseite des Rittisberges auf 1.350 Metern und ist im Sommer wie im Winter bewirtschaftet. „Für uns lohnt sich das aber nicht“, sagt Höflehner. „Ich müsste tagelang zusperren für die Dreharbeiten, da geht mir zu viel Geschäft verloren.“ Die Familie richtet hier oben zünftige Hüttenabende aus, bei denen es traditionelle Gerichte auf liebevoll eingedeckten Tischen gibt. Dazu gibt es steirische Livemusik und draußen unterm Sternenhimmel offene Lagerfeuer mit Punsch. Wer rechtzeitig eintrifft, kann hier den wohl schönsten Sonnenuntergang in den Bergen beobachten. Den schönsten Sonnenaufgang allerdings erlebe man hingegen am Dachsteingletscher, meinen Heribert Eisl und Schauspieler Sebastian Ströbel unisono in ihrem gemeinsamen Buch, das sie letztes Jahr herausgebracht haben. Darin erzählen sie viel über die Dreharbeiten, die Region und über sich selbst. Die Begeisterung der Fans für die Serie wird damit und mit Aktionstagen aufrechterhalten. Zum „Bergretter-Fantag“ reisen 1.500 Fans an und dürfen nachgestellte Bergrettungseinsätze erleben und können den Schauspielern Fragen stellen. Auch die „Bergretter-Fanwanderung“ jedes Jahr im September ist seit zwölf Jahren Tradition in Ramsau. Am zweiten Wochenende im September haben rund 450 Fans die Gelegenheit, die Hauptdarsteller um Markus Kofler und sein Team aus nächster Nähe zu erleben. Das Programm erstreckt sich über drei Tage und umfasst sportliche Wanderungen sowie eine Abendveranstaltung mit den Schauspielern. Wer zu anderen Zeiten Schladming oder Ramsau besucht, trifft mit etwas Glück auch Hauptdarstellerin Luise Bähr, die mittlerweile in Ramsau wohnt.

    Wichtiges über Ramsau und die Bergretter

    Allgemeines www.schladming-dachstein.at
    Anreise Mit dem Zug reist man mit Umstieg in München oder Salzburg nach Schladming. Mit dem Auto sind es circa 430 Kilometer.
    Aktivitäten Das Fan-Package für die Bergretter-Fanwanderung kostet 179 Euro pro Person und beinhaltet viele Programmpunkte. Für den nächsten Termin am 12. Juni 2026 kann man bereits Tickets erwerben. Beides unter www.schladming-dachstein.at. Regionale Lebensmittel und Bio-Rindfleisch vom eigenen Hof gibt es auf der Brandalm. www.brandalm.at. Ein herzlich-traditionelle, aber hochwertige Jause mit viel Stimmung und sogar Auffahrt mit dem Auto gibt es auf der Sonnenalm: www.die-sonnenalm.at.
    Übernachten Der Pernerhof liegt direkt neben dem Hof Emilie. Die Familie ist die ehemalige Eigentümerin des Hofs Emilie und bietet im neuen Hof Gästezimmer und Apartments an. www.pernerhoframsau.at. Mit ausgezeichneter, moderner steirischer Küche lässt es sich im Hotel Falkensteiner in Schladming nächtigen. Es liegt direkt im Ort, nahe der Planai-Bergbahn mit fantastischem Ausblick. 
    Das Buch Sebastian Ströbel: Die Bergretter. Gräfe und Unzer Verlag, 192 Seiten, 24,99 Euro

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